Evangelium21-Konferenz: Nehmen wir Gott (wieder) beim Wort!

Im Mai 2011 schrieb ich auf diesem Blog: Freude herrscht! Das reformatorische Netzwerk Evangelium21 war gegründet worden. Im Vorwort der theologischen Grundlage "Die Gute Nachricht für das ganze Leben" ist zu lesen:

Einige Entwicklungen innerhalb der evangelikalen Bewegung, die das geistliche Leben der Gemeinde schwächen, führen uns weg von der Mitte des Evangeliums. So beunruhigen uns der eingezogene Pragmatismus, die Vergötterung der persönlichen Bedürfnisse sowie die häufig vorherrschende Konsumhaltung und Unverbindlichkeit. Darüber hinaus macht uns die sehr weit gehende Akzeptanz eines theologischen und moralischen Relativismus und der daraus folgenden Anpassung an den Zeitgeist betroffen. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass sowohl der Gehorsam den biblischen Wahrheiten gegenüber, als auch die Heiligung unseres Lebens vernachlässigt wurden, die uns doch von Christus aufgetragen sind. Die Auswirkungen dieser Einflüsse auf die Gemeinde sind offensichtlich.

Gegründet auf den von den Reformatoren wiederentdeckten Wahrheiten – Gnade allein, Glaube allein, die Schrift allein, Christus allein, und zu Gottes Ehre allein – wollen wir Impulse setzen, durch die Gemeinden gestärkt und neu belebt werden. Allein das biblische Evangelium bewirkt, dass Christen von einer echten Hoffnung und überwältigenden Freude an Gott erfüllt sind, und diese auch ausstrahlen.

2012 und 2014 hatte ich bisher selbst die Gelegenheit, an Konferenzen teilzunehmen. Ich habe über sämtliche Vorträge gebloggt (Live-Blog 2012 & 2014). Hier habe ich festgehalten, weshalb diese Treffen mehr als Gefühlshöhepunkte waren. Ich war tief berührt davon, dass ich viele junge Männer mit Hunger nach Gottes Wort antraf; dass die Auslegung von Gottes Wort im Mittelpunkt stand; dass Gott-zentrierte Lieder gesungen wurden und auch die Männer kräftig mitsangen. Zu manchen Teilnehmern sind in den letzten Jahren Freundschaften entstanden, insbesondere zum Schwester-Netzwerk Josia – Truth for Youth. Blog und Ressourcenbibliothek von Evangelium21 werden aktiv gepflegt.

Im Zusammenhang mit den Kontroversen innerhalb der deutschen Evangelischen Allianz habe ich darauf hingewiesen, dass das Netzwerk diese Themen bereits seit einigen Jahren aufgreift und Stellung nimmt. Das diesjährige Thema "Gott beim Wort nehmen" ist hochaktuell. Zum gleichnamigen Buch des Hauptredners Kevin DeYoung habe ich hier eine kurze Rezension geschrieben. Die Pressemeldungen zur Konferenz die Zentralität von Gottes Wort hervor.

Christen sollen der Autorität der Heiligen Schrift ganz vertrauen. Dazu hat der Hauptredner der diesjährigen Evangelium21-Konferenz, Kevin DeYoung (Michigan, USA), zu Beginn der Veranstaltung rund 600 Christen in Hamburg aufgerufen. Er beobachte mit Sorge, dass für viele Evangelikale die eigene religiöse Erfahrungen eine größere Bedeutung bekomme als Gottes in der Bibel offenbartes Wort. Diese Einstellung entspreche nicht dem Zeugnis der Heiligen Schrift, die für sich selbst – unter anderem in 2. Petrus 1,16-21 – beanspruche, Gottes wahres, unfehlbares und völlig vertrauenswürdiges Wort zu sein.

Zum reformatorischen Erbe gehöre das feste Vertrauen auf die objektive Wahrheit der Schrift, betonte Kevin DeYoung. „Sola Scripura – die Schrift allein –, das heißt: die Bibel hat das letzte Wort – egal was unsere Kultur sagt, egal was Wissenschaftler meinen und egal was Dir Deine eigene Erfahrung glauben machen will“, sagte der Pastor und mehrfache Buchautor. Die völlige Unterordnung unter die Autorität der Heiligen Schrift gebe eine Glaubensgewissheit, die auch im Sterben tragfähig sei. (Pressemeldung zur Eröffnung)

Auch Stephen Nichols von Ligonier betonte:

Wenn wir die Bibel nicht als Gottes Wort predigen, dann können wir in unseren Gottesdiensten und Bibelstunden nur das Weltgeschehen kommentieren, Lebensratgeber sein und unserer eigene Meinung verkündigen. Aber die Kraft des Evangeliums von Jesus Christus geht uns verloren.

Ron Kubsch, Generalsekretär von E21, sprach von geistlichem Bankrott:

Auch der Generalsekretär des Netzwerks Evangelium21, Ron Kubsch, sprach sich für die Klarheit der Bibel aus. Er beobachte mit Sorge, dass es unter Christen besonders in ethischen Fragen immer populärer werde, den Wahrheitspluralismus für gut zu heißen und unangenehmen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. „Ich empfinde es als intellektuellen Bankrott, sich ausschließende Interpretationen gleichwertig nebeneinander stehen zu lassen“, sagte Kubsch im Rahmen einer Podiumsdiskussion.

Ich bin sehr froh um diese prophetischen Stimmen und bete weiter für eine Erweckung im deutschsprachigen Raum – so Gott will durch Männer, die sein Wort in ihren Familien und Gemeinden lesen und leben (siehe mein Gebet).

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