Kinder in die Selbständigkeit begleiten (11): Die Rolle des Jüngsten

Ausgangslage

Jüngste in einer Familie haben einen besonderen Platz, besonders der jüngste von fünf Buben. Einerseits bekommt er spezielle Beachtung. In dieser Rolle kann er sich so wohl fühlen, dass er schon mal sagt: „Ich will klein bleiben.“ Andererseits muss er von klein auf viel mitmachen und ertragen. Er sieht bei den älteren Brüdern, wie es läuft, und eifert ihnen nach.

Ungünstig

Wir Eltern sind vielleicht hier und da etwas nachlässig, des ständigen Korrigierens müde oder mit den älteren Brüdern beschäftigt. So beginnt sich der Jüngste viel Raum herauszunehmen. Mit der Zeit weiss er, wie er zu dem kommt, was er will: Laut schreien, aus dem Hinterhalt zuschlagen, sich in der richtigen Tonlage bei Erwachsenen beschweren. Brüder und Eltern lachen über diese Bemühungen – und lassen ihn gewähren.

Alternative

Unser tägliches Gebet ist es als Eltern, auch den Jüngsten seinem Charakter gemäss zu erziehen. Wir wollen seinen Platz in der Familie berücksichtigen. Das bedeutet, ihn nicht einfach mit falscher Aufmerksamkeit, mit materiellem Überfluss oder mit zu vielen Erleichterungen zu verwöhnen. Es heisst, auf ihn und seine Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen, ihn zu schützen und ihm – direkt damit zusammenhängend – klare Grenzen vorzugeben.