Interview: Unser Leben als Grossfamilie

Vor einiger Zeit habe ich dem Timotheus-Magazin (Ausgabe 3/2016, Nr. 24) ein Interview gegeben. Ich äusserte mich darin zum Leben als Grossfamilie. Da ich immer wieder Fragen dazu erhalte, hier ein Auszug aus dem Interview.

Auf deinem Blog hast du mehrfach den Lebensstil und die Einstellung vieler junger christlicher Männer stark kritisiert. Wo siehst du das Hauptproblem und was würdest du jungen Männern im Glauben heute raten?

Tatsächlich erlebe ich viele junge Männer als passiv und ohne echte Lebensaufgabe. Das heißt, sie lassen sich von ihren Begehrlichkeiten treiben (Sport, Essen, Autos, Spiele). Die Zeit verrinnt sehr schnell. Das Erste und Wichtigste, was ich raten kann: Tue mit 20 das, was du eigentlich für 40 geplant hättest. Das heißt: Investiere deine große Kraft in den Jugendjahren in die Ausbildung und in das Studium von Gottes Wort. Bitte um eine gottesfürchtige Frau. Wenn dir Gott eine Frau schenkt, halte um ihre Hand an. Heirate und übernimm Verantwortung im eigenen Haus und zunehmend auch in der Gemeinde.

Das klingt sehr gut. Was hältst du von Männern und Frauen, die sich entschließen keine Familie zu gründen. Laut Paulus ist es ja auch ein absolut biblischer Weg.

Sehr wichtig, dass du dies ansprichst. Das ist eine sehr löbliche Entscheidung! Alleinstehende haben es doppelt schwierig. Von der Gesellschaft lastet ein großer Druck auf ihnen, auf nichts zu verzichten. Dabei wäre ja genau das der Weg, den Paulus beschreibt. Viele Singles verstricken sich in vielerlei Beschäftigungen. Dazu kommt, dass die Gemeinden ihre Aktivitäten auf die Familie ausrichten. Singles sollten unbedingt integriert werden!

Ja, ich denke auch, dass gerade wir Christen diesen Weg auch gutheißen und unterstützen sollten, da er plausibel und biblisch ist. Auf deinem Blog hast du einen Beitrag verfasst, in dem du auflistest, worauf du alles bewusst verzichtest, um deine Vorstellung eines biblischen Familienlebens zu realisieren. Könntest du für unsere Leser beschreiben, was du anders machst als die »gewöhnliche« Familie?

Wir haben uns bei der Familiengründung entschieden, auf verschiedene Dinge zu verzichten. Dazu gehören das Eigenheim, das Auto und der Fernseher. Wir haben uns noch mehr Raum geschafft: Wir verzichten auf Ausgang, Kino und Urlaube im herkömmlichen Sinn. Auch für die Beschaffung von Lebensmitteln und Kleider haben wir uns genau überlegt, wie wir vorgehen. Nachträglich entdeckte ich, dass wir zu einer wachsenden Gruppe von städtisch geprägten Menschen gehören, die einen »Minimal Lifestyle« pflegen. Dadurch entsteht viel Raum, um als Familie Zeit zu verbringen. Wenn mich Menschen fragen, wie ich drei Stunden täglich lesen kann, antworte ich: »Ein Schweizer schaut zwei bis drei Stunden pro Tag fern. Ersetze diese Zeit mit Lesen.« Vor einigen Monaten (Ende 2015) haben wir uns überlegt, wie wir unsere Wohnung entschlacken können. Also haben wir Sofa, Tisch und einige andere Dinge abholen lassen. Das gab Raum für neue Ideen.

Wie schaffst du es angesichts dieser Tatsache die Harmonie zu wahren. Deine Söhne haben nicht rebelliert?

Hier muss ich unbedingt meine Frau ins Spiel bringen. Sie ergänzt mich hervorragend. Sie ist Köchin und Bäckerin, Lehrerin, Gärtnerin und noch vieles mehr. Sie schafft es immer wieder, zwischen den verschiedenen Anliegen zu vermitteln und mit ganz wenig Mitteln Wohnlichkeit und Behaglichkeit herzustellen. In Sprüche 31 könnte man ihren Namen einsetzen. Als ich das Buch von Edith Schaeffer »The Hidden Art of Homemaking« las, erinnerte mich das stark an meine Frau.

Ein sehr großes Privileg eine solche Frau zu haben. Wann hast du begonnen, diesen Lebensstil zu leben? Oder habt ihr euch von Anfang an entschlossen so zu leben?

Ich bin in einer Familie groß geworden, in der das Handwerkliche hoch geschrieben wurde. Diese Talente fehlten mir schon als Kind. Ich habe diese Einschränkungen nach einer Lebenskrise mit 30 Jahren akzeptiert und Gott um Wegweisung gebeten. Kurze Zeit später las ich die »Ethik« von Thomas Schirrmacher und begann mich für den Heimunterricht zu interessieren. Auf diesem Weg entdeckte ich viele spannende Berichte und Bücher, vor allem »Um unserer Kinder willen« von Susan Schaeffer Macauley (Tochter von Francis Schaeffer). Ich war begeistert und begann die Ideen schrittweise umzusetzen. Unser Lebensstil ist übrigens ein genialer Anknüpfungspunkt für Gespräche mit Nichtchristen.

Noch eine ganz praktische Frage. Wenn ihr euch als Familie spontan entschließt z.B. einen Ausflug oder Wanderung zu machen: Wie macht ihr das dann? Ohne Auto? Das ist doch kaum machbar, oder?

Es geht besser als in Deutschland, weil die Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut ausgebaut sind. Wir haben unsere Wohnlage von diesem Aspekt her überdacht. Zudem haben wir schon viele tolle Erfahrungen gemacht. Zwei sollen erwähnt sein: Wenn wir verreisen, lassen wir alles zu Hause, was wir nicht tragen können. Ein Bauer bringt das Gepäck auf die Alp, wir gehen zu Fuß hoch. Man überlegt sich dann auch genau, wann man ins Tal geht, um einzukaufen (schmunzelt). Eine Posthalterin in einem Bergdorf fuhr uns schon in dunkler Nacht zur Seilbahn, wo wir dann bei minus 20 Grad beim Häuschen ankamen. Ich schleppte mit letzter Kraft unser Baby im knietiefen Schnee hoch.

Da erlebt man sicher einiges. Würdest du einen solchen Lebensstil allen christlichen Familien empfehlen? Und wie geht man mit Kritik und »Druck« von außen an diesem Lebensstil um?

