10 Zitate aus … Generation Selfie

Ich habe das neu erschienene Buch "Generation Selfie" rezensiert. Hier sind einige prägnante Zitate:

Wir leben in einer Zeit, die sich durch routiniertes Alarmgeschrei und schaurige Freude an der Pathologisierung des Alltäglichen auszeichnet. (29)

Das Bedürfnis, die angenommene eigene Unvollkommenheit durch die Wunder der digitalen Bildbearbeitung zum Zeitschriftencover-tauglichen Zerrbild zu verfremden, scheint immens. Weil die wachsende Bedeutung visueller Inhalte in den sozialen Netzwerken dazu beiträgt, dass wir uns immer intensiver überlegen, wie wir auf andere wirken. (45)

Mit jeder bestätigten Freundschaftsanfrage bei Facebook, jedem Instagram-Abo steigt auch die Zahl der Menschen, mit de­nen wir uns vergleichen können. (46)

Wenn wir ehrlich sind, was das Thema Fitness betrifft, erscheinen soziale Medien dann doch mehrheitlich als lupenreine Frust- und Neidmaschine. … Es gilt die Faust- und Frustformel: »Egal was man macht, es ist nicht genug.« (47+54)

In gewisser Weise ist die Generation Selfie eine Generation von Normopathen, die sich lieber am Geschmack der Masse orientiert, als eigenwillig mit Individualität zu experimentieren.« (59)

Wir fahren also in exotische Länder mit fremder Flora und Fauna, spektakulären Schluchten und Städten – und was fotografieren wir? Selbstporträts. (74)

Erst googeln, Blogs befragen, andere Foodies konsultieren, dann kochen, dann fotografieren und instagrammen. Dann essen. (109)

In der Flut solcher Bilder scheint sich ein stetig wachsender Ehrgeiz zu spiegeln, das eigene Leben als ausgesucht schön darzustellen. (137)

Je stärker die sozialen Netzwerke den Deal kostenloser Service gegen Werbung zu ihren Gunsten verschieben, je präsenter also ökonomische Interessen auf den Plattformen sind, die wir als Orte des Austauschs mit Freunden kennen und tatsächlich lieben gelernt haben, desto schwerer werden sie benutzbar. (163)

Wir können die großartigen Funktionen nutzen, doch dafür bezahlen wir mit unseren Daten. … (Es geht weniger um) Algorithmen, die nach der Herrschaft gieren, als um Menschen, die andere Menschen manipulieren. (215+221)

Wer sich von der Fixierung auf Feedback freimacht, kann die sozialen Netzwerke als das neu entdecken, was sie einmal waren, ehe sie Geld verdienen wollten und mussten: Experimentierfelder für unser Ego, Räume, in denen wir authentisch sein können – aber nicht müssen. Ein Ort, wo wir Identitäten ausprobieren und entwickeln, verwerfen, wieder neu denken können. (226)

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