Wie finde ich gute Literatur für meine Kinder?

Ein Vater hat mich gefragt, ob ich ihm Literatur für seine Kinder empfehlen könne. Es gibt verschiedene Ansätze, um an die Beantwortung dieser Frage heranzugehen. Wesentlich beeinflusst wird die Auswahl davon, ob a) das Kind ein Junge oder ein Mädchen ist und b) gern oder weniger gern liest und c) das Buch selbst gelesen oder vorgelesen wird.

Ich nehme es vorweg: Es gehört zu den Aufgaben der Väter, ihre Kinder im selbständigen Lesen der Bibel anzuleiten. Sehen deine Kinder an deinem eigenen Leben, dass du die Bibel liebst? Erzählst du von deinem eigenen Studium? Lesen sie die Bibel auch als Literatur?

Eine wichtige Aufgabe der Eltern ist – neben der Hilfe bei der Auswahl – die bewusste Reflexion von Literatur aus weltanschaulicher Sicht. Die meisten Bücher haben einen interessanten Handlungsverlauf. Wenn ein Kind bzw. Jugendlicher lernt, diesen zu erkennen und mit der biblischen Heilsgeschichte zu vergleichen, tun sich Türen auf!

1. Fantasyromane mit Verstand lesen

Bringe in Erfahrung, was die Kollegen der Kinder lesen. Im Jugendalter sind dies meistens aktuelle Thriller, Fantasy-Bücher oder Liebesromane. Gerade bei letzteren ist Vorsicht geboten. Zu schnell führt dies in pornografische Abgründe, wenn die eigenen Begierden genährt werden. Stefan Bachmann, ehemaliger Homeschooler, hat in jüngster Zeit einige Fantasy-Bücher herausgebracht. In Indien hatten die Guptara-Zwillinge mit ihren Werken grossen Erfolg. Von beiden Autoren sind Werke in die deutsche Sprache übersetzt worden.

2. Detektivgeschichten geniessen

Ich bin selber ein Fan der Detektivgeschichten von G. K. Chesterton. Es gibt zahlreiche alte, bekannte Detektivgeschichten. Diese ziehe ich den zeitgenössischen vor, weil sie oft eine noch stärker geprägte christliche Ethik beinhalten. Lass dir die Handlungsverläufe nacherzählen! Damit tun sich so manche spannenden Gespräche über Schuld und Sühne, Mut und Versagen, gute und schlechte Gewohnheiten auf.

3. Historische Sachbücher studieren

Es gibt eine Unzahl historischer Romane. Der angehende Germanist und Historiker Alex Fröhlich hat festgehalten, was in einem historischen Roman des Mittelalters nicht fehlen darf. Ich empfehle hier, sich eher an Sachbücher zu halten. Das können biografische Werke, aber auch Bildbände sein. Aus dem 19. und 20. Jahrhundert gibt es eine Menge an spannenden Bildbänden (über Epochen, Länder, Kriege). Zudem gibt es epochemachende Bücher, z. B. zum Thema Indianer.

4. Den Wert von Biografien entdecken

Kaum etwas kann den Wert von Biografien toppen. Natürlich gibt es Übertreibungen und schönfärberische Geschichten. In der eigenen Blogserie „Aus der Bibliothek“ habe ich auch einige hiesige Autoren portraitiert. Der CLV hat wiederum eine grosse Auswahl an christlichen Biografien, auch in der Form von Hörbüchern.

5. Christliche Erzählungen nicht aus dem Blick verlieren

Es gibt viele christliche Autoren wie Patricia St. John (CLV vieler ihrer Werke aufgelegt), Eckart zur Nieden, Margarete Lenk, Auch Serien wie „Der Weg nach Luv“ haben viele alte Geschichten zusammen getragen.

6. An Klassiker heranführen

Es gibt verschiedene Listen für Klassiker. Der Dressler-Verlag hat beispielsweise 15 dieser Werke neu aufgelegt. Der anaconda-Verlag führt unter „Klassiker“ 158 Titel zu vorteilhaften Preisen (bis 10 Euro).  

7. SJW-Hefte sammeln

Vor allem die älteren SJW-Hefte enthalten spannende Kurzgeschichten. Bei den neueren Jahrgängen ist die Ethik zu reflektieren.

8. Eigene Geschichten und Erlebnisse erzählen

Auch ältere Kinder hören gerne zu, wenn Väter Geschichten vom Tag und natürlich auch erfundene (Fortsetzungs-)Geschichten erzählen. Das sind wunderbare Gelegenheiten, als Familie etwas zusammen zu erleben.

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