Wir haben wirklich schon viel erlebt. Wenn man zu Fuß geht, lernt man manche Flecken Erde kennen, an denen man sonst nie vorbeigekommen wäre. Und man trifft Menschen, die man sonst nie angetroffen hätte. Tatsächlich gilt es einige Kritik einzustecken, ganz ehrlich vor allem von »frommer« Seite. Zudem sind die eigenen (Herkunfts-)Familien besorgt. Sie können sich kaum vorstellen, wie befreiend ein solcher Lebensstil ist. Uns half anfangs vor allem der Kontakt zu anderen Großfamilien. Ich bin großer Fan von »Shadowing« – den Alltag von anderen Menschen zu erleben und daraus zu lernen. Einige Unternehmer, denen ich berufshalber begegnet bin, waren begeistert von meinen Schilderungen. Heute kennen wir ganz unterschiedliche Menschen wie z. B. Selbstversorger, Diakonissen und Bauern, die uns immer wieder ermutigen.

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Kolumne: Du verurteilst andere, verletzt sie und handelst nicht wie Jesus

Ich danke herzlich für die eingehende Diskussion der letzten Tage und verschiedene Zuschriften, die ich erhalten habe. Sie regen mich zum Weiterdenken an. Hier sind sechs Einwürfe, die (auch) Licht auf die gesellschaftliche Umgebung werfen, die uns Christen stark beeinflusst.

  1. Einwurf: „Wie kannst du für deine Meinung absolute Gültigkeit beanspruchen? Der eine sieht die Sache so, der andere so.“
    Hinter dieser Denkweise steckt ein Dogma. Damit bezeichne ich eine erste, nicht weiter hinterfragbare Denkvoraussetzung. Diese lautet: Zwei gegenteilige Ansichten können gleichzeitig wahr sein. Das hängt damit zusammen, dass die Behauptungen vom Betrachter abhängig sind. Das tönt vordergründig sehr demütig, ist es aber nicht, im Gegenteil: Es ist eine Anmassung. Weshalb? Es gibt selbstverständlich verschiedene Ebenen von Ansichten. Ob ein Christ einen nagelneuen Mercedes fahren darf, gehört einer anderen Ebene an als die Frage, welche Elemente in einem Gottesdienst vorhanden sein bzw. nicht sein dürfen. Dies ist nochmals zu unterscheiden von Aussagen wie: „Gott begrenzt sich freiwillig selbst um der Entscheide von Menschen willen.“ Oder: „Alle Menschen werden am Ende in Jesus gerettet.“ Oder: „Gott braucht keine Genugtuung um der Sünde willen.“ Zu den drei letzten Fragen äussert sich die Bibel in solcher Klarheit, dass Wahrheit eindeutig festgestellt werden kann. Zu dieser äusseren Klarheit gesellt sich das innere Zeugnis des Heiligen Geistes. In zentralen Fragen des Glaubens zu behaupten, dass die Wahrheit letztlich betrachterabhängig sei, ist ein Paradigma der Aufklärung. Sie ordnet dem Verstand des Einzelnen die letzte Urteilskraft zu. Das kommt dem Bruch des Ersten Gebots gleich.
  1. Einwurf: „Diese oder jene Aussage verletzt mich.“
    Der Einwand der Verletzung deutet an, dass ein säkularer Tabubruch geschehen ist. Das heisst: Es wird öffentlich eine Meinung angesprochen, die aber gemäss geltender gesellschaftlicher Übereinkunft in den privaten bzw. persönlichen Raum gehört. Auch dahinter steckt ein Dogma. Gewisse Themen dürfen nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden. In der Regel wird dies exklusiv auf christliche, nicht aber auf andere religiöse (buddhistische, esoterische, säkulare) Leitsätze angewandt. Zudem weist der Einwand des Verletztseins auf den Stellenwert des Gefühls beim Einzelnen hin. Jemand hat darum treffend gesagt: Christen sollten die letzten sein, die auf den „Zug des Verletztseins“ aufspringen. Sie gründen ihre Identität nicht auf eigenen Rollen und Erwartungen, sondern ausserhalb ihrer selbst auf Christus. Wenn sie in das „säkulare Gejammere“ einstimmen, beginnen sie sich indirekt vor Diskussion und Veränderung (= Heiligung) zu immunisieren.
  1. Einwurf: „Du urteilst über andere. Das darf man nicht.“
    Diese Anklage geht aus den beiden ersten Einwürfen hervor. Weil zwei einander widersprechende Aussagen gleichzeitig wahr sein dürfen (müssen) und das Gefühl des Einzelnen über die Frage entscheidet, ein Argument öffentlich zuzulassen, ist ein Urteil nicht mehr zulässig. Das Interessante an diesem Einwand: Er bricht durch Selbstwiderspruch zusammen. Kein Urteil über andere fällen zu dürfen, ist in sich ein Urteil. Und nicht nur dies: Ein Generalurteil.
  1. Einwurf: „Alle (Nach-Evangelikale wie klassisch Evangelikale) verfolgen doch das gleiche Ziel.“
    Über Motive zu urteilen, steht mir nicht an. Das muss ich klar herausstellen. Wenn es jedoch darum geht, dass eine Person öffentlich im Internet über Dinge, die den Kern des Glaubens betreffen, eine – auch kirchengeschichtlich – nachweisbare Irrlehre weiterverbreitet, ist eine öffentliche, scharfe Verurteilung nicht nur angebracht, sondern geboten. Wenn eine Kirchgemeinde oder ein Verband nicht selbst sofort öffentlich reagieren und ein Lehrverfahren einleiten, ist das de facto eine Bestätigung der Irrlehre. Darunter leiden zuerst einmal die Schwächsten, die Suchenden und Neubekehrten. Beispiele aus der Vergangenheit zeigen auf, dass die Irrlehrer mit der Zeit eine Gefolgschaft gewinnen und Andersgesinnte hinausstossen. Wann für den Einzelnen es angebracht ist, eine solche Gemeinde zu verlassen, ist eine Frage der Weisheit. Schweigen ist jedoch, gerade in verantwortlicher Position, keine Lösung.
  1. Einwurf: „Jesus hätte anders reagiert.“
    Ich habe kaum eine Diskussion erlebt, wo eine solche Aussage detailliert mit der Bibel und vor allem dem Zusammenhang hinterlegt wurde. Timothy Keller sagt an einer Stelle sinngemäss, dass die Pharisäerhasser oft selbst die grössten Pharisäer seien. Fromm verpackte Skeptiker treffen meines Erachtens die Kennzeichen von Pharisäer: Sie bauen ausserhalb der Schrift neue Gesetzmässigkeiten und wollen andere darauf verpflichten.
  1. Einwurf: „Wir sind doch alles Christen.“
    Wer Ihm gehört, weiss allein Er. Es ist jedoch ein grosser Irrtum, dass Menschen, die in den Zentrallehren (besondere der Gotteslehre und der Lehre der Erlösung) grundsätzlich von der Aussage der Bibel abweichen, einfach unter demselben Dach gesehen werden können. Ich pflichte Gresham Machen bei: Es geht hier nicht um Spielarten des gleichen Glaubens, sondern um zwei grundsätzlich unterschiedliche Religionen. Anmassend? Höre dir diesen Audiobeitrag mit der dazugehörigen Darstellung an.

