Systematische Theologie für die Familienandacht (18): Gott ist Licht

Ein grosses Anliegen von mir ist es, in systematisch geordneter Weise einen Zugang zur biblischen Weltsicht zu verschaffen und diese konkurrierenden Anschauungen gegenüberzustellen. Das online verhandene Werk von J. I. Packer, "Concise Theology", stellt in 92 Lektionen einen solch thematisch geordneten Führer zur Verfügung. Ich nehme meine angefangene Arbeit auf, dieses Werk überarbeitet in deutscher Sprache zu Verfügung zu stellen.

Denn ich bin der HERR, euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig. (3Mose 11,44)

Wenn die Bibel Gott oder eine Person der Gottheit als „heilig“ bezeichnet (3Mose 11,44-45; Jos 24,19; Jes 2,2; Ps 99,9; Jes 1,4; 6,3; 41,14+16+20; 57,15; Hes. 39,7; Amos 4,2; Joh 17,11; Apg 5,3-4, 32; Offb 15,4), umschreibt es damit alles, was Gott für sich selbst beiseitesetzt und das ihn zum Objekt der Bewunderung und Anbetung erhebt. Der Begriff deckt damit unterschiedliche Aspekte seiner unsere Sinne übersteigenden Grösse und moralischen Vollkommenheit ab. Die Kernbedeutung zielt jedoch auf Gottes Reinheit, die keine Sünde tolerieren kann (Hab 1,13) und Sünder zu einer dauernden Selbsterniedrigung auffordert (Jes 6,5).

Nun ist Gottes Heiligkeit mit verschiedenen anderen Aspekten untrennbar verbunden:

Gerechtigkeit ist ein Ausdruck von Gottes Heiligkeit. Sein Gesetz ist Ausdruck dieser Gerechtigkeit, denn es ist „heilig, gerecht und gut“ (Röm 7,12). Er richtet gerecht, das heisst seinem Wesen entsprechend (1Mose 18,25; Ps 7,11; 96,13; Apg 17,31). Sein Zorn ist gänzlich gerecht in seiner Äusserung (Röm 2,5-16). Seine Gerichte im Sinne von konkreten Bestrafungen sind herrlich und anbetungswürdig (Offb 16,5+7; 19,1-4). Wann immer Er seine Bundesverpflichtungen einlöst, dann ist dies eine Geste seiner Gerechtigkeit (Jes 51,5-6; 56,1; 63,1; 1Joh 1,9). Und wenn Gott Sünder rechtfertigt, dann erzeigt Er sich als völlig gerecht (Röm 3,25-26).

Wenn Johannes davon spricht, dass Gott Licht ist und keinerlei Dunkelheit in Ihm wohnt, dann bestätigt dies das Bild von Gottes Heiligkeit. Gemeinschaft zwischen Ihm und einer willentlich nicht in der Heiligkeit lebenden Person sind nicht möglich (1Joh 1,5-2,1; 2Kor 6,14-7,1; Hebr 12,10-17). Der Ruf, dass wir Ihm gefallen sollen, ertönt im Alten wie im Neuen Testament (5Mose 30,1-10; Eph 4,17-5,14; 1Petr 1,13-22). Weil Gott heilig ist, sollte es sein Volk auch sein.

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