Kinder in die Selbständigkeit begleiten (12): Sich abgrenzen lernen

Terminkollisionen gehören schon für Kinder zum Alltag. Besonders in der Zeit vor Weihnachten gilt es Theater, Auftritte mit dem Klavier und dem Singen zu koordinieren. Leute kommen zu Besuch, da ist der Arzttermin.

Ungünstig

Vater und Mutter nehmen die gesamte Terminkoordination vor. Sie tragen sich alles im Kalender ein. Sie erinnern das Kind rechtzeitig daran, was es vorzubereiten, anzuziehen, mitzunehmen hat. Sie kaufen ihm die Fahrkarte, rüsten ihm die Verpflegung. Sie federn den Unwillen ab, wenn es knapp wird. Sie nehmen es in Kauf, wenn das Kind müde und gereizt ist.

Alternative

Das Kind beginnt selbst eine Agenda zu führen. Es bereitet sich rechtzeitig vor, prüft die Fahrpläne, rüstet die Verpflegung und überlegt sich, was es mitzunehmen hat. Falls es Terminüberschneidungen gibt, geht es selbständig zum Verantwortlichen (z. B. Musiklehrer), um eine Lösung zu erwirken. So kommt es schon vor, dass auch unangenehme Botschaften (Teilnahme am Auftritt nicht möglich) zu übermitteln sind. Die Aufgabe für uns Eltern besteht darin, das Kind zu stärken, mit ihm sein Vorgehen vor- und nachzubesprechen. Wir überlegen gemeinsam, wie es reagieren kann, wenn sein Gegenüber unwillig wird. Wir ermutigen es, wenn es sich abgrenzen konnte. Wir sprechen es auf sein Vorgehen an, z. B. wenn es zu knapp plant.

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