E21 Konferenz 18: Christus-zentriertes Gebet

Redner: Donald A. Carson

Bibeltexte: Joh 14,13; 15,16; 16,23-24; 1Joh 3,21-22; 1Joh 5,13-15

Drei einleitende Klarstellungen

  1. Der Name Jesus ist keine magische Formel. Wenn ich im Namen Jesus bitte, dann habe ich Macht!? Das können diese Texte nicht bedeuten.
  2. Es bedeutet niemals, dass wir nicht direkt zu Jesus beten können. In Deutschland wird oft direkt zu Jesus gebetet; in Kanada ist es etwa 50 %. Zumindest weist uns das Vaterunser an, zum Vater zu beten. Manchmal ist das Gebet ganz ohne Verbindung einer bestimmten Ansprache (z. B. 1Petr 5 werft alle eure Sorgen auf Gott). Die Gebete der Engel wird an Gott, den Vater auf dem Thron, und das Lamm gerichtet (Offb 5,13). Es ist nicht dasselbe, im Namen des Sohnes zum Vater zu beten. Es gibt kein ausdrückliches Beispiel eines direkt zum Heiligen Geist gerichteten Gebetes. Der Heilige Geist fungiert als Mittler. Er vertritt uns und tritt für unsere Anliegen ein.
  3. Wir beten im bewussten Vertrauen auf Jesus, dass er uns zu Gott bringt. Schon im Alten Bund werden die Gebete im Namen des Bundes, der durch Opfer besiegelt wird. Im Neuen Bund wagen wir uns durch das Opfer von Jesus dem Vater zu nahen.

Das vorrangige Muster: Zum Vater im Namen Jesu mit der Hilfe des Heiligen Geistes beten. Das Erbe des Neuen Testaments zum Gebet ist durch und durch trinitarisch! (Liberale Theologie: Bete allgemein zu Gott, dann wird das Ziel schon irgendwie getroffen. Wir beten Abba Vater, und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und dem Sohn Jesus Christus, 1Joh 1,3)

Text 1: Joh 14,13

Jesus geht zum Vater, und wir werden zu noch grösseren Dingen befähigt. Wir erbitten die Dinge, die auch dem Sohn Ehre bringen. Wie soll das Gebet, unser Einkommen verdoppeln, Jesus die Ehre bringen? Wie lässt sich das mit der Leidensgeschichte von Jesus in Einklang bringen?

Sondern: Das Gebet im Namen Jesu ist das Gebet einer sorgfältig definierten Freundschaft.

Text 2: Joh 15,16

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Was ist der Unterschied ein Knecht und ein Freund Jesu zu sein? Es geht nicht um eine sentimentale Kameradschaft. „Jesus und ich sind zusammen unterwegs auf der Autobahn des Lebens.“ Es ist keine reziproke Freundschaft. „Du bist auch mein Freund, wenn du genau das tust, was ich dir sage.“ Sowohl der Knecht als auch der Freund müssen gehorsam sein. Der Unterschied besteht in der Erklärung! Jesus spricht eine heilsgeschichtliche Veränderung an. Es gibt viel mehr Erklärungen. Der Vater liebt den Sohn, der Sohn liebt seine Nachfolger. Es wird von ihnen erwartet, dass sie in dieser Liebe bleiben. Diese Gläubigen gehen hin und bringen bleibende Frucht. Das Gebet im Namen Jesu ist in dieser intimen Freundschaft verankert.

Text 3: Joh 16,23-24

Das Gebet im Namen Jesu ist eschatologisch, denn es wird unsere Freude zum Überfliessen bringen. Bittet den Vater in meinem Namen, weil ich nicht mehr leibhaftig bei euch bin. Christen erkennen ihren spezifischen Platz in der fortlaufenden Heilsgeschichte. Sie beten zum Vater in Jesu Namen. Führt dein Gebet im Namen Jesu zu vollkommener Freude?

Text 4: 1Joh 3,21-22

Das Gebet im Namen Jesu ist ein Gebet, das auf dem Sühneopfer gründet, und im Mut zum gehorsamen Glauben ausgelebt wird. Es gibt keine Hoffnung, dass Gläubige jemals sündenfrei leben werden (1Joh 1,6-2,8). Die einzige Hoffnung ist der Advokat bei dem Vater, nämlich sein Sohn. Es wird sich jedoch im Leben ausdrücken: Du wirst ihm gehorsam sein und dich vor der Wahrheit beugen. Wenn es keine Anzeichen dafür gibt, dann solltest du dir ernsthafte Fragen stellen. Unsere Zuversicht wird durch die Veränderung des Lebens bestätigt.

Text 5: 1Joh 5,14-15

Das Gebet geschieht in Übereinstimmung mit dem Willen Jesu Christi. Beispiel: Eine Frau mit schrecklicher Vergangenheit, bekehrt, mit unheilbarem Krebs diagnostiziert, schreibt einen Brief voller Bitterkeit. Was ist der Wille Jesu, für den wir beten sollen? Wir beteten einfach – für viele Dinge, die wir in der Schrift fanden. Zum Beispiel dafür, dass der Herr Arbeiter in seine Ernte sende. Die Frau starb sechs Wochen später – und jeder im Krankenhaus wusste, dass sie Christ war. Ein Brief mit einer tiefen Reue kam einige Tage später.

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