Buben in die Selbständigkeit begleiten (29): Feste feiern

Gemeinsames Fest, gemeinsame Wegstrecke

Seit der Lektüre von Douglas Wilsons Buch „Future Men“ ist mir bewusst, dass es insbesondere für Jungs wichtig ist, dass sie Raum erhalten, um Dinge zu entwickeln und Sorge dafür zu übernehmen (siehe „Fünf Leitfragen zur Erziehung von Jungs“). In der Vorbereitung für das Fest zu meinem runden Geburtstag gab mir – wie so oft – meine Frau einen entscheidenden Hinweis. Sie meinte: „Beziehe die ganze Familie in die Vorbereitung des Festes ein. Es soll ein gemeinsamer Anlass werden.“ Dem konnte ich nur zustimmen. Wie schön ist es, sich als Familie gemeinsam auf einen Anlass zu freuen, Hand in Hand zusammen zu arbeiten, die Durchführung zu gestalten und nachher Rückblick zu halten.

Den Anlass planen

Rahmen festlegen: Wo wollen wir das Fest durchführen? Wie lange soll es dauern? Was sind unverzichtbare Inhalte des Festes? Wer soll kommen? Diese Überlegungen teilte ich mit meiner Frau und dann in der Familie. Wir beteten darüber.

Ideen notieren: Meine Frau setzte sich in einem inspirierenden Moment mit den Buben hin und überlegte sich, was zu einem schönen Fest gehört. Daraus entstanden einige Planungsskizzen mit Verpflegungsideen. Einige Dinge wurden wieder über den Haufen geworden, andere hatten Bestand.

Dekoration einkaufen: Immer dann, wenn wir etwas in einem Geschäft sahen, das uns gefiel und zu unseren Ideen passte, schlugen wir zu. Einer der ersten „Beutezüge“ führte uns in eine Papeterie. Neben farbigem Plastikgeschirr und Tischunterlagen deckten wir uns mit Stiften, Kerzen und DEM Gadget des Festes ein: Knallfarbenen Quallen aus Plastik, die beim Aufprall zu blinken beginnen. Sie erfreuten nicht nur die Kinderherzen.

Wo benötigen wir Hilfe? Manches konnte meine Frau abdecken, anderes übernahmen meine Söhne. Wir überlegten uns, wer uns bei den Dingen unterstützen konnte, die unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten überstiegen.

Durch diesen aktiven Einbezug zwei Monate vor dem Fest waren die Buben von Anfang Teil des Festes. Mein Vierter seufzte oft: „Es dauert soo lange, bis das Fest da ist!“ Ich habe noch nie eine solch lange Vorbereitungszeit erlebt, die wir freudig als Familie durchlebten.

Hand in Hand zusammenarbeiten und Neues dazulernen

Eine besondere Freude war es für mich zu sehen, wie die Buben in der Vorbereitung Dinge dazulernten. Sie schleppten Bücher über Tischdekoration an. Sie schauten sich auf Youtube Videos über das Anrichten von Käse- und Fleischplatten an. Beim Metzger unterhielten sie sich über die Lagerung von Pouletfleisch. Sie verglichen Preise und fragten nach, woher das Fleisch stammte.

Erst dachten wir, es sei praktischer, alles aufs Mal mit dem Auto hinzufahren. Doch dann entschieden wir uns, während einer Woche gemächlich Stück um Stück an den Veranstaltungsort zu bringen. Ich erlebte dies als Teil der Vorbereitung und der Einstimmung auf das Kommende.

Einzelne Bestandteile bereiteten meine Söhne selbständig vor, wie etwa Brot und Fruchtkuchen zu backen, die Tische zu decken oder Dinge einzukaufen. Das war eine echte Entlastung.

(Den grössten Teil der Vorbereitung bekam ich natürlich nicht mit. Meine Buben schrieben ein Theaterstück. Es entstand ein handgeschriebenes Regiebuch. Sie fragten Freunde um Hilfe an und beschafften sich eine Lichtanlage und Nebelmaschine. Sie schnitten Filmmusik und probten das Stück ein, das sie am Fest aufführten.)

Durchführung gestalten

Früh am Morgen standen die Söhne eingekleidet und frisch gemacht vor mir. Natürlich war die Aufregung so gross, dass sie schlecht geschlafen hatten und schon am Morgen müde waren. Sie freuten sich über jeden Gast, der eintraf. Sie genossen die Dekoration, das Essen, die geistlichen Impulse – und natürlich ihre eigene Darbietung.

Rückblick halten

Nach dem Fest ging das Fest weiter. Es ist zur Familiengewohnheit geworden, dass wir uns in den Stunden danach und am nächsten Tag in Ruhe hinsetzen, Resten schmausen und uns über das Fest unterhalten. Am Tisch fragte ich alle: Was hat euch besonders gut gefallen? Mit meiner Frau diskutierte ich, was wir beibehalten und was wir für ein nächstes Mal anders machen sollten. Zum Rückblick gehört auch die schriftliche Verarbeitung: Die Jungs schreiben einen Aufsatz über den Anlass. Mein Zweiter meinte: "Das war das schönste Fest, das wir je hatten."

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