Einige schreiben mir: „Du bist im persönlichen Gespräch so nahbar und nett.“ (Originalzitat) Danke für die Blumen. Sag mir, wenn es nicht mehr so sein sollte. Weshalb äussere ich mich jetzt in dieser Schärfe? Weil es „um die Wurst“ geht! Darum. Seltsam, dass ich diese Diskussion eigentlich nur im frommen Kuchen führe. Vielleicht deshalb, weil die Fronten (äusserlich) noch nicht geklärt sind.

Ich glaube, ich schreibe mal an “Hanniel bloggt”

Liebe Leser, ich erachte eine Rückmeldung in eigener Sache als angemessen. Ich hoffe nicht nur, dass ihr auf diese Weise meine Perspektive nachvollziehen könnt. Vielmehr ziele ich auf das, was mich auch zum Schreiben motiviert: Anderen Anstösse zum Denken und Handeln zu geben.

  • Ich verrichte diese Arbeit mit den Ressourcen, die Gott schenkt. Ich tue dies neben Ehe und Grossfamilie, intensiver Erwerbsarbeit, Privatunterricht und einigen Auftritten. Ich stehe ständig in einer Pflichtenkollision.
  • Ich ringe täglich um ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen (wie es Francis Schaeffer sinngemäss formuliert hat). Ich erachte es als ungeheuer herausfordernd, als Mann, Ehemann, Vater, Arbeitnehmer, Gemeindemitglied und Bürger im säkularen Sog bestehen zu können.
  • Die meisten Beiträge sind direkt oder indirekt Ergebnis dieses inneren Ringens. Sie werden durch eure Fragen, Einwände, aber auch durch viele berufliche und private Erlebnisse initiiert.
  • Ich priorisiere Fragen, die um Leben und Tod (geistlich und physisch) gehen. Zu manchen Sachfragen gibt es auf Seiten wie thegospelcoalition.org und evangelium21.net viele ausgewogene Artikel. Gebt doch das Stichwort über die Suchfunktion auf meinem Blog ein. Es stehen euch über 4000 Beiträge zur Verfügung.
  • Das Internet kann keine Ortsgemeinde ersetzen! Ich habe wiederholt dazu aufgerufen, den Schutz der Kirchgemeinde nicht zu verlassen. Wenn dich Fragen drängen, dann gehe zuerst zu deinen Ältesten und lass für dich beten. Hast du einen geistlichen Vater bzw. eine geistliche Mutter?
  • Wir leben in einer Zeit der schnellen Antworten. Es braucht Kraft und Ausdauer, unsere Fragen zu "schärfen". Was ist es genau, was ich erkennen möchte? Warum habe ich gerade diese Frage? Warum gerade jetzt? Mehr dazu im Beitrag "Im Fragen wachsen".

Fazit

  • Bitte schreibt mir weiterhin eure Fragen. Erwartet keine postwendende Antwort. Ich führe Buch über das Eingegangene und bete um weise Priorisierung.
  • Bittet um Mitarbeiter dieser Arbeit, die in den nächsten Jahren Korrekturen, Übersetzungen und auch Antworten übernehmen können.

Zitat der Woche: Wenige Dinge sind so theologisch wie der Schlaf

Ich lese das ausgezeichnete Buch RESET – Living a Grace-Paced Life in a Burnout Culture.  

  1. Leben als abhängiges Geschöpf: Many of our problems happen not only because we do the wrong things, but also because we believe the wrong things.Lots of people call God Creator but live like evolutionists. It’s as if life is about the survival of the fittest rather than about living like a dependent creature. (38-39)
  2. Schlaf und Theologie (54): Wenige Dinge sind so theologisch wie der Schlaf.
  3. Schlaf und Angst (58): Every anxious person I’ve met has either been in denial about how little sleep they get, or they’re overlooking the fact that they’re going to bed at random hours every night. (Charlie Hoehn)
  4. Die Wichtigkeit des Schlafs (61): Sometimes the godliest thing you can do in the universe is get a good night’s sleep. (D. A. Carson)
  5. Schlaf und Widerstandsfähigkeit (61): I am emotionally less resilient when I lose sleep. (John Piper)
  6. Vorbereitung auf den Schlaf (63): Preparing for sleep can be as important as what time you go to sleep. (Matthew Edlund)
  7. Schlaf und Genügsamkeit (64): Perhaps materialism and ambition are the biggest causes of sleep deprivation in our culture.Contentment is a wonderful cure for insomnia. 

Zitat der Woche: Gott bestimmt alles und der Mensch trifft echte, verantwortliche Entscheidungen

Ich habe das Vorrecht von klein auf die ganze Bibel lesen zu dürfen. Dabei fand ich, dass manche Aussagen von Christen, die über Gott getätigt werden, verblüffend anders klangen, als ich es in der Bibel vorfand. Da wurden nonstop Brücken gebaut in der Art von "Gott lässt es zu, wirkt es nicht". Ich hörte z. B. einen Input zu Apostelgeschichte 9, dass Paulus sich für Jesus entschieden habe. Ich las aber: Er warf ihn vom Pferd. Eben habe ich wieder in der ganzen Schrift sämtliche Tätigkeiten Gottes markiert und den Verben, die für den Menschen gebraucht werden, gegenübergestellt. Der Mensch ist verantwortlich handelnd, keine Frage – aber niemals in freier Entscheidung in Bezug auf das Heil. Das biblische Zeugnis ist einfach erdrückend. Ich muss meine Denkvoraussetzungen von der Bibel korrigieren lassen.

In der Diskussion fasste es einer meiner Freunde wundervoll in Worte:

Der menschliche Wille ist (subjektiv) frei, hebelt jedoch zu keinem Zeitpunkt Gottes ewigen Plan aus. Gottes ewiger, allumfassender Plan gilt, aber nicht so, dass er die Verantwortlichkeit des Menschen für seine Entscheidungen zerstört. Ein echtes Paradoxon, im Sinne eines sacrificium intellectus, schaffen wir hingegen, wenn wir einerseits, neben Gottes Allmacht und ewigen Ratschluss, Kontingenzmächte, wie eine absolute Willensautonomie des Menschen, einfordern, um den Kategorien unserer linearen Vernunft Genüge zu tun, und anderseits mit echter Erwartung auf Erhörung Gott um Gnade bitten. In dem Moment erwarten wir, dass Gott etwas tut, was er aufgrund unserer Vernunftsprämissen gar nicht tun kann (oder auf das er, um das hohe Gut unserer absoluten "Freiheit" zu wahren, freiwillig verzichtet). Menschen, die in Not oder um anderer Menschen Not willen hoffnungsvoll zu Gott beten, sind der beste Beweis, dass, abgekoppelt von seinen philosophischen Bedenken, jeder echte Christ im Herzen Calvinist ist.

