Aus der Bibliothek (34): Küngold Fehr

Ein betagter Mann recherchiert in den Archiven über Küngold Fehr. Nach seinem Tod entdeckt der Neffe, ein Lehrer, das Manuskript und sorgt dafür, dass es veröffentlicht wird. Meine Frau benützt das Buch im Unterricht mit meinem Ältesten. Solche Bücher sind wunderbar geeignet, die neue Generation in das Leben früherer Generationen – in diesem Fall die Zeit der Französischen Revolution – einzuführen. Lesen, vorlesen, mit dem Familienstammbaum vergleichen, eine Zusammenfassung schreiben: So lautet die einfache Gebrauchsanweisung für Deutsch, Geschichte und Heimatkunde in einem Aufwisch.

Der Klappentext:

Wie erlebte eine Bauernfamilie im Zürcher Unterland das Ende des Ancien Régime, wie die Revolutionszeit um 1798? Wie stellte man sich zu Neuerungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: zu Umwälzungen in der Landwirtschaft, zum aufblühenden Vereins- und Parteienwesen, zum Fortschritt der Technik, zum neuen liberalen Staat mit seinen Auswirkungen auf die Gemeindeorganisation? Wie sah der Alltag einer Bäuerin und Heimarbeiterin, einer Hausfrau, Mutter und Witwe aus?
Solchen Fragen geht Edwin Dünki in seinem lebendigen Zeitbild «Küngold Fehr» nach. Diese beeindruckende Frau lebte von 1788 bis 1864, in einer Zeit, ebenso von Umbrüchen geprägt wie die unsere. Aufgewachsen in der ländlichen Umgebung der Gerichtsherrschaft Berg am Irchel, kam Küngold später mit der Fabrikwelt im unteren Tösstal in Berührung. Ihre Jugendzeit war von vielen Todesfällen überschattet; erst das Alter brachte einen Ausgleich, milderte das arbeitsreiche Leben.
Daten, Namen, wirtschaftliche und politische Ereignisse und vielseitige Schilderungen des früheren Alltags sind aktenkundig; das persönliche Leben ist frei erfunden. Der packende Bericht zeigt die heiteren und dunklen Tage eines Menschen, der die Industrialisierung vor und nach 1848 erlebte: Küngold als Kind, als junge Frau, als Mutter von sechs Kindern aus zwei Ehen.

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