Kolumne: „Die Hütte“ ist ein Test für die Rechtgläubigkeit

Gewissermassen ist die Haltung zum Buch Die Hütte ein Test für die Rechtgläubigkeit. Ja, ganz richtig verstanden. Der Säkularismus hat ein bestimmtes Set an Glaubenssätzen hervorgebracht, das stark auf die Community der Christen abfärbt.

Die Hütte lehrt
a) ein verzerrtes Gottesbild (grobe Verzerrung der Trinität sowie des Liebesbegriffs)
b) ein falsches Heilsverständnis (Allversöhnung) sowie
c) eine defekte Lehre menschlichen Leids
Ich würde sie keinem Nichtchristen zumuten wollen. Das Buch gehört dorthin, wo Buchläden es auch stellen: In die Ecke der Esoterik. Mehr Informationen z. B. in der Besprechung von Michael Kotsch.
In der Geschichte der christlichen Kirche war es üblich, dass Männer, die falsche Lehre verkündigt haben, auf Konzilien ebenso wie ihre Literatur öffentlich verurteilt wurden. Es ist wichtig, zu falscher Lehre öffentlich Stellung zu nehmen.

Fünf Fallen

  1. Die "Theologen"-Falle: Theologen sind einige kopflastige Männer, die sich mit Details herumschlagen, die niemanden interessieren. Einwand: Theologie ist die Anwendung von Gottes Wort in jeden Lebensbereich. Jeder Mensch, weil er auf Gott hin geschaffen worden ist, betreibt Theologie und wird sich dafür vor Ihm verantworten müssen.
  2. Die Systematik-Falle: Ein Spezialgebiet der Theologie betrifft die Systematik. Diese besteht aus einer Anzahl von Glaubenssätzen. Diese Art der Theologie ist besonders verwerflich. Einwand: Jeder Mensch trägt in sich – meist unbewusst – ein gesamtes System von Überzeugungen, das auch Widersprüche enthalten kann. Wo nicht reflektiert, widerspiegelt es weitgehend den Zeitgeist und noch verstärkt die der Peergroup (Gruppe von Menschen, mit denen regelmässige Kontakte gepflegt werden und innere Zustimmung  besteht).
  3. Die Falle der Lebens-Zweiteilung: Es gibt ein verborgenes Leben mit Gott, das einigen intimen Momenten vor allem in Lebensübergängen gilt. Der Rest des Lebens ist davon abgekoppelt. Wenn ich ein Buch lese, hat das nichts mit diesem Leben zu tun. Einwand: Das ganze Leben gehört Gott. Dies betrifft sowohl die Fakten, die Er geschaffen hat, als auch der gesamte Bereich des Denkens inklusive der Fantasie.
  4. Die Falle der Mystik: Die wichtigsten Momente sind diejenigen, in denen sich Gott mir durch verschiedene Arten von Eindrücken zeigt. Diese sind unabhängig zur Bibel. Einwand: Es war Gottes Wille und Weg, sich auf dem schriftlichen Weg seines Wortes zu offenbaren. Er spricht in erster Linie durch dieses Wort und rüstet uns zu einem Leben zu, das Ihm gefällt (2Tim 3,17). Auf jeden Fall widerspricht Er sich nie.
  5. Die Falle der Gefühle: Die Hütte hat mich zutiefst bestätigt. Einwand: Wenn etwas meine Gefühle und Erfahrungen bestätigt, ist dies keine Garantie, dass es auch der Realität vor Gott entspricht.

Fünf Fragen an Fans der Hütte

  1. Wie oft liest du zusammenhängend die Bibel?
  2. Liest du sie ganz? (Zum Beispiel auch Bücher wie Hesekiel oder die Offenbarung, in denen die Frage von Gottes Zorn, des Gerichts und des ersten Ziels unseres Daseins, Gottes Ehre, oft thematisiert wird.)
  3. Hast du dich schon einmal systematisch mit deinen Glaubenssätzen auseinandergesetzt? Die Biblische Dogmatik von Wayne Grudem ist eine gute Möglichkeit hierzu.
  4. Wieviele Bücher hast du neben Die Hütte in den letzten zwei Jahren gelesen (oder angehört)?
  5. Besuchst du regelmässig die Gemeinde, in der du über Gottes Wort gesamthaft gelehrt wird?