Input: Der Mensch verfehlt das herrliche Ziel, für das er geschaffen wurde

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Die Lehre der Sünde – als dem Zustand, aus dem heraus ein Mensch sündige Taten begeht – muss unter Christen dringend mehr und differenzierter thematisiert werden. Jonathan Edwards (1703-1758) hat wie kaum ein anderer diese Lehre ausgearbeitet. Ich habe einige Aspekte aus "Jonathan Edwards on the Good Life" (S. 47-71) zusammengestellt.

  1. Wir leben in einer gebrochenen Welt. Der Mensch verfehlt das herrliche Ziel, für das er bestimmt und ausgerüstet worden wäre.
  2. Das gute Leben befindet sich ausserhalb der natürlichen Reichweite des Menschen.
  3. Die Erb-/Ursünde ist die Disposition (der Zustand) des Herzens, die sich in verkehrten Taten äussert.
  4. Keine Person kann der Gegenwart der Sünde entfliehen.
  5. Die Menschheit versündigt sich gegen Gott, weil sie nicht respektierte, was Ihm zusteht; nicht anerkannte, was Er verdiente; Ihm nicht aus einem Herzen heraus gehorchte, das mit Liebe und Ehrfurcht gefüllt war.
  6. In seinem natürlichen Zustand (vor dem Sündenfall) war der Mensch "in seinem Fleisch" weder der Verdammung noch der gesegneten Unsterblichkeit unterworfen. Die übernatürlichen Prinzipien der geistlichen, heiligen und göttlichen Orientierung, die ihm gegeben wurden, stammten von Gott selbst.
  7. Durch den Fall übernahm das Fleisch des Menschen (die niederen Prinzipien) die geistlichen.
  8. Der Mensch verursachte den Sündenfall; Gott hätte ihn verhindern können; die genauen Wirkungen dieses Ereignisses bleiben dem Menschen ein Geheimnis.
  9. Der Mensch verlor zwar nicht sein Gewissen. Er verlor jedoch die Fähigkeit, seinem Gewissen konsequent zu gehorchen.
  10. Gott gab dem Menschen am Anfang den Wunsch und den Instinkt, Gefässe zum Wohlfallen und zur Befriedigung zu sein. Wir sind nicht geschaffen für dieses Leben in der Sünde.
  11. Gott gab dem Menschen Gefühle. Diese natürlichen Leidenschaften sind an sich nicht sündig oder verkehrt. Sie werden bei der Wiedergeburt auch nicht zerstört.
  12. Ein wesentlicher Teil des lebenslangen Dienstes von Edwards bestand darin, die Güte der Gefühle und der wahren Leidenschaft für Gott zu preisen und ihre Funktion detailliert auszuarbeiten.
  13. Gott erlöst uns, um uns wahre Befriedigung und wahres Glück zu schenken (nicht um es uns zu entziehen).
  14. In der Evangelisation geht es also auch wesentlich darum, neben dem Zorn Gottes über die Sünde gleichzeitig die herrliche Sicht der Erlösung von Gefühlen und Leidenschaft zu verkündigen.
  15. Die erlösten Menschen haben die Fähigkeit durch den Geist Gottes, diese Welt zu überwinden, über die Sünde zu triumphieren und in die Gegenwart Gottes zu treten.
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