Neuerscheinung: Predigtband zum Gebet

Michael Freiburghaus, Pfarrer in Leutwil-Dürrenäsch, veröffentlichte einen weiteren Predigtband "Gott hört dich!" zum Gebet. Meine Beobachtungen zum Buch:

Michael Freiburghaus ist Pfarrer aus Leidenschaft. Dieser Band ist aus Predigten heraus entstanden, die er „allen Betenden meiner geliebten Kirchgemeinde in Leutwil-Dürrenäsch" widmet.

Welches Grundanliegen ist in diesem Werk erkennbar? Ich meine zwei entdeckt zu haben. Einerseits sollen Impulse zu einem frischen Zugang zu Gott geschaffen werden. Mit dem Titel „Gott hört dich" macht der Autor Mut, den unfassbaren und uns doch oft zu selbstverständlichen Zugang zum Vater, „von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat" (Epheserbrief 3,15), zu nützen. Das zweite Anliegen besteht darin, dass Jesus gross gemacht und die Frohbotschaft nicht nur durch sämtliche „Ritzen" des Buches, sondern auch in die Leben der Leser dringt.

Der Text besteht aus kurzen, klar gegliederten Impulsen entlang des Vaterunsers und dann einigen ausgewählten Bibeltexten zum Lob-, Dank-, Buß-, Bitt-, Klage- und Rachegebet. Freiburghaus scheut sich nicht, sich auch zu den Rachepsalmen zu äussern. Er nimmt die Ermahnung von Paulus, den „ganzen Ratschluss Gottes" (Apostelgeschichte 20,27) zu verkündigen, ernst. Auch wenn die Volkskirchen solche Texte aus dem Repertoire gestrichen haben (S. 94), nimmt er sie bewusst wieder hervor.

Biblische Begriffe wie Sünde oder Heiligkeit werden aus dem biblischen Text heraus erklärt. Freiburghaus streut immer wieder Vergleiche und Beispiele aus dem Alltag ein, um die Botschaft näher zum Leser hin zu tragen. Freiburghaus spricht auch die Balance zwischen Zuspruch und Anspruch, in theologischer Sprache zwischen Gesetz und Evangelium, immer wieder an. Das Gesetz Gottes stellt uns vor Ansprüche, die wir nie erfüllen können. Jesus erfüllt sie an unserer Stelle. Sie spricht demjenigen, der bei ihm Zuflucht sucht und seine Schuld bekennt, Vergebung zu. Der erneuerte Mensch entwickelt das Verlangen, diesem Anspruch nachzuleben. Auf diese Weise und nicht anders sollen die vielen Beispiele und Anregungen zum Handeln verstanden werden.

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