Buchbesprechungen: Francis Schaeffer – 5 Anwendungen einer christlichen Weltsicht

Nach Fünf Einführungen zu Francis Schaeffer. und Fünf wichtige Bücher von Francis Schaeffer folgen hier fünf Besprechungen zu Büchern, in denen die christliche Weltsicht angewendet wird. Für die vollständige Besprechung einfach dem Link folgen.

Anwendungen der christlichen Weltsicht in den Bereichen der Kunst und der Umweltwethik:

Francis Schaeffer. Kunst und die Bibel.

Schaeffer entwickelt drei grundlegende Modelle:

a) Vier Beurteilungsmerkmale von Kunst, nämlich 1. technische Exzellenz, 2. Validität, verstanden als Treue zur eigenen Weltsicht (gegen Käuflichkeit oder öffentliche Akzeptanz), 3. intellektueller Inhalt, Vermittlung einer bestimmten Weltsicht, 4. Integration von Inhalt und Vehikel. Schaeffer streicht heraus, dass technische Brillanz auch dann anerkannt werden sollte, wenn z. B. die Weltsicht eine nicht-christliche ist.

b) Vier Arten von Menschen: Wiedergeboren / christliche Weltsicht, wiedergeboren / ohne (Verständnis für) die christliche Weltsicht, nicht wiedergeboren / auf den Grundlagen einer christlichen Weltsicht aufbauend, nicht wiedergeboren / nicht-christliche Weltsicht

c) Hauptthema und Nebenthema: Hauptthema ist die Sinnhaftigkeit und Zielgerichtetheit des Lebens, metaphysisch und moralisch begründet durch die Existenz Gottes; Nebenthema ist die Abnormalität durch die Rebellion des gefallenen Menschen. Wird das Hauptthema übergewichtet, entsteht eine lebensferne, kitschige christliche Romantik; rückt das Nebenthema zu stark in den Vordergrund, gelangen wir in die Nähe des modernen Pessimismus.

Francis Schaeffer. Das programmierte Ende.

Die Kirchen sollte eine Art Musteranlage für die Heilung des Verhältnisses zum Mitmenschen und zur Natur sein (60). "Eine der ersten Früchte der Gesundung ist ein neuer Sinn für Schönheit" (54). Rücksicht und die Zügelung der Habgier führt zu guten Resultaten für Mensch und Schöpfung, "weil unser Menschsein aufblüht" (66). Es ist bedauerlich, wenn Christen nur die Schlagworte ihrer säkularen Nachbarn wiederholen, anstatt die einzigartige christliche Umweltethik in den Vordergrund zu stellen!

Zwei Bücher für die christliche Kirche:

Francis Schaeffer. Die Kirche am Ende des 20. Jahrhunderts.

Das 1970 erschienene Buch setzt ich mit dem soziologischen Milieu auseinander, in dem sich die Kirche damals befand: Inmitten einer internationalen Studentenrevolte. Schaeffer knüpft an seine Trilogie an (wobei er auf das dritte, das 1972 erschien, auf S. 8 verweist). Was ist das Grundproblem des modernen Lebens? Wie kann die Kirche kraftvoll das Evangelium verkündigen, ohne sich an den Status quo zu klammern oder die von Gott gegeben Normen aufzugeben?

… „Ich glaube, dass die Kirche heute in wirklicher Gefahr schwebt, dass ihr harte Zeiten bevorstehen.“ (85) 45 Jahre später stimme ich seiner Einschätzung zu: Die Manipulationen werden zunehmen. Sie tragen das Etikett der Political Correctness. Das Dogma der Neuen Toleranz – dass es keine Toleranz für Menschen gibt, die an einer absoluten Wahrheit festhalten – wird durchgesetzt werden. Die Kirche sollte deshalb „anfangen, sich über die Fragen von morgen klar zu werden“!

Francis Schaeffer. Tod in der Stadt.

Der Klappentext fasst es treffend zusammen: Anhand des Propheten Jeremia, der Klagelieder und der ersten Kapitel des Römerbriefes begründet Schaeffer seine Kulturkritik aus biblischer Perspektive. Das nach-christliche 20. Jahrhundert hat ein biblisches Vorbild in der Generation Jeremias, die Gottes Wahrheit kannte und sich von ihr abwandte.

Gelebte existenzielle Jüngerschaft

Francis Schaeffer. Lane Dennis. Letters of Francis A. Schaeffer.

Der Mann, der in seinen 72 Lebensjahren 19‘000 Briefe hinterlassen hat; der eine unvergleichliche Fähigkeit besaß, jemanden zuzuhören und Wertschätzung zu schenken; der lieber 55 Minuten zuhörte, um dann 5 Minuten zu antworten; der lieber in Optionen als in Positionen dachte. Von diesem Mann nahm es mich Wunder, eine Auswahl seiner Briefe zu lesen. Der Verleger des Gesamtwerkes von Francis Schaeffer, der Crossway-Gründer Lane T. Dennis, besorgte diese Briefausgabe nach eine Vorselektion von 1300 Briefen.

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