Input: Warum „Die Hütte“ jede Menge Theologie transportiert

Bei einem FB-Freund hat sich eine interessante Diskussion über das Buch Die Hütte entfaltet, das verfilmt worden ist. Es geht mir nicht um dieses Buch alleine, sondern darum, dass viele Christen ihren Glauben fast ausschliesslich aus solchen Quellen speisen.

Interessant finde ich … die Feststellung, dass auf der einen Seite den Kritikern der Hütte gesagt wird, sie sollten mal einen Gang zurückschalten, denn schließlich handelt es sich ja nur um einen Roman, der keine Theologie vermittle. Dann aber treffen sie die Aussage, dass sie selbst das Buch mit großem Gewinn (auch für ihren Glauben) gelesen haben. Also steckt doch mehr drin, als so mancher zugeben will.

Warum Bücher wie die Hütte und andere unter Christen auf positive Resonanz stoßen, liegt wohl mit daran, dass sie einen neuen Blick auf Gott und den persönlichen Glauben richten, der mal frischen Wind reinbringt, was die Bibel wohl bei einigen zur Zeit nicht vermag. Dass, der “frische Wind“ keine gesunde Grundlage bietet, scheint zweitrangig.

Ein weiterer Kommentator schreibt treffend:

Sätze wie: "Das Buch ist ein Roman und kein Lehrbuch" lösen das Problem m. E. überhaupt nicht. Denn jeder Roman wird mit einer Absicht verfasst, selbst wenn der Autor auch das "Predigen" vermeidet. Ich bezweifle jedoch sehr stark, dass "Die Hütte" zur reinen Unterhaltung verfasst wurde. Der Autor will eine Botschaft vermitteln – immer. Und die Frage ist: Welche Botschaft steckt hinter dem Buch? Ich habe relativ wenig Bedenken, wenn Menschen z.B. in den Harry Potter Büchern Beispiele für aufopfernde Liebe finden und sich von dem Gedanken begeistern lassen (Christen denken hier natürlich schnell an die aufopfernde Liebe Jesu). Doch ich bin mir sicher, dass J. K. Rowling in erster Linie eine spannende Geschichte erzählen wollte und der Bezug zum christlichen Glauben (sofern er denn da ist) nicht vorrangig intendiert war. Ebenso habe ich Stephen Kings "The Green Mile" genossen, da die Geschichte des unschuldig verurteilten einfach nur saugut geschrieben war. Natürlich erinnert mich die Figur John Coffee an Jesus Christus, aber den Bezug stelle ich als Christ her und Stephen King ging es mit Sicherheit beim Schreiben nicht darum den christlichen Glauben oder ein Dogma irgendwie zu fördern. Bei "Der Hütte" scheint mir das ganz anders zu sein. Hier wird nichts verhüllt oder verschleiert. Es ist ganz klar, dass hier nicht irgendein Gott dem Protagonisten begegnet, sondern vorgeblich der christliche Gott, die Dreieinigkeit. Woher haben wir dieses Gottesbild? Aus der Bibel. Also darf man auch erwarten, dass dieses Gottesbild der Bibel entspricht und das dieser gemäß biblischer Lehre Aussagen trifft. Doch das trifft offenbar nicht zu. Nicht-Christen seien entschuldigt, wenn sie das Buch anspricht und ihnen "im Glauben weiterhilft". Aber wer sich zum historischen Christentum bekennt und kein Problem mit "Der Hütte" hat, der ist m. E. ziemlich naiv. Denn hier wird davon geschwärmt, dass es den Glauben an Gott fördere, obwohl das Gottesbild so offensichtlich im Licht der Bibel und der Kirchengeschichte als Irrlehre bezeichnet werden muss.

Das Buch ist kein einfacher Roman, sondern vielmehr narrative Dogmatik. In säkularen Buchläden steht "Die Hütte" vielfach unter Esoterik und nicht bei der üblichen religiösen Ecke. Und das zu recht

Zugegeben: Es gibt Bedarf für Erzählungen mit einer biblisch-soliden Theologie. Wer sich näher mit der Theologie des Buches Die Hütte befassen will, dem empfehle ich die Artikel von Albert Mohler und Tim Challies.