Kolumne: 20 Dinge, die ich während der Zeit des Umzugs gelernt habe

Selbstführung

  1. Unter Stress kommt unser sündiges Herz zu Tage. Engpässe bringen Ungeduld, Streitsucht, Selbstbezogenheit und –mitleid hervor.
  2. Setze Schwerpunkte. Gerade in der Überforderung hilft es, einen Schritt nach dem anderen zu gehen.
  3. Beginne den Tag früh und beende ihn rechtzeitig. Dies half uns, in einer zweimonatigen Belastungsspitze nicht von den Kräften zu kommen.
  4. Manchmal hilft es zur Entspannung, auch zur Unzeit eine Pause einzulegen.
  5. Nach der Entlastung von Material entsteht der Drang, neue Dinge anzuschaffen. Widerstehe dieser Neigung und beobachte zuerst eine Zeit, was du wirklich brauchst.
  6. Lerne das Objekt kennen. Wir durchstöberten das Haus immer wieder vom Keller bis zum Dach. Dieses Kennenlernen wird andauern. Wir werden Haus und Garten während den vier Jahreszeiten genau beobachten.

Familie

  1. Die Familiengemeinschaft wird gestärkt. Das geschieht jedoch nur, wenn der Einzelne nicht nur auf seinen Vorteil und seine Bequemlichkeit bedacht ist.
  2. Begabungen und Begrenzungen der Einzelnen kommen deutlich zum Vorschein. Das heisst: Jeden nach seinem Schwerpunkt einsetzen, in den Schwächen Geduld üben, andere um Hilfe fragen.
  3. Kinder wollen einbezogen sein, Jungs sehnen sich nachgerade dazu. Wir liessen sie mitplanen, mitschleppen, mitaufbauen, mitgraben. So ist es nun auch ihr Territorium.

Ideen und Optionen

  1. Gute Ideen können selten sofort verwirklicht werden. Es hilft, sich dann Notizen anzufertigen, wenn die Vorschläge in den Sinn kommen bzw. geäussert werden. Ebenso entlastend ist es, stets eine Liste mit offenen Aufgaben nachzuführen.
  2. Pläne und Skizzen sind sinnvoll, weil sie gedankliche Optionen eröffnen. Vor Ort und im Moment kann innert Sekunden oder Minuten umgestellt werden – nicht nur aus der Not heraus.
  3. Frage andere nach ihren Ideen. Auch wenn manchmal widersprüchliche Vorschläge kommen, werden auf diese Weise neue Sichtweisen und Optionen erschlossen.

Kontakte und Freundschaften

  1. Freundschaften verstärken sich, wenn man Hand in Hand arbeitet. Es entsteht Vertrautheit, wie es an Sonnentagen und Festen kaum geschieht.
  2. Helfer vom Umzugs- und Reinigungsunternehmen sind Menschen, die in Gottes Bild geschaffen sind. Wir versuchten sie so zu behandeln, wie wir selbst gerne behandelt würden. Auf diese Weise entstanden neue Kontakte.

Administration und Material

  1. Es zeigte sich, dass alle administrativen Abmachungen vor der Durchführung nochmals überprüft werden müssen. So übernahm z. B. der neue Telefon- und Internetanbieter ein falsches Aufschaltdatum. Ich könnte noch viele weitere solche Beispiele nennen.
  2. Überlege dir genau, was du wirklich benötigst. Ich kontrollierte überaus streng, welche Gegenstände und Schachteln ins neue Haus gelangten.

Neue Umgebung

  1. Erkunde die Umgebung zu Fuss. Geh durch alle „Wege und Gassen“. Begrüsse die Leute. Bleibe an schönen Orten stehen, höre auf die Kirchglocken, die Vögel, achte dich auf neue Gerüche.
  2. Bete dafür, dass Gott dich zur richtigen Zeit auf Menschen treffen lässt. Lade Menschen zu dir ein.
  3. Bedenke, dass Gott dich absichtlich an diesen Ort stellt, um sein Evangelium bekannt zu machen. Kein Mensch gehört sich selbst.

Vorletzter und letzter (definitiver) Ort

  1. Dieses Leben ist unser vorletzter Aufenthaltsort. Wir sind Durchreisende. Dies ging mir am ersten Abend nach dem Einzug durch den Kopf. Dies gibt Gelassenheit und setzt Energie frei.
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