Keiner kann den Tag seiner Geburt bestimmen oder seiner Körpergröße auch nur einen Zentimeter hinzufügen; Nichtgläubige sind tot in ihren Sünden und (schuldhaft, denn es ist schließlich Sünde) ignorant; gläubig werden die Menschen einzig und allein durch ein souveränes, übernatürliches Eingreifen Gottes, der "gläubig werden lässt, so viele ihrer zum ewigen Heil bestimmt sind". Nichts davon liegt an "eines Menschen Wollen und Laufen". Sowie wir gläubig sind, wandeln wir in "den guten Werken, die Gott für uns bereitet hat". Gottes Ermahnungen und Drohungen sind Gnadenmittel, die uns auf diesem Weg halten. All unsere Tage (ebenso wie die Haare auf unserem Haupt) sind gezählt. Unser Leid ist von Gott bemessen. Dieser absolute Determinismus ist Trost und Sicherheit für die Gläubigen. Er lässt uns dankbar und demütig sein. Welcher Teufel reitet uns Menschen nur, um jeden Preis ein marodes Konstrukt eines "freien menschlichen Willens" auf Kosten umfassender göttlicher Souveränität über die Runden retten zu wollen?

Wir sollten einfach dabei bleiben, stehen zu lassen, was die Bibel als Gottes geschriebene Selbstoffenbarung darüber lehrt. Und sie lehrt durchweg beides, implizit und explizit: einerseits, dass Gott alles bestimmt, was geschieht, und anderseits, dass Geschichte echte Bedeutung hat und der Mensch echte, verantwortliche Entscheidungen trifft. Wenn wir das gedanklich (noch) nicht zusammenbekommen, erwächst daraus kein Recht, die eine Aussage einfach fallenzulassen.

Aus meiner Bibellese: Der souveräne Gott in Zeit und Geschichte

Als Künstlernatur schreibe ich polemische Posts gar nicht gerne. Es nervt mich, dass solche Beiträge die Wochencharts stürmen. Sie rauben mir Energie und Kreativität – und Schlaf. Auf einen polemischen Beitrag verfasse ich wohl 100 konstruktive Beiträge. Darum freue ich mich, dem Leser heute eine Zusammenstellung aus meinem aktuellen Durchgang durch die Bibel darzureichen. Es ist keine umfassende Auflistung, sondern die Darstellung einiger Eindrücke vom täglichen Lesen. Ich rufe: "Seht, das ist unser Gott!" Hand aufs Herz: Hast du dich unter diesen mächtigen Gott gebeugt? Liest du die Bibel ganz oder verschliesst du die Augen vor diesen Stellen? Hörst du in der Verkündigung deiner Kirchgemeinde von diesem Gott?

Gottes umfassender Besitzanspruch

1. Mose 1 Gott schuf… (er sprach/es wurde; er machte/setzte/segnete … und es geschah so)

Ps 33,9 (E)r sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da.

Römer 11,36 von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit!

Offenbarung 4,11 Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!

Kolosser 1,16-17 Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm.

Psalm 100, 3 Erkennt, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Psalm 24,1 Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner;

Psalm 115,3 Aber unser Gott ist im Himmel; er tut alles, was ihm wohlgefällt. (Darum später: Vertraut auf den Herrn!)

Gottes Gericht über sein Volk in der Wüste (4. Mose)

4. Mose 11,33 Als aber das Fleisch noch zwischen ihren Zähnen und noch nicht verzehrt war, da entbrannte der Zorn des HERRN über das Volk, und der HERR schlug sie mit einer sehr großen Plage.

4. Mose 14,12 (Gott zu Mose) Ich will sie mit der Pest schlagen und ausrotten; und ich will dich zu einem Volk machen, das größer und mächtiger ist als dieses!

… und die Einsprache von Mose: 4. Mose 14,18+19 Der HERR ist langsam zum Zorn und groß an Gnade; er vergibt Schuld und Übertretungen, obgleich er keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, bis in das dritte und vierte Glied. Vergib nun die Schuld dieses Volkes nach deiner großen Gnade, wie du auch diesem Volk verziehen hast von Ägypten an bis hierher!

4. Mose 21,6 Da sandte der HERR Seraph-Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, sodass viel Volk in Israel starb.

4. Mose 22,22 Aber der Zorn Gottes entbrannte darüber, dass er (Bileam)  ging. Und der Engel des HERRN trat ihm als Widersacher in den Weg.

4. Mose 25,3 Israel begab sich unter das Joch des Baal-Peor. Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel.

4. Mose 32,13 So entbrannte der Zorn des HERRN über Israel, und er ließ sie in der Wüste hin und her ziehen 40 Jahre lang, bis die ganze Generation aufgerieben war, die Böses getan hatte in den Augen des HERRN.

4. Mose 33,4 während die Ägypter diejenigen begruben, welche der HERR unter ihnen geschlagen hatte, nämlich alle Erstgeborenen; denn der HERR hatte an ihren Göttern Gericht geübt.

Gottes Gericht über Kanaan (Josua)

Josua 2,24 Der HERR hat das ganze Land in unsere Hand gegeben

Josua 4,24 (Erzählung an die Nachkommen) damit alle Völker auf Erden erkennen, wie mächtig die Hand des HERRN ist, und damit ihr den HERRN, euren Gott, allezeit fürchtet!.

Josua 6,2 der HERR sprach zu Josua: Siehe, ich habe Jericho samt seinem König und den tapferen Kriegern in deine Hand gegeben. (auch 8,1)

Josua 10,10-11 der HERR erschreckte sie vor Israel und schlug sie in einer großen Schlacht bei Gibeon … da ließ der HERR große Steine vom Himmel auf sie fallen

Josua 11,20 es geschah von dem HERRN, dass ihr Herz verstockt wurde

Josua 21,44 Und der HERR verschaffte ihnen Ruhe ringsum, ganz so, wie er ihren Vätern geschworen hatte; und keiner ihrer Feinde konnte vor ihnen bestehen, sondern der HERR gab alle ihre Feinde in ihre Hand.

Gottes richtendes Handeln über Israel (Hesekiel)

Hesekiel 5,13 So soll mein Zorn vollstreckt werden, und ich will meinen Grimm an ihnen stillen und mich rächen; und sie sollen erkennen, dass ich, der HERR, in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen Grimm an ihnen vollstrecke.

Hesekiel 7,9 Mein Auge soll dich nicht verschonen, und ich will mich nicht erbarmen, sondern dir vergelten nach deinen Wegen, und deine Gräuel werden in deiner Mitte sein; und so sollt ihr erkennen, dass ich, der HERR, es bin, der die Schläge austeilt.

Hesekiel 12,25 Denn ich, der HERR, ich rede; das Wort, das ich rede, das soll auch geschehen und nicht weiter hinausgezögert werden. Ja, ich will in euren Tagen, du widerspenstiges Haus, ein Wort reden und es auch vollbringen!, spricht GOTT, der Herr.

Hesekiel 15,6 Darum, so spricht GOTT, der Herr: Wie ich das Holz des Weinstocks unter den Bäumen des Waldes dem Feuer zur Nahrung bestimmt habe, so habe ich auch die Einwohner Jerusalems dahingegeben.

