Standpunkt: 95 Thesen zur aktuellen Verfassung der evangelischen Kirche

Fünf Theologiestudenten adaptieren die 95 Thesen Luthers auf die aktuelle Situation der Evangelischen Kirche Deutschlands. Ich wage zu behaupten, dass ähnliches auch auf viele Freikirchen zutrifft. Beispielhaft These 86:

Warum verkauft die EKD, die heute geistlich ärmer erscheint als manche ihrer Geschwisterkirchen, ihre Glaubensgrundlagen für ein Linsengericht der weltlichen Anerkennung und des unchristlichen Ansehens und verrät damit die eigene Basis, indem sie die Ökumene der Weltreligionen verkündet?

idea.de berichtete über das mutige Unternehmen:

Die Kirche sei in ihrer Lehre oft nicht mehr eindeutig. Die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen werde nicht mehr gepredigt, die an den theologischen Fakultäten gelehrten Inhalte seien häufig säkularisiert. Der Sühnetod Jesu und die leibliche Auferstehung würden von manchen Dozenten geleugnet. Insgesamt gebe es die Tendenz, auf christliche Grundbotschaften zu verzichten. Über Themen wie Sünde und Schuld werde nur ungern gesprochen. Vor diesem Hintergrund sehen die Initiatoren ihre Thesen als einen Diskussionsbeitrag, „in dem wir nach bestem Wissen und Gewissen um die Wahrheit ringen‘.

Ein Leser fasst das Unterfangen mit diesen Worten zusammen:

Diese 95 Thesen sind ein eindeutiges Bekenntnis und eine scharfe Apologetik
gegen katholische als auch liberale Strömungen
gegen ein Wohlstandsevangelium
gegen Allversöhnung und Heilspluralismus
und gegen eine Anbiederung an die Gesellschaft.

Thematisch umfassen sie u. a. folgende Themen:
Erlösungsbedürftigkeit aller Menschen
Rettung allein durch den Sühnetod und die Auferstehung Jesu Christi und Vergebung aller Sünden für diejenigen, die Buße getan haben und sich zu Jesus Christus bekennen
Verantwortung der Hirten in der Lehre
Himmel und Hölle
Diakonie und Verkündigung gehören zusammen, keine von beiden machen die andere überflüssig
Verpflichtung zur Mission
Die Predigt muss zentral das Wort Gottes verkündigen und darf nicht andere Themen vorschieben.
Wenn schon Feier des Reformationsjubiläums mit Großaufwand, dann Verkündigung des biblischen Evangeliums mit dem hundertfachen Aufwand
Wer ein anderes Evangelium lehrt, bringt der Gemeinde den Tod, der sei verflucht.
Keine Anbiederung an die Gesellschaft, sondern mutiges biblisches Bekenntnis

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