Kolumne: Die Einhortungs-Hymne

Kinder werden eingehortet,
denn eine Kinderbetreuungsstätte ist ein Ort, die um der Eltern und nicht um der Kinder willen geschaffen wurde!

Jetzt habe ich die säkular lustig verpackte Hymne
für die Fremdbetreuung gefunden
(Stärneföifi, 2012):

"De Tag fangt scho früe am Morge’n aa":
Kein vorübergehendes Abgeben im Kinderparadies des Einkaufszentrums, sondern
Ganztagesbetreuung, gibt's mittlerweile auch mit Übernachtung.

"Di einte sind scho zum Zmorge da":
Richtig, in den Mahlzeiten liegt Kraft,
es wird gelacht, gestritten, diskutiert, geweint und hinterfragt.
Kein Wunder, werden diese gemeinsamen Familienzeiten gestrichen.

"Am Mittag chömmed au di Grosse dezue":
Gemeinschaftserziehung, Sozialisierung,
die Ideologie des Glücks durch Bindung an Gleichaltrige.

"Klar, dass es nie langwiilig isch":
Langeweile darf es nicht geben.
Vertrösten, ablenken, betäuben.

"Es wird glacht und Blödsinn gmacht":
Nichts gegen Lachen und Streiche,
gerade Buben wollen erobern, pflegen und investieren.
Doch wo und wie können Kinder sinnvoll ihre Kräfte einsetzen?

"Vorem Ässe singemer alli es Lied":
Es sind Ersatzrituale
anstelle der Kirche.

"Mängisch so luut dass de Nachber reklamiert":
Richtig, alle Altersgruppen bleiben eingezont,
von der Krippe bis zum Altersheim.

"Euse Hort isch wie n’es Chinder-Reschterant":
Richtig, es wird dar-geboten.
Kinder müssen unterhalten werden.

"Mir gönd an See oder is Hallebad":
Habe ich schon oft beobachtet,
die Ausflüge in Reih' und Glied wie Strafgefangene.

Vater Staat bezahlt,
die Züchtung der nächsten Generation
ist in professionelle Hände gelegt.

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