Kolumne: Passive Manipulation

Oft beobachtet und noch nie explizit in Worte gefasst: Da gibt es Menschen, die dominieren ihr ganzes Umfeld, indem sie sich ihren Aufgaben verweigern. Sie landen regelmässig – oft täglich – in einem Zustand, den sie dann als unvermeidlich betrachten: "Wenn es für mich emotional nicht stimmt, dann muss ich gar nichts mehr tun."

Es gibt natürlich verschiedene auslösende Faktoren – bestimmte Worte, Gefühlszustände, vor allem aber Unwegsamkeiten von ausserhalb -, die sie in die Position versetzen, in der sie nichts mehr leisten müssen. Alle Kraft wird auf dem emotionalen Kanal absorbiert. Dies ist von aussen betrachtet eine Form der Selbstrechtfertigung, die lautet: "Weil ich so und so fühle, muss ich meinen Aufgaben nachkommen."

Besonders das nächste Umfeld leidet darunter. Ehepartner, Kinder, Eltern, Enkel, Freunde. Weil die anderen permanent "Schuld" sind an dieser ausweglosen Situation, ist der Protagonist der passiven Manipulation nicht nur von vornherein reingewaschen, sondern für weitere unterlassene Handlungen entschuldigt.

Wir müssen aus christlicher Weltsicht eine Diagnose stellen: Es ist die Verweigerung der Aufgaben, die vor den Füssen liegen. Zuerst einmal schadet eine solche Person ihren Nächsten. Diese reagieren unterschiedlich willfährig: Harmonieliebende fallen auf die Manipulation herein, weil ihre eigenen Emotionen auch an erster Stelle stehen. Ehemann oder Ehefrau gleichen aus, Kinder suchen sich eine emotionale passendere Ersatzumgebung. Doch mittelfristig schafft ein solches Verhalten Distanz und führt in die Einsamkeit. Langfristig gesehen kann dieses Vermeidungsverhalten zu einem verhinderten Leben führen.

Wer sich sich selbst wichtig nimmt, setzt Gott an zweite Stelle. Depressive Verstimmungen kann eine Folgeerscheinung der eigenen Sünde sein, nicht rechtzeitig solche Gedanken zu stoppen und ins Handeln zurückzufinden.

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