Hesekiel 16,38 Ich will dir auch das Urteil sprechen, wie man den Ehebrecherinnen und Mörderinnen das Urteil spricht, und an dir das Blutgericht vollziehen mit Grimm und Eifer.

Hesekiel 20,22 Aber ich zog meine Hand zurück und handelte um meines Namens willen, damit er in den Augen der Heidenvölker, vor deren Augen ich sie ausgeführt hatte, nicht entheiligt würde.

Hesekiel 22,14 Wird dein Herz es aushalten und werden deine Hände stark sein in den Tagen, da ich mit dir abrechnen werde? Ich, der HERR, habe es geredet und werde es tun!

Hesekiel 23,28 Denn so spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich will dich in die Hand derer geben, die du hasst, ja in die Hand derer, von denen deine Seele sich abgewandt hat.

Hesekiel 24,14 Ich, der HERR, habe es gesagt; es kommt dazu, und ich werde es tun! Ich lasse nicht nach, ich schone nicht, und es soll mich auch nicht reuen. Man wird dich richten nach deinem Wandel und nach deinen Taten!, spricht GOTT, der Herr.

Hesekiel 28,22 (Gericht über Zidon) und sprich: So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich komme über dich, Zidon, und will mich verherrlichen in deiner Mitte, und sie sollen erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich das Urteil an ihm vollstrecken und mich an ihm heilig erweisen werde.

Gottes globales Handeln (Psalmen)

Psalm 2,2-4+10 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den HERRN und gegen seinen Gesalbten2 :  »Lasst uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!« Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie. … So nehmt nun Verstand an, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter der Erde!

Psalm 33,10-15 Der HERR macht den Ratschluss der Heiden zunichte, er vereitelt die Gedanken der Völker. Der Ratschluss des HERRN bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht. Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat! Der HERR schaut herab vom Himmel, er sieht alle Menschenkinder; von der Stätte seiner Wohnung schaut er auf alle Bewohner der Erde. Er, der ihnen allen das Herz gebildet hat, er gibt auch acht auf alle ihre Werke.

Psalm 94 Du Gott der Rache, o HERR, du Gott der Rache, leuchte hervor! Erhebe dich, du Richter der Erde, gib den Hochmütigen ihren Lohn! Wie lange sollen die Gottlosen, o HERR, wie lange sollen die Gottlosen frohlocken?

Psalm 95,4-6 In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Gipfel der Berge gehören ihm. Sein ist das Meer, denn er hat es gemacht, und seine Hände haben das Festland bereitet. Kommt, lasst uns anbeten und uns beugen, lasst uns niederfallen vor dem HERRN, unserem Schöpfer!

Psalm 98,7-9 Es brause das Meer und was es erfüllt, der Erdkreis und die darauf wohnen; die Ströme sollen in die Hände klatschen, die Berge allesamt sollen jubeln vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten! Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

Psalm 99,1-5 Der HERR regiert als König — die Völker erzittern; er thront über den Cherubim — die Erde wankt! Der HERR ist groß in Zion und hoch erhaben über alle Völker. Loben sollen sie deinen Namen, den großen und furchtgebietenden — heilig ist er! —, und die Stärke des Königs, der das Recht liebt. Du hast die Redlichkeit fest gegründet; Recht und Gerechtigkeit hast du in Jakob geübt. Erhebt den HERRN, unseren Gott, und fallt nieder vor dem Schemel seiner Füße — heilig ist er!

Gottes absolute Souveränität in der Geschichte (Jesaja 40-48)

Jesaja 40,22-24 Er ist es, der über dem Kreis der Erde thront und vor dem ihre Bewohner wie Heuschrecken sind; der den Himmel ausbreitet wie einen Schleier und ihn ausspannt wie ein Zelt zum Wohnen; der die Fürsten zunichtemacht, die Richter der Erde in Nichtigkeit verwandelt— kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm in der Erde Wurzeln getrieben, da haucht er sie an, und sie verdorren, und ein Sturmwind trägt sie wie Stoppeln hinweg.

Jesaja 41,2-4 Wer hat vom Aufgang her den erweckt, dem Gerechtigkeit begegnet auf Schritt und Tritt? Wer gibt Völker vor ihm hin und unterwirft ihm Könige? Er macht sie wie Staub vor seinem Schwert, wie verwehte Stoppeln vor seinem Bogen. Er verfolgt sie, zieht wohlbehalten einen Weg, den er mit seinen Füßen nie zuvor betrat. Wer hat es bewirkt und ausgeführt? Er, der die Geschlechter gerufen hat von Anbeginn: Ich, der HERR, der ich der Erste bin und auch bei den Letzten noch derselbe!

Jesaja 42,8-9 Ich bin der HERR, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen! Siehe, das Frühere ist eingetroffen, und Neues verkündige ich; ehe es hervorsprosst, lasse ich es euch hören.

Jesaja 43,11-13 Ich, ich bin der HERR, und außer mir gibt es keinen Retter. Ich habe verkündigt, gerettet und von mir hören lassen und bin nicht fremd unter euch; und ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, dass ich Gott bin. Ja, von jeher bin ich derselbe, und niemand kann aus meiner Hand erretten. Ich wirke — wer will es abwenden?

Jesaja 44,6-8 So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. Und wer ruft wie ich und verkündigt und tut es mir gleich, seit der Zeit, da ich ein ewiges Volk eingesetzt habe? Ja, was bevorsteht und was kommen wird, das sollen sie doch ankündigen! Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich es dir nicht schon längst verkündet und dir angekündigt? Ihr seid meine Zeugen! Gibt es einen Gott außer mir? Nein, es gibt sonst keinen Fels, ich weiß keinen!

Jesaja 45,5-7 Ich bin der HERR und sonst ist keiner; denn außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dich gegürtet, ohne dass du mich kanntest, damit vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang erkannt werde, dass gar keiner ist außer mir. Ich bin der HERR, und sonst ist keiner, der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der HERR, vollbringe dies alles.

Jesaja 46,9-10 Gedenkt an das Frühere von der Urzeit her, dass Ich Gott bin und keiner sonst; ein Gott, dem keiner zu vergleichen ist. Ich verkündige von Anfang an das Ende, und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, werde ich vollbringen.

Jesaja 48,11-13 Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es vollbringen! Denn wie würde ich sonst gelästert! Und ich will meine Ehre keinem anderen geben.  Höre auf mich, Jakob, und du, Israel, mein Berufener! Ich bin es, ich bin der Erste, und ich bin auch der Letzte! Ja, meine Hand hat die Erde gegründet und meine Rechte die Himmel ausgespannt. Sobald ich ihnen zurufe, stehen sie allesamt da.

