Zitat: Kraft der christlichen Lehre und Schönheit der Gemeinschaft

Die Kirche hat im Bereich der Lehre und des Lebens nur da ein Recht, das Gewissen anderer Menschen zu binden, wo sie ihr Urteil aus einer sauberen Auslegung der Heiligen Schrift abgeleitet hat. Wir müssen reden, wo die Schrift geredet hat, aber auch ihr Schweigen akzeptieren. …

Die Kirche wird in unserer Generation keine Bestand haben, sie wird keine Schlagkraft besitzen, wenn ihre innere Struktur nicht das rechte Gleichgewicht zwischen Form und Freiheit zeigt, wenn sie nicht die Kraft der christlichen Lehre aufweist und gleichzeitig eine Gemeinschaft hervorbrint, die Schönheit und Wahrheit deutlich macht.

… Hat die Kirche in unserer Generation eine Zukunft? Nur dann, wenn sie nicht nur im Bereich der Lehrordnung die Form der Schrift beweist, sondern auch im Bereich der Gemeinschaft.

… Die Kirche soll bestehen, bis Jesus wiederkommt. Aber es muss ein Gleichgewicht zwischen Form und Freiheit geben, sowohl im Bereich der Gemeindeordnung, als auch in der praktizierten Gemeinschaft innerhalb der Kirche. Und es muss Freiheit unter der Leitung des Heiligen Geistes geben, das zu verändern, was verändert werden muss, damit die Kirche an ihrem Ort und zu ihrer Zeit veränderten Situationen gerecht werden kann. Andernfalls, glaube ich, wird die Kirche nicht als lebendige Kirche weiterbestehen können. Dann werden wir verknöchern und Christus aus der Kirche ausschliessen. Dann werden seine Herrschaft und die Leitung des Heiliges Geistes leere Worte werden.

Francis Schaeffer. Kirche am Ende des 20. Jahrhunderts. Haus der Bibel/Brockhaus: Genf-Zürich-Basel/Wuppertal, 1972, 5. Kapitel

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