Aus den Medien: Mossul, Birmingham, Nordsudan, Bern

Mossul erstmals ohne Christen

Christen müssen Mossul verlassen, wie die „Zeit“ am Wochenende schrieb (VD: MB). Beachtenswert sind die Leserkommentare.

Tausende christliche Einwohner versuchen in Taxis und Autos die nordirakische Stadt Mossul zu verlassen. Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hatte den Christen bis Samstagmittag Zeit gegeben, zum Islam zu konvertieren oder die Stadt zu verlassen. Sollten sie sich weigern, erwarte sie der Tod, teilten die Dschihadisten mit. Nun versuchen die Flüchtlinge in die benachbarten Kurdengebiete zu gelangen.

Koordinierte Agenda des Islams

Die Süddeutsche Zeitung schrieb am Wochenende über eine Untersuchung an den Schulen Birminghams (VD: TS):

Eine breit angelegte Unterwanderung gibt es offenbar nicht an Birminghams Schulen. Was es allerdings laut Peter Clarke gibt, „ist an manchen Schulen eine koordinierte Agenda, den Kindern eine abgrenzende Haltung und Praktiken einer kompromisslosen und politisierten Form des sunnitischen Islams aufzuzwingen“.

Christen im Sudan unter Druck

idea berichtete:

Seit der Ausrufung eines unabhängigen multireligiösen Staates Südsudan im Juli 2011 verstärkt die Regierung in Khartum die Islamisierung des Nordens. Gegen Staatspräsident Umar al-Baschir hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (Niederlande) einen Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgestellt. Er hatte nach der Unabhängigkeit des Südsudans angekündigt, dass sein Land den Islam als Staatsreligion und die Scharia als Grundlage des Rechts einführen werde. Laut dem Bericht von World Watch Monitor hat der Minister für religiöse Angelegenheiten, Shalil Abdullah (Khartum), Mitte Juli ein Gesetz wieder in Kraft gesetzt, wonach im Sudan keine neuen Kirchen errichtet werden dürfen. Zur Begründung hieß es, dass die christliche Bevölkerung im Sudan seit der Gründung des eigenständigen Südsudan und der damit verbundenen Abwanderung dorthin stark geschrumpft sei.

Anti-israelische Demo in Bern

SP unterstützt anti-israelische Demo (VD: UW). 20 Minuten:

Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, zeigt sich «erstaunt und enttäuscht», dass die SP die Demonstration unterstützt.

Im Gegensatz zur Demonstration von letztem Freitag, so die Organisatoren, sollen aber keine israelischen Flaggen verbrannt und keine Hakenkreuze neben das israelische Wappen geschmiert werden. Ein Ehrenkodex, der zu Respekt und Toleranz aufruft, wurde dem Demo-Aufruf beigelegt. Ein Ordnungsdienst soll dafür sorgen, dass der Kodex kein Papiertiger bleibt.

Besorgt blicke ich über die Grenze. Dort haben sich letzte Woche traurige Dinge ereignet. Die „Welt“:

„Ihr Juden seid Bestien“, hatte ein Teilnehmer der Demonstration in Frankfurt auf seinem Schild stehen. Anstandshalber hatte er es wieder halbherzig durchgestrichen und einen anderen Spruch auf die Rückseite geschrieben. Genug Anstand, um das Schild zu Hause zu lassen, hatte er nicht.

Ansonsten wurden Flaggen internationaler Terrororganisationen geschwenkt und „Kindermörder Israel“ geschrien, nichts Außergewöhnliches, leider. Bemerkenswert war nur, dass den 2500 Demonstranten nur einige Dutzend Polizisten gegenüberstanden. Als junge Islamisten in Rage gerieten, war die Polizei machtlos. Um zu deeskalieren, überließ man den Demonstranten sogar einen Polizeibus – aus dessen Megafon bald ebenfalls „Kindermörder Israel“ tönte.