Systematische Theologie für die Familienandacht (2): Gottes Offenbarung durch die Bibel

Und die Tafeln waren das Werk Gottes, und die Schrift war die Schrift Gottes, eingegraben in die Tafeln. (2. Mose 32,16)

Woher wissen wir, was wir wissen? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Philosophen seit der Antike. Die unmittelbare Quelle für unsere Wahrnehmung sind wir selbst mit unserem Geist und unserem Körper. Es gibt keine andere Schnittstelle zur Aussenwelt als unsere eigene Wahrnehmung.

Wir sind uns gewöhnt, dass wir unserer Wahrnehmung trauen können. Wenn wir jedoch einige Gedanken darüber anstellen, ist das nicht selbstverständlich. Die wenigsten Dinge haben wir selbst überprüft. Wir übernehmen sie, weil sie uns andere Menschen gesagt haben. Das heisst, wir sind nicht nur von unserer Wahrnehmung abhängig, sondern noch viel mehr von den Informationen und Urteilen anderer Menschen.

Als Christen gehen wir davon aus, dass wir nicht nur uns selbst, andere Menschen und unsere Umgebung wahrnehmen, sondern dass wir auch etwas über den erfahren können, der uns gemacht hat. Es ist der dreieinige Gott. Darüber werden wir später nachdenken.

Der Sinn dieser Welt liegt also ausserhalb von uns selbst. Wir erfinden diesen Sinn nicht, wir finden ihn als gegeben vor. Wir akzeptieren die Tatsache, dass wir geschaffen sind und dass uns Leben geschenkt worden ist. Wir haben uns nicht selbst geplant und realisiert.

Woher können wir jedoch etwas über den in Erfahrung bringen, der uns gemacht hat? Unsere eigene Wahrnehmung reicht dafür nicht aus. Wir sind auf Informationen von ausserhalb angewiesen.

Der dreieinige Gott hat uns diese Informationen in schriftlicher Form zukommen lassen. Er bezeugt, dass er selbst in der Bibel spricht und uns all das wissen lässt, was ihn und unsere Beziehung zu ihm betrifft. Die meisten Menschen sind diesbezüglich sehr skeptisch. Hat sich dieser Gott wirklich in einem Buch kundgetan?

Vielleicht hilft dieser Vergleich: Wenn schon wir Menschen als Geschöpfe Bücher schreiben und unsere Gedanken der Nachwelt erhalten können, warum sollte dies dem, der uns geschaffen hat, nicht möglich sein? Vor 3500 Jahren gab er Mose die Gesetzestafeln mit, die er selbst geschrieben hatte.

Wir halten also fest: Unser Glaube beruht auf Informationen von Gott. Die Theologen nennen dies Offenbarung. Der dreieinige Gott hat sich uns in der Form und in dem Ausmass gezeigt, wie er es für richtig hielt.

Der christliche Glaube ist darum ein Offenbarungsglaube. Die Bibel spielt darum eine Schlüsselrolle in der Frage, wie wir zu einer angemessen Sicht über Gott und damit auch uns selbst kommen.

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