Der Offene Theismus schliesst die Lücke in der nach-evangelikalen Dogmatik: Eine Stellungnahme

Dies ist eine Stellungnahme zum Artikel "Gott hat keinen Plan für dein Leben"

Cheftheologe von ICF propagiert offen einen theologisch liberalen Kurs

Ich kenne Manuel Schmid nicht persönlich. Er präsentiert sich als chilliger Familienvater, auf der Höhe der (spätmodernen) Zeit. Den Doktortitel von der Uni Basel hat er in der Tasche. Er ist "Teaching Pastor" der ICF-Truppe Basel und gleichzeitig Cheftheologe ("Theologiebeauftragter") der ICF-Bewegung. Er doziert an Chrischona und am IGW, zwei massgeblichen freikirchlichen Ausbildungsstätten der Schweiz. Fachlich hat er in freikirchlichen Reihen eine Lücke geschlossen, nämlich eine Aktualisierung der Gotteslehre.

In diesem Bereich gähnte in den letzten Jahrzehnten in freikirchlichen Kreisen eine Leere. Ich könnte mich an keine einzige Predigtserie seit Kindsbeinen an erinnern, die sich bewusst und ausschliesslich der Gotteslehre widmete. Mit der Bewegung des «Offenen Theismus», die vor etwa 15 Jahren in den USA unter Evangelikalen für Furore sorgte, platziert Schmid sich nun prominent in der Zeitschrift «idea Spektrum» und hält nicht nur an der Uni Basel, sondern auch im IGW einen Studientag ab. Mitarbeiter von ICF Basel und Mittelland wurden 2017 zu Seminaren mit dem einschlägig bekannten Greg Boyd aufgeboten. Boyd predigte auch im ICF Basel, die Aufnahmen stehen auf Youtube. Eine Seite überdenken.org gibt es auch. Medial und lebensweltlich ist die Lehre gekonnt platziert. Auch rhetorisch lässt Schmid nichts anbrennen.

Weshalb also der Aufruhr? Ich fasse mich kurz: Weil die skizzierte Gotteslehre die Selbstoffenbarung Gottes, das heisst seine Darstellung in Wesen und Taten in der Bibel, auf groteske Weise verzerrt. Hier geht es nicht um eine Randfrage. Hier geht es um das Wesentliche. Es hat mich bereits gewundert: Über die Frage des Evangeliums (mit Rob Bells «Das letzte Wort hat die Liebe»), verschiedenen Schriften zur Gesellschaftstransformation (z. B. Roland Hardmeiers «Missionale Theologie»), einer individualistisch interpretierten Ekklesiologie (mit Wayne Jacobsons «Der Schrei der Wildgänse»), dem mystischen Andachtsbuch (Sarah Youngs «366 Liebesbriefe für Jesus») und natürlich einigen Übersetzungen von Brian McLaren fehlte nur noch das Kronstück: Die Gotteslehre. Damit ist die Dogmatik für die Gemeindeleiter der nächsten Generation abgerundet.

Als Lehrer der Theologie tragen wir eine besondere Verantwortung (Jakobus 3,1). Wir werden ein schärferes Urteil empfangen. Ich sage es offen: Dass Schmid ein solcher Einflussbereich zugestanden wird, redet auch für seine Auftraggeber eine deutliche Sprache. Offensichtlich wird der nach-evangelikale Kurs gestützt.

Das Leid ist der Fels, an dem die Utopien des Nach-Evangelikalismus zerschellen

Endlich wird mal wieder etwas über Gott gesagt. Der Schwerpunkt der letzten Jahre und Jahrzehnte lagen bei der Lehre des Menschen.

Absolut richtig! Die Gotteslehre wurde in den Gemeinden sträflich vernachlässigt. Alles beginnt bei der den Aussagen über Gott und sein Wesen. Die einzige Quelle dafür ist das Wort Gottes. Sie ist Gottes Selbstoffenbarung. Über die letzten Jahre hörte ich in vielen Predigten den immer gleichen Slogan: Gott ist Liebe. Dieser Begriff ist säkular und auch fromm vor-geprägt. Wir stellen uns darunter einen Gott als Gegenüber vor, der es für uns gefühlsmässig passend macht. Eine Umfrage in den USA, die nun schon 12 Jahre zurückliegt, zeigte genau dieses Bild einer moralistisch-therapeutischen Religion: Ich lebe anständig, dann belohnt es Gott. Er bringt meine Gefühle in Ordnung und zum Schwingen. Dem steht die Realität des Alltags gegenüber: Wir erleben Gott nicht, und wenn wir ein Problem haben, meldet er sich nicht. Seltsam. Gott sei Dank lese ich in der Bibel über einen ganz anderen Gott.

Der offene Theismus ist eine Bewegung aus dem nordamerikanischen Raum.

Richtig, sie ist dort kurz aufgeblüht, um in der Versenkung zu verschwinden. Was hierzulande viele nicht wissen: Innerhalb der Evangelical Theological Society (ETS) wurde 2003 darüber abgestimmt, ob die Anhänger dieser Bewegung aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden sollten. Es wurde ganz knapp dagegen entschieden. Leider sind die einschlägigen Werke, die im Evangelikalismus eine klare Mehrheit fanden, (noch) nicht in die deutsche Sprache übersetzt.

Die Leiter und Verantwortlichen der ICF Movement sind kürzlich zu Seminaren um Greg Boyd eingeladen worden.

Umso schlimmer! Da wird ein „Guru“ eingeflogen. Woher sollen denn die theologisch unbeschlagenen Leiter, die oft über Jahre kaum eine auslegende Predigt gehört haben, über Fragen zur Gotteslehre entscheiden können? Wenn jemand rhetorisch brillant redet, also die Performance stimmt, dann ist die Sache doch schon gegessen.

Dann präsentiere doch bitte mal dein Gottesbild!

Ausführlich habe ich das in einem Artikel dargelegt. Sieh dir doch bitte die Hunderte (!) von Bibelstellen an, die ich dort zusammengestellt habe. Das Gesamtzeugnis der Bibel offenbart uns einen Gott, der a) völlig souverän alle Geschehnisse bewirkt, b) die Geschichte zur Vollendung führt, c) im Leben der Seinen oft verborgen bleibt und d) das Leid oft als „Megafon“ (Vergleich von C. S. Lewis) einsetzt, um Menschen zur Besinnung zu bringen. Dass sich Gott freiwillig auf die Mitwirkung von Menschen einlässt und deshalb „verlaufsoffen“ bleibt, ist einfach unhaltbar. Dass es uns Menschen nicht passt, dass wir nicht überall Einblick haben, und dass wir uns gerne als „Sparring“-Partner Gottes sehen, ist eher kulturelles Produkt der Aufklärung.

Die Kritik, dass Gott die Zukunft nicht kennt, greift zu kurz. Boyd ist da viel versierter.

Das ist richtig. Doch die Argumente müssen logisch fertig gedacht und dann mit dem Zeugnis der Bibel abgestimmt werden. Die Verlaufsoffenheit der Geschichte durch den Miteinbezug des Menschen macht Gott letztlich abhängig von den Entscheiden der Geschöpfe. Das widerspricht klar dem biblischen Zeugnis. Dafür muss man keine Theologie studiert haben.

