E21 LiveBlog „500 Jahre Reformation“: Sola Scriptura

Vortrag #2: Sola Scriptura – Albert Mohler

Schlüsselbotschaften

Sola Scriptura ist weder nur eine historische Sache noch ein Artifakt der Reformation. Es war auch nicht das Prinzip, mit dem die Reformatoren angefangen haben. Es war der Ort, an dem sie standen, als sie nirgendwo sonst mehr hingehen konnten.

Die Reformatoren behaupteten nicht, dass es die einzige Quelle von Autorität sei. Es gibt mindestens vier Quellen: Die Schrift, der Verstand, die Tradition und die Erfahrung. Doch die Schrift ist die Norm, die alle anderen Normen normiert.

Der lebendige Christus spricht durch den lebendigen Text zu seiner Kirche. Die Schrift wird nie irren, weil Christus nie irren wird.

Wir stehen auf der Heiligen Schrift, nirgendwo anders. Und dies genügt.

Struktur

  • Die Bedeutung von Sola Scriptura
  • Die Inhalt von Sola Scriptura: Herkunft, Autorität
  • Die Vollkommenheit der Schrift: Unfehlbarkeit, Irrtumslosigkeit, Klarheit, Genügsamkeit

Wichtige Aussagen

  1. Erstes Merkmal einer wahren Kirche ist nach Luther die rechte Predigt von Gottes Wort.
  2. In seinen 95 Thesen vertrat Luther nicht Sola Scriptura. Er wurde durch den Text der Schrift dorthin genötigt.
  3. Es ist der Text der Schrift, der Luthers Denken völlig verwandelt und sein Bedürfnis nach Reformation angeregt hat.
  4. Unsere Erfahrung als ultimativer Test scheitert. Unsere Emotionen und Intuitionen sind im Ebenbild Gottes geschaffen, aber durch die Sünde korrumpiert.
  5. Der Verstand ist eine grosse Gabe unseres Schöpfers. Ohne ihn könnten wir uns nicht verständigen. Der unabhängige Verstand kann jedoch ein gefährliches Werkzeug werden.
  6. Wir sind nicht die erste Generation von Christen, die die Bibel lesen. Von den Reformatoren lernen wir, wie wir richtig mit der Tradition umgehen können.
  7. Die Schrift muss alle anderen Autoritäten beherrschen. Das hat Luther schon früh gesagt. Die Schrift ist die Norm der Normen, die nicht normiert werden kann. Deshalb wird Sola Scriptura das erste formale Prinzip genannt.
  8. Die Schrift ist wie Gott zu seiner Kirche spricht. Wenn die Schrift spricht, spricht Gott (B. B. Warfield).
  9. Wichtiger Test für eine Gemeinde: Seht ihr den Instinkt, immer wieder zur Heiligen Schrift zurückzugehen? (So wie sich Kinder intuitiv immer wieder zu den Eltern wenden.)"
  10. Die Schrift wird nie irren, weil Christus nie irren wird. Wenn wir fragen: Wo irrt die Schrift? erheben wir eine andere Norm zur ultimativen.