E21 LiveBlog „500 Jahre Reformation“: Sola Fide

#3 Vortrag: Sola Fide – David Platt

Schlüsselbotschaft

Landläufiges Verständnis: Wir stehen alle unten an einem Berg. Gott steht oben, und jeder geht seinen eigenen Weg nach oben. Was aber ist, wenn Gott vom Berg herabsteigt und euch zu sich hochnimmt?

Der Sünder wird allein durch Glauben an Jesus Christus für gerecht erklärt. Das ist keine Gerichts-Fiktion, sondern Evangeliums-Wahrheit.

Es ist gut nachzudenken und über die Lehren unserer Brüder und Schwestern nachzudenken, die ihr Leben für den Glauben hingegeben haben. Sind das auch die Lehren, für die auch wir bereit sind zu sterben? Sind es die Lehren, mit denen wir unsere Gemeinden führen?

Es ist leicht die Rechtfertigung aus Glauben zu lehren und den Dienst im Fleisch allein auszuführen. Es erstaunte mich, Erfolg im Dienst zu haben ohne Gemeinschaft mit unserem Herrn.

Struktur

  • Ein Text: Galater 2,15-21
  • Eine dreiteilige Definition für „gerechtfertigt aus Glauben“
  • Zwei Anwendungen

Wichtige Aussagen

Rechtfertigung ist die Lehre, mit der die Kirche steht oder fällt (Martin Luther). Paulus hämmert die Worte dreimal in die Köpfe seiner Leser (Gal 2,15ff): Wir sind nicht durch Werke gerechtfertigt.

Definition, Teil I: Rechtfertigung ist der gnädige Akt Gottes. Es geht um ein Werk, das Gott ausführt. Gott allein kann einen Menschen in den rechten Stand vor ihm stellen. Sogar der Glaube ist ein Geschenk Gottes. Es ist etwas, das für den Sünder geschieht (passiv).

Definition, Teil II: Durch diesen Akt erklärt er den Sünder gerecht. Es ist eine Deklaration, eine Ankündigung, kein Prozess. Wie kann Gott dies tun und gleichzeitig Gott bleiben? Stelle dir die drei Elemente in einem Gerichtsraum vor: Gerechter Richter, klares Gesetz, schuldiger Mensch. Dies führt unausweichlich zur Verurteilung. Doch: Gott giesst seinen Zorn, den wir verdient haben, auf seinen Sohn (Sühnung). Er rechnet die Gerechtigkeit seines Sohnes Sündern zu (imputation). Es war wie bei meiner Hochzeit: Durch die Heirat bekam ich alles, was sie hatte.

Definition, Teil III: Der Sünder wird allein durch Glauben an Jesus Christus für gerecht erklärt. Das ist keine Gerichts-Fiktion, sondern Evangeliums-Wahrheit.

Konsequenz I: Die Lehre zu glauben, definiert unser Leben neu. Paulus sagte: „Wegen dieser Lehre halte ich mich selbst für tot.“ Die Anrechnung führt zu einer komplett neuen Identität. Der Christus, der für dich starb, ist der Christus, der in dir lebt.

Konsequenz II: Für die Verkündigung dieser Lehre ist es wert zu sterben. Menschen starben, weil sie es verkündigten. Verfolgung kommt nur durch Proklamation.