Was sagst du denn einer Person, deren Sohn mit vier Jahren an Krebs umgekommen ist?

Das Leid ist der Fels, an dem die Utopien der Moderne zerschellen. Etwa so formulierte es der deutsche Sozialphilosoph Günter Rohrmoser. Das gilt auch für die Frommen. Die Realität des Leids mit einem in der Konsequenz impotenten Gott zu beantworten, führt zu keiner Linderung des Alltags. Im Gegenteil: Es raubt uns den Trost eines souveränen Gottes, der die Geschichte zu seinem Ziel führt.

Immer diese Kritik. Können denn die Konservativen nichts stehen lassen?

Richtig, Kritik ist angebracht. Sogar noch mehr als Kritik: Wir sollen kämpfen und Menschen aus dem Feuer retten (Judas 3 & 23) Es geht um das Eingemachte. In den letzten Jahren wurde in theologischen Seminaren viel Unfug gelehrt. Es wurden weder Lehrverfahren eingeleitet noch wurde in Gemeinden klar Stellung bezogen. Um des lieben Friedens willen schwieg man lieber.

Nochmals: Was würdest du einer leidenden Person sagen?

Oh, ich habe Kontakt zu verschiedenen Menschen, die Grauenvolles durchlebt haben. Wenn ich die Zuversicht und das Vertrauen dieser Menschen betrachte, dann kann ich nur sagen: Es ist der all-mächtige Gott, der sie bei sich hält (Psalm 73,23). Die Antwort tönt ganz klassisch: Halte dich an die Zusagen Gottes. Ernähre dich täglich (und manchmal stündlich) von diesem Wort. Flüchte immer wieder im Gebet zu Christus. Verlasse auf keinen Fall den Schutz der Ortsgemeinde. Rechne damit, dass manche deiner Mitchristen deine Situation nicht verstehen. Tröste andere Menschen, so wie Paulus seine eigene Verzweiflung am Leben als Anlass sah, andere zu trösten (2Kor 1,3+8).

Das ist mir zu wenig!

Dann empfehle ich dir meine Einführung zur Gotteslehre „Wer Gott verliert, verliert sich selbst“ und den bereits genannten Artikel „Schränkt Gott seine Kontrolle zugunsten des freien menschlichen Willens ein?“

Fünf Argumente des Artikels: Eine Entgegnung

Es braucht eine hermeneutische Vorbemerkung. Alle fünf Fragen entstehen aus Denkvoraussetzungen der Moderne heraus, in denen sich der Mensch als Subjekt, das heisst als erste und beurteilende Grösse, wahrnimmt. Sein Verstand ist die Instanz, um die Vernünftigkeit von Argumenten zu beurteilen. Letztlich müssen wir jedoch den umgekehrten Weg gehen. Wir stellen sämtliche Aussagen über Gottes Wesen und sein Wirken zusammen und lassen daraus unsere Vorstellungen korrigieren. Unser Denken muss an Gottes Denken geeicht werden. Das gilt gerade auch in der Frage nach dem Leid!

Bei den Antworten greife ich auf den ausgezeichneten Zusammenzug von Thomas Schirrmachers Ethik (Bd. 1, Lektion 5) zurück.

Weiss Gott nicht im Voraus, was der Mensch mit seinem freien Willen tun wird?

Gott erhält jeden Moment das ganze Universum (Hebr 1,3). Das erstreckt sich bis in die kleinsten Vorgänge des Alltags (Mt 10,29-30; Mt 6,26).  Ereignisse insgesamt werden vorherbestimmt (Daniel 2,21; 4,31-32; Jesaja 46,9-11; Hiob 23,13-14; Apostelgeschichte 4,27-28; Sprüche 19,21). Die Vorherbestimmung ermöglicht das Leben des Christen (Römer 8,28-30; Jeremia 1,5; Galater 1,15).

Kann Gott leidvolle Ereignisse nicht verhindern?

Gott schafft und wirkt gar das Böse und lenkt es (z. B. 1. Samuel 2,25; Sprüche 16,4; Jes 45,6-7; Amos 3,6; Klagelieder 3,37-38; Prediger 7,13-14; Offenbarung 17,17).  Er kontrolliert und sendet böse Geister (1. Samuel 16,14; 2. Samuel 24,1). Er benutzt auch das Böse für seine Zwecke (1. Mose 45,8; 50,20; Apg 2,23; 3,18) – um letztlich Gutes daraus zu entstehen lassen.

Zur Frage nach dem Leid habe ich anhand des 1. Petrusbriefes einen Artikel geschrieben, den ich dringend zur Lektüre empfehle.

Schreibt Gott eine dynamische und ergebnisoffene Geschichte mit uns?

Sowohl in der Josefsgeschichte (1. Mose 37-50) als auch bei Hiob, Ester, Daniel und den Propheten spielt die Vorherbestimmung aller Ereignisse eine massgebliche Rolle. Lesen wir Römer 9-11 und die Offenbarung: Sie berichtet uns dasselbe. Einzelne Ereignisse sind zeitlich im Voraus festgelegt (Johannes 8,20; Matthäus 24,36; Habakuk 2,3). Auch die Todesstunde steht in Gottes Hand (Hiob 14,5; Psalm 39,4-5; Apostelgeschichte 17,26). Gott macht Pläne zunichte (Nehemia 4,9; Daniel 3,17), auch scheinbar zufällige Ereignisse gehören dazu (Sprüche 16,33; Jona 1,7; 1. Könige 22,34).

Ist ein Gott, der nicht alles unter Kontrolle hat und nicht für alles verantwortlich gemacht werden muss, die bessere Alternative?

Es geht letztlich um ein Gesamtparadigma: Ist Gott ein Akteur, der auf unseren Befehl hin die Privatbühne zu betreten und wieder zu verlassen hat? Oder ist er der souveräne Gott, der alles nach seinem Wohlgefallen zu Seiner Ehre wirkt? Wenn ich Altes und Neues Testament lese, bin ich von letzerem felsenfest überzeugt (Psalm 24; Psalm 100,3; 115,3; Römer 11,36; Offenbarung 4,11).

Hält der Offene Theismus konsequent an der Liebe Gottes fest?

Das ist eine Schlüsselfrage. Durch Altes und Neues Testament zieht sich ein roter Faden: Gott ist ein heilig-liebender Gott. Ein Gott der Liebe ohne seine Heiligkeit ist eine Karikatur (und umgekehrt ebenso). Das grosse Problem des Evangelikalismus ist die Unterbelichtung der Heiligkeit Gottes. Ich habe es erlebt, dass in einer Predigt nur der erste Teil von 2. Mose 34,6-7 vorgelesen wurde. Dadurch wird der Begriff der Liebe «abgetakelt» und entstellt. David F. Wells hat dies in seinem Buch «Gott im Zentrum» meisterhaft dargestellt. In meiner ausführlichen Besprechung gehe ich näher darauf ein. Jonas Erne hat zudem eine gut leserliche Zusammenfassung von D. A. Carsons Buch «Die schwierige Lehre von der Liebe Gottes» erstellt.

