Aus den Medien: Märsche für das Leben

Am Samstag fanden in Zürich und Berlin Märsche für das Leben statt.

Hier mein Bericht in Freie Welt:

Mit drei Söhnen verliess ich kurz vor zwei Uhr den Bahnhof Enge. Fröhlich wollten sie sich einer kleinen Gruppe anschliessen, die in die gleiche Richtung zog. Ich forderte sie auf, sich mal die Kleider, die Gesichter und die Wortwahl der jungen Leute genau anzusehen bzw. anzuhören. Erschreckt blickten sie mich an. Richtig, wir zogen in die gleiche Richtung, doch nicht zur gleichen Demo.

Auf Youtube stehen bereits Clips mit Ausschnitten der Kundgebung, des Marsches und des Gottesdienstes bereit. (Wer ganz gut guckt, wird mich samt drei Söhnen entdecken.)

Marsch fürs Läbe in Zürich

Die lokalen Medien haben kurz über die Störkaktionen berichtet (NZZ, 20 Minuten, Tagesanzeiger).

Aus dem Umfeld der Veranstalter gab es ebenfalls einige Meldungen (kath.net, kipa-apic)

Es sieht streckenweise aus wie im Krieg. Dutzende von Polizisten in Vollmontur bilden Abwehrreihen, um die bewilligte Kundgebung von Lebensrechtlern zu schützen. Ein Wasserwerfer ist im Einsatz gegen linksautonome Kreise, den schwarzen Block gewaltbereiter Jugendlicher. Diese versuchen den „Marsch fürs Läbe“ zu stoppen und möglichst aufzulösen. Der ohrenbetäubende Lärm ihrer Trillferpfeifen soll den Gesang der Christen abwürgen. „Lobet und preiset ihr Völker der Herrn“, singen diese im Kanon. Farbbeutel fliegen ihnen entgegen. Buhrufe sollen sie entmutigen. „Du kannst das nur lesen, weil deine Mutter sich für Leben statt Tod entschied!“ steht auf einem der hochgehaltenen Plakate inmitten der Kundgebung. Der Satz steht ihm Kontrast zu den gegnerischen Parolen, die das Recht auf Selbstbestimmung einfordern oder über die Christen spotten: „Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben!“ (idea Schweiz)

Marsch für das Leben in Berlin

Am Rande gab es einige unschöne Szenen. Bundestagsabgeordneter Hüppe wurde von ZDF-Mitarbeitern geschlagen:

Hüppe erläuterte kath.net weiter, er habe zuvor Teilnehmer des „Marsches für das Leben“ in Berlin am 20.9. darauf aufmerksam gemacht, dass sie das ZDF nicht für einen Sachbericht über den Marsch für das Leben, sondern für die ZDF-Satiresendung „Heute-Show“ filmte. Die Teilnehmer der Pro-Life-Kundgebung wurden vom ZDF beispielsweise gefragt: „Wen würden denn Sie heute gern kreuzigen?“ Nachdem Hüppe einige Teilnehmer derart informiert hatte, wurde der Bundestagsabgeordnete von Mitarbeitern des ZDF körperlich angerempelt. (kath.net)

Hier geht es zu einem Offenen Brief an den Vorsitzenden des Fernsehrats.

Der Vorsitzende des Marsches zog ein gemischtes Fazit:

Einerseits habe man bei der größten Lebensschutzdemonstration Deutschlands am 20. September in Berlin mit rund 5.000 Teilnehmern einen neuen Rekord verzeichnet. Andererseits seien die Gegendemonstranten in diesem Jahr gewalttätiger vorgegangen. „Diejenigen, die für das Leben sind, sind gegen Gewalt und umgekehrt“, sagte Lohmann. „Das zeigt sich Jahr für Jahr aufs Neue.“ (idea.de)

Nachdenklich stimmt der Bericht eines Teilnehmers:

Dieser Eindruck verstärkte sich noch mehr, als ich mir die Gegendemonstranten genauer anschaute. Sie waren alle deutlich unter 30 Jahr alt, vermutlich die Mehrheit gerade knapp über 20. Sie waren meist dunkel gekleidet – außer einem jungen Mann mit pinker Pudelmütze, der aber eher wie ein Werbeträger der Telekom aussah. Durch eine junge Frau wurde ich im Gehen aufgehalten, dadurch konnte ich sie mir genauer anschauen, besonders ihr linker Arm, da sie ein ärmelloses Shirt trug. Ihr linker Arm trug vom Handgelenk bis etwa Mitte des Oberarms lauter Narben vom Ritzen. Ich schätze, da die Narben auch ineinander gingen, dass es etwa 50 waren. An der Schulter hatte sie sich ganz frisch geritzt: NO, schön rot leuchtend, da entzündet. Insgesamt sah es so für mich aus, als ob hier einige wenige spät-pubertierende Jugendliche ihre nicht abgeschlossene Sexualentwicklung durch Obszönitäten in die Öffentlichkeit tragen wollten. Viele der Gegendemonstranten erschienen mir eher als „therapiebedürftig“.