E21 Live-Blog (8): Gottes Verkündiger, Gottes Vorsatz und Gottes Vorgehensweise

Speaker: Thabiti Anyabwile

Text: Epheser 3

Hauptbotschaft

Die Arbeitsbeschreibung eines Botschafters des Evangeliums besteht aus drei Teilen: Einer Charakterisierung des Botschafters, einer klaren Botschaft und der Methode der Übermittlung.

Zitate

  1. Gott beruft nicht die Qualifizierten, sondern er qualifiziert diejenigen, die er beruft.
  2. Die meisten Menschen wollen als Diener wahrgenommen, aber nicht als solche behandelt werden.
  3. Stolz ist eine besondere Versuchung für Prediger.
  4. Paulus verbat sich das Vorrecht, irgendwann „Nein“ zu seinem Herrn zu sagen.
  5. Es gibt drei Schritte in der Ausbreitung der Botschaft: Predigen, beten, loben.
  6. Es ist mein Gebet für euch, dass ihr Predigt liebt.
  7. Predigen und Gebet gehören zusammen wie Steak und Kartoffeln.
  8. Wir  sollen erfüllt werden mit der ganzen Fülle der Liebe Gottes. Ich bin mir nicht sicher, ob ich weiss, was das beinhaltet, aber ich weiss, dass ich dies will. Stellt euch vor was passiert, wenn ihr in der Gemeinde füreinander in dieser Weise betet.

Mitschrift

Was ist etwas vom ersten, das du bekommst, wenn du eine neue Arbeitsstelle antrittst? Eine Arbeitsbeschreibung. Sie zeigt, wo es lang geht. Die Erwartungen des Arbeitgebers werden dargelegt. In Kapitel 3 des Epheserbriefs bekommen wir in gewissem Sinn eine Arbeitsbeschreibung. In Kapitel 3 wird beschrieben, was von einem Botschafter erwartet wird, in Kapitel 4 was das Volk Gottes tun soll. Diese beiden Dinge überschneiden sich.

Drei Hauptpunkte:

  • Der Überbringer der Botschaft
  • Der Inhalt der Botschaft
  • Die Art und Weise des Überbringens der Botschaft

1. Der Botschafter als Diener

Paulus beschreibt sich als Gefangener Christi, der von Gott Gnade empfangen hat. Ihm ist die Verwaltung des Evangeliums anvertraut worden. Gott selbst hat ihn dazu erkoren, er hatte es sich nicht selbst erarbeitet. Gott beruft nicht die Qualifizierten, sondern er qualifiziert diejenigen, die er beruft.

Paulus beschreibt sich zudem als Diener (V. 7). Die meisten Menschen wollen als Diener wahrgenommen, aber nicht als solche behandelt werden. Paulus ist sogar froh, so behandelt zu werden. Er beschreibt sich als den Allergeringsten aller Heiligen, nicht als Star der christlichen Szene.

Gleichzeitig ist Paulus auch Apostel und Prophet (V. 5). Ein Apostel ist nichts anderes als ein Botschafter. Er tritt mit einer ihm anvertrauten Nachricht auf in der Autorität, die ihm verliehen wurde. Wie die Propheten spricht er Gottes Wort, weshalb jene auch Botschafter waren. An spezifischen Punkten der Heilsgeschichte brauchte Gott diese Männer auf eine autoritative, irrtumslose Art und Weise. Trotz dieser einzigartigen Stellung war Paulus einmalig demütig. Stolz ist eine spezielle Versuchung für Prediger. Die Gesinnung von Paulus sollte alle Botschafter Gottes prägen. Wir dürfen nie vergessen, dass ihr Auftrag eine reine Gnadengabe ist.

Der Überbringer muss bereit sein Drangsale zu erleiden und auszuhalten. Was hat Paulus alles um des Evangeliums willen gelitten! Spezielles Leid erfuhr er von Menschen, die sich vom Glauben entfernt hatten. Die Last um alle Gemeinden lag ihm schwer auf. Auch wir sind Sklaven Christi und haben den Auftrag Menschen zu bitten, sich mit Gott versöhnen zu lassen. Paulus verbat sich das Vorrecht, irgendwann „Nein“ zu seinem Herrn zu sagen.

