Publikationen: Wahrheitsfrage, Herman Bavinck, Wirkung narrativer Texte

2014 war ein schreib-reiches Jahr. In der neuen Ausgabe von „glauben & denken heute“ (2/2014) sind von mir zu lesen:

Zur Wahrheitsfrage: In der Wahrheit leben

Gehen Sie einen Augenblick in Gedanken Ihre Nachbarn und Arbeitskollegen durch. Die wenigsten von ihnen würden sich als aktive Gottesleugner bezeichnen. Sie haben eine unbestimmte Vorstellung von einer höheren Macht. Aber Gott hat nichts mit ihrem Leben zu tun. Er hat ihnen nichts zu sagen und schon gar nichts vorzuschreiben. Damit eng verbunden ist ein bestimmtes Verständnis von Wahrheit. Wahrheit hängt für sie von ihrer individuellen Wahrnehmung ab. Diese Einsicht ist, so lehrt uns vor allem die Sozialwissenschaft, „sozial konstruiert“, das heißt, sie widerspiegelt das aktuelle Übereinkommen der Gesellschaft. Aus christlicher Sicht lässt sich dazu sagen: Weil der göttliche Gesetzgeber nicht anerkannt wird, macht sich der Mensch selbst zum Gesetz.

Herman Bavinck: Eine Einführung in sein Leben, seine Zeit uns sein Werk

Das stetige Suchen nach Antworten auf aktuelle Fragen, ohne in Euphorie oder aber Resignation abzugleiten, sehe ich – neben seinen Schriften – als wichtigste Hinterlassenschaft Bavincks.

Buchbesprechung: Teaching and Learning Through Story

Diese Publikation soll die tschechische Comenius-Diskussion einem internationalen Publikum öffnen. Dies erfüllt dieses kurze Buch – der Haupttext umfasst etwa 60 Seiten – in doppelter Weise: Einerseits macht sie mit einem seiner Werke bekannt, das die tschechische Seele noch heute anspricht; andererseits erschließt die Erörterung über die pädagogische Funktion narrativer Texte in der Postmoderne ein unbesetztes Thema. „Die Pädagogik weiß zwar darum, dass Geschichten ‚wirken‘, sie fragt jedoch üblicherweise nicht weshalb“ (107).