Systematische Theologie für die Familienandacht (11): Gott existiert aus sich selbst

Ehe die Berge wurden und du die Erde und den Erdkreis hervorbrachtest, ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott! Psalm 90,2

Kommt, laßt uns dem Herrn zujubeln und jauchzen dem Fels unsres Heils! Laßt uns ihm begegnen mit Lobgesang und mit Psalmen ihm zujauchzen! Denn der Herr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Gipfel der Berge gehören ihm. Sein ist das Meer, denn er hat es gemacht, und seine Hände haben das Festland bereitet. Kommt, laßt uns anbeten und uns beugen, laßt uns niederfallen vor dem Herrn, unserem Schöpfer! 7 Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. Psalm 95,1-7

Manchmal wird gefragt: „Wer hat denn Gott geschaffen?“ Die Antwort darauf lautet: Gott hat niemand geschaffen, er war schon immer. Er steht ausserhalb der Zeit. Dies können wir – wie manches andere auch – mit dem Verstand nur sehr begrenzt nachvollziehen. Weshalb? Weil wir als Geschöpfe von Anfang an in einem abhängigen Zustand geschaffen worden sind. Wir haben uns nicht selbst auf die Welt gestellt. Wir haben auch unser Ende nicht in unserer Hand. Wir altern schnell, unsere Tage und Jahre fliegen vorbei. Die Bibel vergleicht unser Leben mit dem einer Blume: Rasch verblüht. Unser Schöpfer verändert sich jedoch nie. In dieser Beziehung gibt es einen unendlich weiten Abstand zwischen ihm und uns.

Gottes Existenz aus sich selbst ist eine wichtige Grundwahrheit. Paulus erklärte den philosophisch interessierten Bürgern von Athen, dass der Schöpfer nicht mit menschlichen Händen geschaffen worden ist. Ebenso wenig braucht er die Menschen, sondern gibt umgekehrt allem Lebenden den Atem (Apg 17,23-25). Das steht im Gegensatz zu vielen Kulten, die davon ausgehen, dass Gott mit Opfern besänftigt werden muss. Die Theologen brauchen für diese Selbstexistenz von Gott das Wort „Aseität“. Vom Wesen Gottes ist alles auszuschließen, was nicht sein Sein selbst ist. Gott ist die Fülle des Seins, in ihm gibt es, anders als bei uns, keine Seinsunvollkommenheit. Gott braucht nichts (Ps 90,1-4; 102,25-27; Jes 40,28-31; Joh 5,26; Offb 4,10).

Wir Menschen stehen ständig in Gefahr, unsere eigenen Voraussetzungen auf Gott zu übertragen und von unserer Endlichkeit auf seine Unendlichkeit zu schliessen. Das kommt nicht gut heraus. Es ist Sünde, weil wir uns dann einen Gott nach unserem Bild bauen. Das zweite Gebot untersagt dies ausdrücklich. Vor allem denken wir dann viel zu klein von Gott selbst. Es ist wichtig für unsere geistliche Gesundheit, Gott als selbst-existenten Schöpfer zu denken! Die Psalmen sind gefüllt von Beschreibungen über die Grösse Gottes. Darum ist es wichtig sie immer wieder zu lesen, zu beten und zu singen.

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