Blogjubiläum (6): Radikales Christsein

Gastbeitrag von Mathias Penatzer

Gerade als junger Mensch will man nicht sein wie jeder andere; man sehnt sich nach mehr Tiefe Authentizität, Radikalität. Dieses Thema wird auch in vielen aktuellen Büchern behandelt. Ich denke dabei besonders an „Radical“ von David Platt, John Pipers „Don’t Waste your Life“ (deutsch Dein Leben ist einmalig: Vergeude es nicht!) oder Kyle Idlemans Film „not a fan. – Die Geschichte eines Nachfolgers„.

Diese Weckrufe sind gut und haben ihren Platz, denn der christliche Glaube hat einen starken Besitzanspruch auf unser ganzes Leben. „So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.“ Jesus in Lukas 14,33

Zum Problem wird das Ganze nur wenn es sich mit Pragmatismus und Individualismus vermischt. Aus dem Missionsauftrag, der den Aposteln stellvertretend für die ganze Gemeinde gegeben wurde, wird auf einmal ein persönlicher Auftrag an jeden einzelnen in die Mission zu gehen. Aus der Notwendigkeit, dass kein Mensch ohne das Evangelium gerettet werden kann, wird eine Ethik konstruiert, die dem alles andere unterordnet.

Es ist eine wichtige Grundwahrheit, dass Gott sowohl die Endergebnisse als auch die Mittel dazu festlegt. Wir tun Jesus keinen Gefallen wenn wir ihm voranlaufen anstatt seinen Fußstapfen zu folgen. Diese Mittel haben sich seit dem Anbeginn der christlichen Gemeinde nicht verändert. Die öffentliche Predigt des Wortes, Taufe und Abendmahl sind die unscheinbaren und doch radikalen Mittel, die die Anbetung der Gemeinde ausmachen.

Ist dies nun ein Plädoyer für ein mittelmäßiges gut bürgerliches Christsein?

Niemals, aber lasst uns nicht als Reaktion auf die uns umgebende Lauheit oder Faulheit in ein christliches Rennen oder einen übertriebenen Aktivismus verfallen. Gott hat alles unter Kontrolle. Viele Aufrufe sind nur verdeckter Pragmatismus und so lasst uns zur Radix, zur Wurzel und damit zum wahren radikalen Christsein zurückzukehren.

1Tim 2:1 Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, 2 für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigem Ernst.

1Pet 3:15 sondern heiligt Christus, den Herrn, in euren Herzen. Seid jederzeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung, die in euch ist,

Heb 13:5 Der Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was vorhanden ist, denn er hat gesagt: „Ich will dich nicht versäumen und dich nicht verlassen“

Was mir sehr geholfen hat, dieses normale radikale Christsein ein Stückweit umzusetzen, war die Serie „Weshalb wir uns für einen Minimal-Lifestyle entschieden haben“, da sie unseren unterschwelligen Materialismus so schön entlarvt.

Alles Gute, Hanniel, zum 5-jährigen Jubiläum.

Zum Weiterlesen: ORDINARY: Sustainable Faith in a Radical, Restless World.