Moralismus und Relativismus in der Erziehung – 20 Beispiele

In Anschluss an den Beitrag „Die beiden Diebe des Evangeliums“ bin ich an einem Artikel zum Bereich Erziehung. Wie kann das Evangelium unseren Alltag durchdringen? Hier sind 20 Beispiele. Die Tabellenform soll das Gespräch anregen; Verkürzungen sind durch die knappen Formulierungen unumgänglich.

Moralismus
Gesetz ohne Evangelium
Relativismus
Evangelium ohne Gesetz
Anlässe
Einstellung zur Arbeit Für die Arbeit leben (Vergötzung) Für die Freizeit leben (Verachtung)
Sonntag als Ruhetag („Sabbatheiligung“) Starrer Ablauf ohne echte Gemeinschaft mit Gott und miteinander Gottesdienst nur dann, wenn es ins Freizeitprogramm passt
Rollenmodell Mann/Frau Formelle Unterordnung bei Lieblosigkeit/Passivität des Mannes und/oder Dominanz der Frau Rollenmodell der Umgebung (inkl. Fremdbetreuung) wird ohne Überlegungen übernommen
Lernen (Schule, Uni) Strike Trennung von „drinnen“ (privater Glaube) und „draussen“ (böse Welt) Funktionaler Atheismus („als ob es Gott nicht geben würde“)
Urlaub Andacht als Pflichterfüllung ohne Auswirkung auf die übrige Zeit Spass zählt, keine Zeit für Andachten
Anschaffungen Verzicht, Haltung der „Uneigennützigkeit“ Kompensation; nach einer neuen Anschaffung sofort die nächste geplant
Sexualität Kein Gesprächsthema; heimliches Ventil (z. B. Pornografie) „Heute ist es halt so.“
Soziale Medien Formelle Kontrolle; heimliches Ventil „Es ist deine Freiheit, wo, was und wieviel du konsumierst.“
Ehe Pflichtenhefte ohne gott-gerichtete Gemeinschaft Türklinken in die Hand geben; jeder rennt seinen Projekten nach
Mahlzeiten Förmliche Gebete und kurze Andachten Gott ist kein Gesprächsthema
Charakterentwicklung
Konflikte Lösung aus eigener Kraft (z. B. schweigen) Gewitter entlädt sich, keine Bereinigung vor Gott und anderen
Sich überwinden Leistung wird als normal betrachtet (Folge: Stolz oder Verzweiflung) Hindernisse werden aus dem Weg geräumt
Dranbleiben Leistung wird als normal betrachtet (Folge: Stolz oder Verzweiflung) Inkonsequenz, Laune des Kindes entscheidet
Versuchungen Kein Thema, heimliches Ventil Rechtfertigung oder Rationalisierung
Sünden bekennen Druck, Doppelleben Kein Thema; „jeder macht Fehler“
Verzichten, zurückstehen Leistung wird als normal betrachtet (Folge: Stolz oder Verzweiflung) Kein Thema; der Stärkere setzt sich durch
Dankbarkeit Förmliche Einhaltung(z. B. Dankesbriefe) Kein Thema; was kommt, wird genommen.
Traurigkeit Verdrängen Ignorieren
Exzellenz Aus eigener Kraft In ausgewählten Teilbereichen („Leidenschaft“)
Menschenfurcht Kein Thema, innere Rechtfertigung Unerkannt, Stolz auf das selbstbewusste Kind