Systematische Theologie für die Familienandacht (10): Gottes Name

Gott sprach zu Mose: »Ich bin, der ich bin!« Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: »Ich bin«, der hat mich zu euch gesandt. Und weiter sprach Gott zu Mose: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: Der Herr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist mein Name ewiglich, ja, das ist der Name, mit dem ihr an mich gedenken sollt von Geschlecht zu Geschlecht. (2. Mose 3,14-15)

Manchmal frage ich frisch gebackene Eltern, weshalb sie ihrem Kind gerade diesen Namen gegeben haben. Erstaunt antworten sie: „Wegen dem schönen Klang.“ „Der Name gefiel uns einfach.“ Es geht also mehr um eine persönliche Vorliebe und um die Klangästhetik. In biblischen Zeiten war das komplett anders. Namen gaben darüber Auskunft, was eine Person ausmachte. Im Alten Testament wird Gott dafür gepriesen, dass er seinem Volk seinen Namen kundgetan hatte (z. B. Ps 8,2 „wie herrlich ist dein Name…“).

Als Gott sich Mose in der Wüste am Dornbusch offenbarte, fragte Mose, mit welchem Namen er ihn dem Volk Israel vorstellen sollte. Gott beginnt damit, dass er derjenige ist, der sich den Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob in einem Bund verpflichtet hatte (1. Mose 17,1-14). Dieser antwortete: „Ich bin, der ich bin“ oder „Ich werde sein, der ich sein werde“, kurz „Ich bin“, Jahwe. Dieser Name verkündigt seine ewige, selbst erhaltende, selbst bestimmende, souveräne Realität. Das sichtbare Zeichen dafür war der brennende Busch, der nicht verbrannte. Er würde immer der lebendige, mächtige, uneingeschränkt Regierende sein.

Später in der Wüste fragte Mose nochmals an, ob er Gottes Herrlichkeit sehen dürfte. Gott antwortete mit der doppelten Beschreibung seines moralischen Charakters. Er stellte sich als der liebend-heilige Gott vor, vorab mit der Doppelnennung Jahwes. „Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue; der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft läßt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied!“ (2. Mose 34,6-7) Dieser Name wird an anderen Stellen in der Geschichte Israels wieder aufgegriffen (Neh 9,17; Ps 86,16; Joel 2,13; Joh 4,2).

Etwas später fügte Gott hinzu, dass sein Name „der Eifersüchtige“ sei (2. Mose 34,14). Das drückt er auch im zweiten Gebot am Sinai aus, ebenfalls in Verbindung mit seinem Charakter als heilig-liebender Gott: „Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.“ (2. Mose 20,5-6) Gott hatte sich seinem Volk in einem Bund verpflichtet. Sein Anspruch war vollständige Loyalität. Sein Volk sollte nur ihn ehren und ihm exklusiv dienen.

Im Neuen Testament offenbarte sich Gott durch Jesus, den Mensch gewordenen Sohn. „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen.“ (Joh 14,9) Das Gebet, das Jesus seine Jünger lehrte, beginnt mit den Worten: „Geheiligt werde dein Name.“ (Mt 6,9) Jesus selbst stellte sich übrigens als der „Ich bin“ vor. An sieben Stellen wird dies von Johannes erwähnt (Brot des Lebens, 6,35; Licht der Welt, 8,12; Tür der Schafe, 10,7; der gute Hirte, 10,11; die Auferstehung und das Leben, 11,25; der Weg, die Wahrheit und das Leben, 14,6; der wahre Weinstock, 15,5).

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