Das Klärwerk und die Allmacht Gottes

Gestern durften wir als Familie an einem spannenden Rundgang im Klärwerk Werdhölzli in Zürich teilnehmen.

Ein gigantisches Reinigungsystem

4000 Kilometer Abwasserkanäle sind in der Stadt Zürich verbaut, davon 1000 km öffentliche Leitungen und 3000 km private Anschlüsse. Ein Meter Leitung kostet 5000 Schweizer Franken. Seit 1860 wird das Abwassersystem geplant, gebaut, ausgebaut, repariert und verbessert. Heute fliesst sämtliches Abwasser zum Klärwerk Werdhölzli, eines der grössten und modernsten Klärwerke überhaupt. Das Werk liegt am tiefsten geografischen Punkt der Stadt. Mit 55 Pumpstationen wird das Wasser auch quer durch Hügel und unter der Stadt durch geleitet. Vom entferntesten Punkt der Stadt fliesst das Wasser fast 3 Stunden dahin, bis es in der Kläranlage anlangt. Pro Sekunde fliessen 2’000 – 3’000 Liter schmutziges Wasser an. Regnet es, können unterirdische Auffangbecken geflutet werden, um die zusätzlichen Wassermassen zu regulieren. Ereignet sich ein Brand in der Stadt, kann das angeschwemmte, mit nicht abbaubaren Stoffen durchsetzte Löschwasser über eine Schleuse abgesondert werden.

Der mehrstufige Reinigungsprozess

Die verschmutzte Wasser durchläuft einen mehrstufigen Prozess zur Reinigung. Nicht lösliche Schmutzstoffe werden aus dem Abwasser entfernt: Textilien, Papier und Holz bleiben in den Rechen hängen, Steine setzen sich in den Sandfängen ab und durch das Einblasen von Luft sammeln sich Fett und Öl auf der Wasseroberfläche. Ist das Abwasser von diesen Reststoffen befreit, fliesst es in die Vorklärbecken, in denen sich ungelöste Stoffe absetzen, insbesondere Papier- und Speisereste sowie Fäkalien. Sie bilden den Primärschlamm. Nach dieser dreifachen mechanischen Reinigung folgt die biologische Reinigung. Mikroorganismen im Belebtschlamm bauen die meisten organischen gelösten Schmutzstoffe ab: Sie wandeln Ammonium zu Nitrat und dieses zu elementarem, gasförmigem Stickstoff um. Die Bakterien benützen Kohlenstoffverbindungen wie Fett, Zucker oder Proteine entweder für den Aufbau der eigenen Biomasse oder für die Energiegewinnung. Beim Veratmen entstehen Kohlendioxid und Wasser. Die chemische Reinigung findet parallel zur biologischen Reinigung statt. Das Abwasser enthält Phosphate, die von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Lebensmitteln stammen. Dem Abwasser wird deshalb Eisensalz zugeführt: Eisen und Phosphate verbinden sich zu unlöslichen Fällungsprodukten, die sich zusammen mit dem Belebtschlamm in den Nachklärbecken vom Abwasser trennen lassen. Dieser Überschussschlamm wird zusammen mit dem Primärschlamm aus der mechanischen Reinigung der Faulung zugeführt – als Frischschlamm. Zuletzt kommt die Filtration. Die verbliebenen Feststoffe werden herausgefiltert, indem das Abwasser in den Filterkammern durch eine Sandschicht (Blähschiefer) sickert, wo sich die noch vorhandenen Schwebstoffe festsetzen. So fliesst das gereinigte Wasser nach 18,5 Stunden wieder in die Limmat.

Das Klärwerk und die Allmacht Gottes

Als ich mit meiner Frau durch die Anlagen ging, begann ich Gott, den Schöpfer, zu preisen. Ohne seine Souveränität und seine Allwissenheit hätte keine dieser vielen Ideen, die im Laufe von Jahrzehnten eingeflossen sind, umgesetzt werden können. Manche Installationen sind den Gott geschaffenen Vorgängen in der Natur abgeschaut und nachgebaut worden. Durch diese grosse Anlage hat Gott in seiner Fürsorge Menschen das Leben verlängert. Menschen, die ihm vorbehaltslos vertrauen und solchen, die nichts von ihm wissen wollen. Wir fragten uns: Warum gibt es in unserem Land eine solche Anlage und in anderen Ländern nicht? Könnten nicht Ressourcen, mit denen Krieg geführt wird, für den Bau solcher Werke benützt werden? Wir erfassen den Gesamtplan Gottes nicht. Wir wissen aber, dass die Anlage letztlich zu seiner Herrlichkeit gebaut worden ist.

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