Input: Was heisst „Gott segne dich?“

Mario Tafferner hat sich gefragt, was hinter dem "Zauberwort" des Segens liegt. Es ist mehr als ein therapeutisches Zureden.

Mir kommt bei all den Segenswünschen und Karten allerdings oftmals die Frage auf, was Christen nun eigentlich denken, wenn sie einander Gottes Segen wünschen und zusprechen. In bestimmten christlichen Buchhandlungen findet man mittlerweile ja auch Steine mit der Aufschrift „Gott begleite dich in diesem Stein“. Im schlimmsten Fall ist der Segen in einigen Mündern daher zum Talisman oder zur reinen Floskel verkommen. Dann wäre er eine Art ernst gemeintes, in religiöse Sprache verpacktes gutes therapeutisches Zureden. Vielleicht ist der Segen auch in einigen Buchläden im Sog des Kitsches ertrunken und dabei einen sattgrünen (oder auch wahlweise mit hebräischen Buchstaben verzierten) Tod gestorben. Wenn ich aber ehrlich mit mir selbst bin, war ich auch der mehr oder minder psychologisch-magischen Vorstellung vom Segen verfallen. Diese Vorstellung war psychologisch, weil der ausgesprochene Segenswunsch bei mir regelmäßig ein schönes „alles-wird-schon-irgendwie-gut“ Gefühl verursachte. Die magische Komponente kam dann noch hinzu, als der Segen (zumindest in meinen Gedanken) dann schon zu wirken schien, wenn man ihn einfach aussprach. Als ob Gott sich hier einem von mir diktiertem „wenn…dann“ Zusammenhang hingeben müsste: „Wenn ich meinem Freund Gottes Segen zuspreche, dann macht Gott schon irgendwie was.“

Guter Beitrag auf Josiablog.de.