Blogjubiläum (11): Für ein Leben der Ganzheitlichkeit

Lieber Hanniel, Dein Blog feiert sein 5-jähriges Bestehen. 5 Jahre Arbeit und über 3000 Beiträge sind hier zu finden. Ganz herzlich möchte ich Dir dazu gratulieren – mehr aber noch: Dir dafür danken. Danke für so viele wertvolle Impulse. Danke für das Teilen der Weisheit von hunderten Stunden Lesens. Danke für die vielen mutmachenden Plädoyers. Danke für die lebendigen Berichte aus dem Alltagsleben, bei denen der Leser von Deinen Erfahrungen profitieren kann. Danke für die große Ehrlichkeit, die auch vor eigenen Fehlern nicht Halt macht.

Was ich ganz besonders an Deinem Blog schätze, ist dieser ständige Wille zu einer neuen Ganzheitlichkeit im Zeitalter der Fragmentierung. Das ganze Leben vor Gott und vor den Menschen ist da zu finden. Familie und Ehe, Erziehung und Beruf, Denken und Fühlen, Bibel und Zeitung, Natur und Kultur, Lesen und Schreiben, alles bekommt seinen Platz und Wert im Leben vor dem lebendigen Gott. Diese Zusammenführung aller Lebensbereiche spürt man den Beiträgen immer wieder ab. Deshalb fällt es mir auch sehr schwer, den einen Beitrag zu finden, der mir ganz besonders hilfreich oder wichtig zu sein scheint. Ich habe lange überlegt und schließlich einen ausgewählt, der für viele weitere Beiträge steht: Rückblick 2014: Einsichten für das Familienleben. In sieben kurzen, prägnanten Abschnitten finden sich bereits die Fundamente einer wohl durchdachten, ganzheitlichen und praxisnahen Theologie des Familienlebens. Einmal mehr ein Beitrag, der unserer Zeit des vielfach zertrennten Lebens viel zu sagen hat.

Diese Ganzheitlichkeit, nach der sich viele Menschen in der Fragmentiertheit ihres Lebens sehnen, nennt sich auch Authentizität. Sie ist die Übereinstimmung von Fühlen, Denken, Wollen, Reden und Handeln, und zwar nicht an einem Ort so und an einem anderen Ort wieder ganz anders. Es ist diese Ganzheitlichkeit, die auch einem Francis Schaeffer viele Menschenherzen geöffnet hat. Sie sahen: Das ist einer, der versucht zu leben, was er sagt und fanden so Vertrauen in ihn. Zugleich nahm er sie in ihren Fragen, Zweifeln und Ängsten ernst. Er gab keine vorschnellen Antworten, sondern machte sich mit den Leuten zusammen auf die Suche nach ihnen.

Auf der Suche nach dieser Authentizität sind auch heute viele Menschen. Sie sehen sich mit sich vielen so vielen einander widerstrebenden Ansprüchen konfrontiert, dass sie gar nicht mehr wissen, wer sie eigentlich selbst sind. Schaeffer  schreibt: „Diejenigen von uns, die Kinder Gottes sind, müssen sich der Bedeutung der modernen Abkehr vom Glauben bewusst werden. Wir müssen andere drängen, nichts damit zu tun zu haben. Aber zur gleichen Zeit müssen wir die liebende, wahre Braut des göttlichen Bräutigams in Realität und Praxis sein, jeden Tag, inmitten des geistlichen Ehebruchs unserer Zeit. Unsere erste Berufung ist die Treue zum Bräutigam, aber das ist nicht alles. Wir sollen nicht nur die treue, sondern die liebende Braut sein.“ (Schaeffer, Francis, Die Kirche Jesu Christi – Auftrag und Irrweg, S. 49 – 50) So ist unser ganzes Leben gefordert, ein einziger, ganzheitlicher, heiliger, Gott wohlgefälliger Gottesdienst zu sein. Möge Dein Blog, lieber Hanniel, noch viele weitere Jahre dazu dienen, dass Menschen auf alle möglichen Arten zu einem solchen Leben der Ganzheitlichkeit finden mögen!

Jonas Erne, Bj. 1985, glücklich verheiratet, lic. theol., Pfingstprediger, Blogger, Leser.

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