2. Der Botschafter muss die Botschaft deutlich machen.

Die Botschaft des Evangeliums ist einzigartig. Sie überwindet die Feindschaft zwischen Juden und Heiden und führt sie zu einem Volk zusammen. Die Botschaft war so revolutionär, dass dafür ein Apostelkonzil einberufen werden musste (Apg 15). Auslöser war Petrus gewesen, der Heiden einen Besuch abstattete. „Wenn Gott selbst die Heiden akzeptiert, weshalb sollte ich mich querstellen?“ Seine Freunde sagten: „Ok, cool.“  Das Evangelium ordnet die Beziehungen der Welt neu. Die Botschaft ist voller Kraft, sie ist die Kraft Gottes zur Errettung. Das Evangelium schafft eine ganz neue Wirklichkeit.

Als Botschafter müssen wir darauf achten, die Botschaft klar zu vermitteln. Die Gute Botschaft unterscheidet sich stark von den Nachrichten des Fernsehens, die Menschen weit weg betreffen. Sie ist persönlich. Was meinen wir mit dem Evangelium?

  1. Gott existiert, und er ist der Schöpfer von allem und allen. Weil er unser Schöpfer ist, ist er auch der rechtmässige Eigentümer. Wir schulden ihm Gehorsam.
  2. Obwohl wir Gott Ehre schulden, sind wir alle ungehorsam geworden. Wir haben uns der Sünde gegen Gott schuldig gemacht. Das Gefährliche an der Sünde ist die Trennung von Gott. Uns droht das Gericht. Würde Gott uns jetzt richten, wäre es verdient.
  3. Wie wird die Nachricht zu einer guten Nachricht? Gott erwies seine Liebe gegen uns darin, dass er seinen einzigen geliebten Sohn in den Tod gegeben hat. Jesus Christus starb am Kreuz für deine und meine Sünde. Drei Tage später ist er auferstanden. Christus ist nicht nur für unsere Sünden gestorben, sondern hat in seinem vollkommenen Gehorsam seine Gerechtigkeit gutgeschrieben.
  4. Wir müssen auf diese Nachricht reagieren. Wir sind aufgefordert Busse über die Sünde zu tun. Das bedeutet, dass wir die einst geliebte Sünde hassen. Wir glauben an Jesus als den Sohn Gottes. Ich vertraue darauf, dass er auch für mich gestorben ist.  Alle, die sich auf diese Weise Christus zuwenden, empfangen Vergebung und werden Teil der Familie Gottes. Sie haben das Vorrecht in Ewigkeit in Gemeinschaft mit Gott zu leben.

Das ist eine Botschaft, die wir klar in unserem Herzen behalten sollen. Wir wollen mit ihr morgens aufwachen. Sie ist unsere tägliche Speise.

3. Die Ausbreitung des Evangeliums beruht auf einer einfachen Methode

Es gibt drei Schritte in der Ausbreitung der Botschaft: Predigen, beten, loben.

Predigen (V. 8-9): Durch die Predigt erkennen wir den unergründlichen Reichtum des Christus. In Christus gleichen wir Drachen aus den Geschichten, die Schätze lieben und mit Gold überhäuft sind. Denkt über den Reichtum der Autorität von Christus nach. Erinnert euch an die Tatsache, dass er in uns wohnt, und an die Hoffnung, die uns erwartet. Wir werden ihm gleich sein.  Gott benützt die Predigt, um diesen Schatz ergreifen zu können.

Beten (V. 14-15): Die Predigt wird durch Gebet gestärkt. Predigen und Gebet gehören zusammen wie Steak und Kartoffeln. Paulus bittet Gott um geistliche Stärkung. Er möchte, dass die Epheser in der Kraft des Heiligen Geistes leben. Sie sollen in Liebe gewurzelt und gegründet sein. Das wird dazu führen, dass sie die Erkenntnis übersteigende Liebe Gottes mehr und mehr erkennen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich weiss, was das beinhaltet, aber ich weiss, dass ich dies will. Stelle dir vor, was geschieht, wenn ihr in der Gemeinde füreinander in dieser Weise zu beten beginnt.

Loben (V. 20-21): Manchmal übersehen wir das Offensichtliche. Manche denken, Gott sei verpflichtet, sie auf jegliche Art und Weise zu segnen. Das Offensichtliche aber ist, dass die Verse mit den vorausgehenden verbunden sind. Gott kann mehr tun in Bezug auf die Stärkung durch seinen Geist, den Christus in unseren Herzen, die Verwurzelung in der Liebe Gottes und die Erkenntnis übersteigende Liebe Christi.

Fazit: Du bist so aussergewöhnlich, dass du erfüllt werden kannst mit der ganzen Fülle Gottes. Du bist Botschafter mit einer Botschaft und einer Methode, die Herrlichkeit für Gott bringen wird.

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