E21 LiveBlog „500 Jahre Reformation“: Sola Gratia

#7 Vortrag: Sola Gratia (Ligon Duncan)

Warum muss Errettung durch Glauben kommen? Und: Welche Rolle spielen dann die guten Werke im christlichen Leben? Diese Fragen werden in Epheser 2 geklärt (besonders V. 1-3; 8-10).

Struktur

  1. Wovon wir errettet wurden
  2. Wodurch wir errettet werden
  3. Wozu wir errettet werden

Wovon wir errettet wurden

Provokativ ausgedrückt: In unserer Errettung sind wir letztlich vor Gott gerettet worden. Unser grösstes Problem ist Gott. Denn was können Sünder in der Hand eines gerechten Gottes tun? „Hölle ist die Ewigkeit in der Gegenwart Gottes. Himmel ist die Ewigkeit in der Gegenwart Gottes mit einem Mittler.“

Durch das Werk Christi rettet Gott dich vor Gott. Gott rettet vom geistlichen Tod, von der Rebellion gegen ihn, von der Sklaverei des Fleisches, aus der Gefangenschaft des Teufels und der Welt, vor dem gerechten Gericht Gottes.

Was ist der Zustand als Sünder? Wir sind tot. Gott hat uns für die Gemeinschaft mit ihm geschaffen. Aufgrund unserer Rebellion sind wir zu Recht aus dieser Gemeinschaft entfernt worden. Jesus erklärte, dass einer der Gründe seines Kommens darin bestehe, dass wir Leben hätten. Er ist gekommen um uns etwas zu geben, was wir verloren haben. Ohne Ihn wären wir nicht in der Lage zu erleben, wozu wir geschaffen sind. Wir können uns jedoch nicht von den Toten auferwecken.

Wir wandelten gemäss der Sünde und den Übertretungen, losgelöst von Christus. „Wandeln“ ist biblische Sprache: Gott wandelte im Garten, Henoch wandelte mit Gott, Noah wandelte im Gegensatz zu seinem Umfeld mit Gott. Wir aber sind dem Marschbefehl unserer eigenen Gesinnung gefolgt. Aus dieser Rebellion mussten wir herausgerettet werden.

Es wird noch schlimmer: Wir waren unter der Macht des Teufels. Wir führten unser Leben in den Begierden unseres Fleisches. Wir waren an unsere eigenen Begierden gebunden und wollten sie nicht aufgeben. Wir haben den Zorn Gottes verdient und sind ohne Entschuldigung. So steht es um unsere geistliche Verfassung ausserhalb von Christus. Es betrifft jeden einzelnen von uns. Wir sind nicht in einer Position, in welcher wir mit der Gnade kooperieren können.

Von Gott, durch Gnade allein

Vers 4 bringt einen abrupten Übergang von unserem Zustand nicht hin zu unserer Lösung, sondern zu Gott! Gott findet nichts in uns, sondern um seines eigenen Erbarmens willen. Wir kooperieren nicht mit der Auferstehung, wir müssen auferweckt werden. Paulus muss es vorwegnehmen, es brennt in ihm: Durch Gnade seid ihr errettet. Er hat dich zu seinem Kind gemacht, um mit ihm an seinem Tisch zu sitzen. Gott tut dies alles, um den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade zu zeigen.

Dies sagt er nun noch fünf weitere Male – falls es irgendjemand verpasst hat: Durch Gnade sind wir errettet, aus seinem Wohlwollen heraus. Der Glaube ist kein Beitrag, sondern das Mittel des Empfangs. Wenn unser Heil mit etwas verbunden ist, was wir geleistet haben, dann können wir auf die Verlorenen schauen und sagen, dass wir besser als diese seien. Beim Hochzeitsmahl werden wir jedoch fragen: Warum gerade ich? Es gibt nichts, worin ich mich rühmen kann. Wir sind seine Schöpfung, sein Werk. Wir Protestanten glauben an die Errettung durch Werke – Gottes Werke.

Wozu wir gerettet werden

Weshalb hat Gott uns errettet? Damit wir endlich das sein können, wozu er uns geschaffen hat. Du hast neues Leben in Christus. Es ist, als ob Gott nochmals von Punkt 0 angefangen hat. Wir sind nicht durch unsere guten Werke gerettet, sondern um gute Werke zu tun. Das Ebenbild Gottes ging durch die Sünde nicht verloren, aber es ist zerbrochen, verdreht und entfremdet. Durch die Erlösung beginnt Gott das Ebenbild wiederherzustellen. Er bereitet dich auf den Tag vor, an dem du ihn gegenüber stehen wirst. Wir werden wandeln um Seinen Willen zu tun!