Input: Roman zur Medienethik

Jonas Erne, bloggender & denkender Theologe, schreibt in der Form eines Romans "Familie Maier und die Medien" über Medienethik.

(W)as geschieht, wenn manche Menschen keine Zeit und Kraft mehr zum Denken haben? Sie geben das Denken ab – und die Medien bekommen eine Aufgabe, die sie nicht lösen können. An die Stelle der Informationsvermittlung tritt eine Funktion, die dem Gehirn der Leser entspricht. Die Medien werden zum Haupt des Menschen, zur Willensbildung statt der Wissensbildung. Das führt zu einer Vergötzung der Medien.

So bricht Erne eine Hauptthese von Marshall McLuhan herunter.

Neuere Hirnforscher haben zum Beispiel herausgefunden, dass der Mensch mit einem papierenen Buch anders umgeht als mit einem Buch auf dem Tablet. Beim Buch aus Papier merkt sich das Gehirn viel mehr selbst, während es beim eBook auf dem Tablet nur ungefähr merkt, was wo steht. Der Grund liegt darin, dass sich das Gehirn daran gewöhnt, dass die Bücher auf dem Tablet immer dabei sind; man hat jederzeit Zugriff darauf. Warum soll sich also das Gehirn so anstrengen, den ganzen Inhalt zu speichern? Beim Papierbuch weiß es aber, dass das Buch ins Regal kommt, und die Inhalte trotzdem abgerufen werden sollen. So nimmt das Gehirn beim Papierbuch viel mehr richtige Inhalte auf und speichert sie. Das ist jetzt aber ein sehr modernes Beispiel; als McLuhan 1980 starb, gab es noch keine Tablets

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