Interview: 3. Josia-Konferenz „Mehr als lose Sprüche“

Letztes Wochenende fast die 3. Josia-Konferenz unter dem Titel "Mehr als lose Sprüche" in Gummersbach statt. Ich habe Jochen Klautke, Mitglied des Leitungskreises, einige Fragen gestellt.

Du bist zurück von der Josia-Konferenz letztes Wochenende. Dein Eindruck?

Es war eine sehr gesegnete Zeit und ich bin einfach nur dankbar. Sehr gute Vorträge, sehr gute Gemeinschaft, über 300 Teilnehmer.

Was war das Highlight?

Daniel Knoll  hat die Sprüche hervorragend ausgelegt: Jugendgemäß ohne sich anzubiedern, sehr ‚straight‘ ohne moralisierend zu sein, und ganz klar auf Christus ausgerichtet, ohne einfach ‚nur‘ zu sagen, dass Christus unsere Weisheit ist.

Wer hat teilgenommen?

Etwa die Hälfte der Teilnehmer waren junge Christen aus russlanddeutschen Gemeinden, die in der Gegend um Gummersbach sehr stark vertreten sind. Generell kamen die meisten aus dem "Halbmond" zwischen Osnabrück im Norden über das Ruhrgebiet bis runter nach Gießen. Es waren sogar auch ein paar Schweizer da.

Gab es auch persönliche Gespräche?

Ja. Viele haben hinter ihre Kulissen blicken lassen.

Was heisst dies für die nächsten Monate für Josia?

Wir hatten ein Treffen mit den Jugendleitern. Wir wollen sie vermehrt in den Freundeskreis aufnehmen und so ganze Jugendgruppen schulen. Für nächsten Sommer planen wir evtl. einen Schulungstag für Jugendleiter. Und dann geht es im Januar schon an die Planungen für nächstes Jahr.

Was ist der Unterschied von heute zum Start von Josia?

Am Anfang hatten wir im Prinzip nichts, bis auf den Traum so etwas wie Evangelium21 für junge Leute zu machen, daraus resultierend ein Glaubensbekenntnis und ca. 20 Sympathisanten. Es dauerte ca. ein Jahr (das gesamte Jahr 2012), bis wir einen Leitungskreis aus fünf Leuten zusammengestellt hatten, der an einem Strang zog. Anfang 2013 setzten wir uns zusammen, um dem Blog eine Struktur zu geben und die erste Konferenz zu planen. Während der Blog von Anfang an recht strukturiert lief, hatten wir anfangs keinen blassen Schimmer, wie man eine Jugendkonferenz organisiert. 

Dass das alles im Herbst 2013 bei der ersten Konferenz so gut lief, ist ein großes Geschenk gewesen. Seitdem versuchen wir die Arbeit stetig zu verbessern und aus den Dingen zu lernen, die bei den Konferenzen verbesserungswürdig erscheinen. Vor allem die Einrichtung von einigen fast selbstständigen Arbeitsgruppen mit eigenen Aufgabenbereichen (Essen, Müllentsorgung, Technik, Musik) hat sich in den letzten beiden Jahren bewährt.

Wo siehst du die Herauforderung für die nächste Zeit?

Bei allem notwendigen logistischen Arbeiten stehen wir auch immer wieder vor der Herausforderung, das Wesentliche nicht aus dem Blick zu verlieren und möglichst viele Leute immer wieder neu zu motivieren, auch dann mit dem gleichen Eifer weiterzumachen, wenn die Anfangseuphorie verflogen ist.

Du bist von Anfang an dabei. Wo stehst du heute persönlich?

Nach fast vier Jahren Josia kann ich sagen, dass es viel mehr Arbeit ist, als ich je gedacht hätte. Aber wenn man auf einer Konferenz am späten Abend nach einem Tag voller Vorträge und Seminare durch den Veranstaltungssaal geht und Gruppen von Jugendlichen sieht, die gemeinsam eine theologische Frage besprechen; wenn man einige Meter daneben einen Jungen sieht, der so begeistert von seinem gerade gekauften Buch ist, dass er es mit Lineal und Bleistift unterstreicht; wenn man außerdem an viele Tischen Gruppen zusammen spielen und lachen sieht, die sich gerade erst kennen gelernt haben: Dann weiß man, dass es durch Gottes Gnade gelungen ist, die Freude am Evangelium (neu) zu wecken. Das ist etwas wunderbar Schönes.

Wie könnte es in fünf Jahren aussehen?

Das ist eine gute Frage. Wir fünf Leitungskreis-Mitglieder haben außergewöhnliche Freundschaften geschlossen und ziehen an einem Strang. So sehr wir das genießen, machen wir uns natürlich Gedanken, wer uns eventuell einmal in der Leitung nachfolgen kann. Für die nächsten Jahre erhoffen wir uns, noch mehr junge Menschen zu motivieren, regelmäßig unseren Blog zu lesen, zur Konferenz zu kommen und sich auch in der Mitarbeit einzubringen. Wie erwähnt, haben wir angedacht (ich sage das sehr vorsichtig) damit zu beginnen, Schulungen für Jugendleiter durchzuführen. Und wir beten um Treue, dass wir nicht irgendwann die Motivation verlieren, sondern als gesamtes Josia-Team (Leitungskreis plus Mitarbeiter aus dem Freundeskreis) – von Dankbarkeit für das Evangelium erfüllt – die Freude an dieser Arbeit behalten.