Input: Gottes Wille

Richard A. Muller in seinen Ausführungen zum Willen Gottes in der protestantischen Orthodoxie:

Notwendige Unterscheidungen

  • Die biblischen Referenzen zum Willen Gottes sind so breit gestreut, dass Unterscheidungen unumgänglich werden. (Petrus Lombardus)
  • Die Unterscheidung wird bezüglich den unterschiedlichen Objekten seines Willens getroffen.

Das Ziel

Es gibt in Gott nur einen singulären Willen: Durch ihn selbst alle Dinge zu seiner Herrlichkeit führen. Es geht erst in zweiter Linie um seine Geschöpfe.

Keine Kausalität

Es gibt keinen Grund für Gottes Willen, denn er selbst ist ohne Grund.

Scheinbare Veränderungen

Scheinbare Veränderung seines Willens betrifft ebenfalls Objekte, nie aber seinen unveränderlich feststehenden Willen.

Keine Abhängigkeit

Sein Wille wird unabhängig von äusseren Umständen realisiert. Sein Wille ist immer von einem vorhergehenden Entscheid und nicht von äusserer Notwendigkeit gesteuert.

Primär- und Sekundärursachen

Gottes Wille geschieht direkt durch ihn und durch seine Geschöpfe.

Erkennbarkeit von Gottes Willen

Es ist grundsätzlich zwischen seinem geheimen Willen der Vorsehung und seinem Gebot zum Gehorsam zu unterscheiden.

Wir mögen danach suchen, warum Gott etwas (nicht) will, doch wir können gewiss sein, dass er seine Gründe dafür hat.

Zwei Arten von Gottes Wille

Erstens besteht sein vollkommener, unveränderbarer, ewig währender Wille, der in ihm, das heisst seinem Wesen, besteht. Zweitens bestehen seine Anordnungen, Verbote, Absichten, Erlaubnisse und Werke.

Gott lässt in gewisser Weise das Böse gewähren. Doch es muss eine Unterscheidung zu anderer seiner Taten bestehen.

Wir sollen nicht in den geheimen Willen Gottes einzudringen versuchen, sondern uns vielmehr fürchten, gegenüber seinen offenbarten Willen zu sündigen.

Unmöglich

Unerfüllter Wille oder gescheiterte Pläne sind undenkbar bei Gott.

Da Gottes Wille frei und nie an temporäre Dinge gebunden ist, kann dem Gläubigen nie etwas widerfahren, das nicht dem souveränen Willen seines Wohlgefallens entsprechen würde. Was für ein Trost!

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