Input: Knappe, präzise Einführung in die Bundestheologie

Ja, ich stimme dem Konzept der Bundestheologie zu. Michael Horton hat sie in diesem Artikel wunderschön erklärt.

Die reformierte Theologie hat aus der Schrift drei überspannende Bünde herausgearbeitet. Der Bund der Erlösung ist ein Abkommen zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist in der Ewigkeit, sich ein Volk zu erwählen, zu erlösen und zu berufen, wobei der Sohn als Mittler fungiert (Joh 6,39-44; 10; 17,1-5, 9-11; Röm 8,28-31). Adam wurde im Bund der Werke zum Bundeshaupt der Menschheit gemacht, und Jesus Christus ist im Bund der Gnade das Bundeshaupt seiner neuen Menschheit, die sowohl Gläubige als auch ihre Kinder umfasst … In Adam erben wir Schuld und Verderbnis, die zum Tod führen, und in Christus erben wir Rechtfertigung und Neugeburt, die zum ewigen Leben führen (Röm 5,12-21).

… von Genesis 3,15 an entfaltet sich Gottes überraschende Ankündigung des Evangeliums in der Geschichte, bis er seine Verheißung in der Person und dem Werk von Jesus Christus erfüllt. Unser „letzter Adam“, Jesus, bestand die Probe und gewann für seine Nachkommen das Recht, vom Baum des Lebens zu essen. Mit seiner Evangeliumsverheißung in Genesis 3,15 gründet Gott einen Bund der Gnade, der nicht länger auf dem Gesetz beruht, sondern auf der Verheißung. Und er gründet eine Kirche, die „anfing, den Namen des Herrn anzurufen“ (1Mo 4,26).

Weiterführend empfohlen: Bundestheologie als hermeneutischer Schlüssel (J. I. Packer)

Wer der englischen Sprache mächtig ist, dem empfehle ich: The Christian Faith: A Systematic Theology for Pilgrims on the Way. (Systematische Theologie von Michael Horton)

Auf dem Bücherregal: Buchbesprechungen Januar

Ich habe einige neue Bücher (z. T. Rezensionsexemplare) gelesen. Manchmal fragen mich die Leute, ob ich alle Bücher ganz und von vorne nach hinten lese. Nein! Hier fasse ich meine methodische Bandbreite zusammen.

Craig G. Bartholomew. Contours of the Kuyperian Tradition: A Systematic Introduction. Breite und tiefe Einführung in das reiche Erbe der niederländisch-calvinistischen Bewegung. 4 von 5 Sternen. Abzug: Seltsame Anbiederung an die Ökumene (off topic).

Timothy Keller. Kathy Keller. Ein Jahr mit den Psalmen: 365 Andachten. Aus der Fülle von Situationen und Gefühlen fürs 21. Jahrhundert geschöpft – insgesamt zu knapp. 4 von 5 Sternen. Abzug: Hier wäre mehr besser (und genauer) gewesen. Keller hatte zuvor zwei tiefergehende und ausführlichere Entwürfe gemacht. Achtung: Die Übersetzung hat einige theologische Ungenauigkeiten.

Uwe Siemon-Netto. Duc, der Deutsche: Mein Vietnam. Warum die Falschen siegten. Politisch inkorrekter Vietnam-Bericht eines lutherischen Kriegsreporters. 4 von 5 Sternen. 4 von 5 Sternen. Das Buch hat mich bewegt. Sehr empfehlenswert ist auch seine Dissertation: Luther – Lehrmeister des Widerstands. 

Hannah Arendt. Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Beobachtungen zu einem historischen Prozess und der Frage der Schuld. 4 von 5 Sternen.

Hans-Joachim Maaz. Das falsche Leben: Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft. Schilderung von individuellen Störungen und kollektiven Normopathien als Erklärungsansatz für das Mitläufertum. 4 von 5 Sternen.

Manfred Hildermeier. Geschichte der Sowjetunion 1917-1991: Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates. Professorales, dichtes Gesamtwerk mit einem Kapitel 1996-2016. 5 von 5 Sternen.

Hermann Giesecke. Pädagogische Illusionen: Lehren aus 30 Jahren Bildungspolitik. Der Wechsel von objektiven Lerninhalten zur Entdeckung des Subjekts (Schüler): Steigende Kosten und steigende Ineffizienz. 5 von 5 Sternen.

Jan Tischhauer. Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde. Die journalistisch scharfzüngige Enttarnung einer Utopie. 5 von 5 Sternen.

Standpunkt: Das Kreuz und der Sühnetod – Kernstück der biblischen Botschaft

Mein Bloggerkollege Markus Till hat John Stotts wegweisendes Buch "Das Kreuz" im Beitrag "Das Kreuz – Stolperstein der Theologie" unter die Lupe genommen. 

Der stellvertretende Opfertod Jesu ist der innerste Kern des Evangeliums. Die theologische Verwirrung um die Bedeutung des Kreuzes zeigt, wie sehr das vorherrschende Schriftverständnis der Kirche schadet.

Ähnlich meinem eigenen Erleben vor einigen Jahren musste er feststellen:

Jahrzehntelang war für mich die Antwort auf diese Frage simpel und sonnenklar: Für mich! Um meiner Vergehen willen! Die Strafe liegt auf ihm, damit ich Frieden habe. Sein Opfer hat meine Schuld bezahlt („gesühnt“). Mein Schuldschein hängt am Kreuz. Deshalb habe ich freien Zugang zu Gott und mein Name steht im Buch des Lebens.

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass es bei diesen allerzentralsten Aussagen des Christentums irgendetwas zu diskutieren gäbe. Weit gefehlt!

„Gott braucht kein Opfer und schon gar kein Blut." Dessen sind sich mittlerweile auch manchen Dozenten und Pastoren in Freikirchen sicher. Hier wird nicht nur kirchengeschichtlich, sondern in erster Linie in der Heiligen Schrift eine rote Linie überschritten! Verkündiger der Bibel, bitte nehmt dies zur Kenntnis:

Verlorene Einheit: Wenn Alles in Frage gestellt ist, dann gibt es auch keine gemeinsamen Glaubensgrundlagen und -gewissheiten mehr. Dann wird die Einheit der Kirche von innen ausgehöhlt. Dann bleibt  nur noch die äußere Organisation als notdürftiges Bindemittel, das immer schlechter funktioniert und bald zerbricht.

Aus diesem Grund habe ich kürzlich den Vortrag "Wie sollen wir als Christen im 21. Jahrhundert leben?" erneut gehalten (Youtube-Aufnahme). Den Wortlaut habe ich veröffentlicht.