Eine Mini-Bildungsreform in der Familie

Als Gastbeitrag bei „Christian Homeschoolers in Austria“ erschienen:

Weshalb tun wir uns dies an? Höchstwahrscheinlich sind wir nicht die einzigen Homeschooler, die sich diese Frage ab und zu stellen. Etwa dann, wenn wir morgens müde aus dem Bett steigen und Gott um seine Unterstützung für die nächsten Stunden anflehen. Im täglichen Ringen um Charakterentwicklung und  über dem Bewältigen von Veranstaltungen, Einladungen, Besuchen, Erwerbsarbeit und Haushalt schleicht sich im Hinterkopf gerne die leise Frage nach dem Sinn ein.

Hier sind 10 Ideen für eine Minibildungsreform in der Familie, wenn keine christliche Schule verfügbar und Homeschooling nicht in Frage kommt:

  1. Erzähle regelmässig von Erlebnissen aus deinem Leben (als Vater/Mutter), in denen du die Unterschiede zwischen den Weltanschauungen zu spüren bekommen hast.
  2. Stelle dem Kind täglich Fragen zum Schulalltag: Was lief dir gut? Wo haperte es? Warum? Wo spürst du Widerstand? Was hilft dir? Wo stehst du an?
  3. Mache es dir zur Gewohnheit, die Hausaufgaben nicht nur formell und inhaltlich, sondern auch ideologisch zu begleiten. Bete darum, gute Verknüpfungen zwischen dem vermittelten Stoff und der christlichen Weltanschauung herzustellen.
  4. Unterschätze nicht die Gewohnheit der Familienandacht und des Vorlesens. So kommst du immer wieder an Stellen vorbei, wo du einen Bezug zum Alltag schaffen und christliche Überzeugungen vermitteln kannst.
  5. Reflektiere mit den Kindern auch (Kinder-)Gottesdienste. Was war die Hauptaussage? Mit was bist du (nicht) einverstanden? Was ist anders als in der Schule? Weshalb?
  6. Achte gut auf Antworten der Kinder. Wo schleichen sich Tendenzen ein, Glaube und Leben voneinander zu trennen? Wo entwickelt sich ein unausgewogenes Verständnis zwischen Gesetz und Evangelium?
  7. Sprich mit deinem Kind über Erfahrungen, die ihr gemeinsam mit anderen Christen macht – in beiden Richtungen: Weltflucht und Weltanpassung.
  8. Nimm Fragen der Kinder, auch kritische, auf jeden Fall ernst. Gibt keine vorschnellen Antworten. Es kann auch angezeigt sein, sich zu informieren, und später das Kind zur Diskussion einzuladen.
  9. Pflege Kontakte zu Nachbarn. Diskutiert über Weltanschauungen, mit denen ihr im Kontakt konfrontiert werdet (Säkularismus, Islam, Buddhismus).
  10. Danke deinem Kind, wenn es dich auf neue Themen oder auf Ungereimtheiten in deinen Überlegungen aufmerksam gemacht hat.