Auf dem Bücherregal: Buchbesprechungen Januar

Ich habe einige neue Bücher (z. T. Rezensionsexemplare) gelesen. Manchmal fragen mich die Leute, ob ich alle Bücher ganz und von vorne nach hinten lese. Nein! Hier fasse ich meine methodische Bandbreite zusammen.

Craig G. Bartholomew. Contours of the Kuyperian Tradition: A Systematic Introduction. Breite und tiefe Einführung in das reiche Erbe der niederländisch-calvinistischen Bewegung. 4 von 5 Sternen. Abzug: Seltsame Anbiederung an die Ökumene (off topic).

Timothy Keller. Kathy Keller. Ein Jahr mit den Psalmen: 365 Andachten. Aus der Fülle von Situationen und Gefühlen fürs 21. Jahrhundert geschöpft – insgesamt zu knapp. 4 von 5 Sternen. Abzug: Hier wäre mehr besser (und genauer) gewesen. Keller hatte zuvor zwei tiefergehende und ausführlichere Entwürfe gemacht. Achtung: Die Übersetzung hat einige theologische Ungenauigkeiten.

Uwe Siemon-Netto. Duc, der Deutsche: Mein Vietnam. Warum die Falschen siegten. Politisch inkorrekter Vietnam-Bericht eines lutherischen Kriegsreporters. 4 von 5 Sternen. 4 von 5 Sternen. Das Buch hat mich bewegt. Sehr empfehlenswert ist auch seine Dissertation: Luther – Lehrmeister des Widerstands. 

Hannah Arendt. Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Beobachtungen zu einem historischen Prozess und der Frage der Schuld. 4 von 5 Sternen.

Hans-Joachim Maaz. Das falsche Leben: Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft. Schilderung von individuellen Störungen und kollektiven Normopathien als Erklärungsansatz für das Mitläufertum. 4 von 5 Sternen.

Manfred Hildermeier. Geschichte der Sowjetunion 1917-1991: Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates. Professorales, dichtes Gesamtwerk mit einem Kapitel 1996-2016. 5 von 5 Sternen.

Hermann Giesecke. Pädagogische Illusionen: Lehren aus 30 Jahren Bildungspolitik. Der Wechsel von objektiven Lerninhalten zur Entdeckung des Subjekts (Schüler): Steigende Kosten und steigende Ineffizienz. 5 von 5 Sternen.

Jan Tischhauer. Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde. Die journalistisch scharfzüngige Enttarnung einer Utopie. 5 von 5 Sternen.

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