E21-Liveblog: Luthers Theologie als Seelsorge

E21-Regionalkonferenz Süd; Thema: Luthers Theologie als Seelsorge; Redner: Ron Kubsch

Christozentrische Seelsorge

Die Gemeinde ist das von Gott berufene Organ der Seelsorge.

Die aktuelle Ausgangslage: „Man will nicht nur schnelle Beseitigung seiner Beschwerden und Störungen, sondern man will diese Störungen auch mühelos beseitigt haben.“

Christozentrische Seelsorge will Ratsuchenden dabei helfen, die Gemeinschaft mit Christus zu vertiefen und ein Leben zur Ehre Gottes zu führen.

Martin Luther: Seelsorge als Trost

Seelsorge war für Luther der Kern seiner Theologie selbst, denn Theologie hat etwas mit dem Trost für die Seele zu tun.

Seelsorge ist für Luther nicht menschliches Handeln, sondern Gottes Werk. Luthers Grundsatz lautet: „Wir sollen nichts ohne ihn, aber er will alles ohne uns und doch in uns tun.“

Luther tadelt das Selbstvertrauen oder den Glauben an sich selbst und setzt ganz auf die fremde Gerechtigkeit, die den Menschen selig macht. Er war fleißig darum bemüht, die Menschen aus ihrer Selbstverkrümmung herauszuführen.

„Luther liefert das menschliche Ich nicht an sich selbst aus. Vielmehr bindet er es. In der Bindung an Gott wird es paradoxerweise frei von sich selbst und damit fähig, Gott uns seinen Nächsten zu lieben.“ (R. Sons)

Luthers Seelsorge für die Spätmoderne

Ich habe den Eindruck, als habe heute der Zweifel an Attraktivität gewonnen. Authentischer Glaube brauche möglichst viele Zweifel. Menschen vertrauen dabei auf Gefühle; das einzige was sie nicht bezweifeln, sind ihre Gefühle.

Luther lenkt den Blick weg von den eigenen Gedanken und Gefühlen hin zu Gott. Da er weiß, dass die Wahrheit nicht im Menschen zu finden ist, verweist er die Ratlosen und Ratsuchenden nicht auf sich selbst, sondern fordert sie heraus, ihr abgründiges Herz von Gottes Wort durch- und erleuchten zu lassen.

Narzissmus ist eine Form der Selbstrechtfertigung. Wenn einem Menschen die Gewissheit fehlt, durch Glauben gerechtfertigt zu sein, ist er gezwungen, selbst Rechtfertigungsgründe zu schaffen.

Wir sind heute als Christen nicht nur „politisch korrekt“ geworden, sondern auch „weich“. Anstatt mit dem Schwert des Geistes zu fechten, geben wir nach und auf.

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