Sexualethik (2): Geschaffen als Mann und Frau

Und Gott … schuf sie als Mann und Frau. (1. Mose 1,27)

Es gibt als Grundidentität nur Frau und Mann, keine bi-, hetero- oder homosexuellen Menschen. Wer diese Landkarte wegnimmt, entzieht dem Menschen einen Teil seiner selbst. Diese Desorientierung kann tiefes Leid auslösen. Und dieses Leid nimmt niemand mehr wahr, denn: Unser Konzept sieht dies gar nicht vor.

Man muss zu zweifeln verstehen, wo es notwendig ist

Man muss zu zweifeln verstehen, wo es notwendig ist, sich Gewissheit verschaffen, wo es notwendig ist, und sich unterwerfen, wo es notwendig ist. Wer nicht so handelt, missachtet die Kraft des Verstandes. Es gibt Menschen, die gegen diese drei Grundforderungen verstossen, die entweder behaupten, alles sei beweisbar, weil sie nichts vom Beweisen verstehen, oder alles bezweifeln, weil sie nicht wissen, wo man sich unterwerfen muss, oder sich in allen Fällen unterwerfen, weil sie nicht wissen, wo man urteilen muss.

Blaise Pascal. Pensées. Fragment 268.

Gott ist tot. Es lebe der Glaube!

Diese für den Tages-Anzeiger eher unübliche Titelzeile ziert heute einen längeren Beitrag zum Werk “Ein säkulares Zeitalter” des kanadischen Moralphilosophen Charles Taylor (* 1931).

Taylor sieht die westliche Säkularisierung christlich geprägt. Manche christlichen Werte, von denen das Mittelalter bloss träumen konnte, prägten heute unseren Alltag.

Die Austreibung der Spiritualität aus den Ordnungsorganen des Glaubens sieht Taylor – gemäss dem Bericht –

als Armutszeugnis der Kirchen – beziehungsweise als Angst vor einer religiösen Ergriffenheit, die die Institutionen des Glaubens nicht vorsehen.

Die Transzendenz aber bleibe

eine unversiegbare Quelle.

Hier geht es zum Beitrag.

P. S. Kein Wunder zeigt der Journalist Begeisterung für die pantheistische – besser gesagt pan-all-istische – Variante der Frömmigkeit. Mit dem persönlich-unendlichen Gott der Bibel hat dies allerdings wenig zu tun.

Sexualethik (1): Beziehungschaos mangels übergeordneter Normen

Zum ersten Mal in der Geschichte der westlichen Zivilisation besteht die Notwendigkeit zu definieren, was unter „Ehe“ und „Familie“ verstanden wird. Durch den Mangel an übergeordneten Normen ist nämlich ein Vakuum entstanden: Nach welchen Kriterien sollen Beziehungen geregelt werden? Vielleicht gerade deswegen ist die Flut an säkularer und frommer Beratungsliteratur so gross.

Aus: Andreas J. Kostenberger. God, Marriage and Family. Crossway Books: Wheaton 2004.

Lernerlebnis Nr. 27: Grosseltern transportieren Werte.

Ich sitze im Zug, mit direktem Blick auf einen Spielplatz. Ein Grossvater ist mit seinem Enkelkind auf der Wippe. Es macht ihm sichtlich Spass.

Das Team um Fritz Oser, Professor für Pädagogik und pädagogische Psychologie an der Universität Freiburg, fragte nach der Rolle, die Grosseltern bei der Weitergabe von sozialen und ethisch-moralischen Werten spielen. Gestützt auf 300 Interviews sei dort den Grosseltern bei der Vermittlung traditioneller und religiöser Werte eine zentrale Rolle zugekommen. Während Eltern diese Werte in einer eher konfliktbeladenen Auseinandersetzung mit ihren Kindern vertreten – nämlich indem sie Normen und Regeln durchsetzen -, erreichten Grosseltern dasselbe auf ganz andere Weise: über das Erzählen von eigener Lebenserfahrung, also auf eine persönliche und emotional gefärbte Art.

Kathrin Meier-Rust. Von Grosseltern und Enkelkindern. Hier geht es zum Artikel.

Unsere Verstehensvoraussetzungen (3): Wie können wir wissen?

Ist es möglich zu wissen, wie wir wissen ohne eine genaue Annahme darüber getroffen zu haben, was wir wissen? (Nein.)

Der Mensch erkennt die Realität nie ausserhalb seiner Gedanken der Realität. Er kann weder objektiv noch ungefangen sein, denn er selektiert gewisse Daten als signifikant oder reell, weil sie in seinem Blickfeld sind.

Es gilt ein Doppeltes: Der Relativismus des menschlichen Denkens und die Voraussetzung, dass der einzige Garant für die Realität unseres Bewusstseins und unserer Erfahrung der vorbehaltslose Glaube in Gott und seine Offenbarung ist.

Aus: R. J. Rushdoony. By what standard?

Unsere Verstehensvoraussetzungen (2): Wer ist die letzte Instanz?

Wer Gott als letzte Quelle verleugnet, bestätigt den Menschen als letzte Instanz.

Der moderne Mensche etablierte seinen Verstand als den unvoreingenommenen und validen Interpreten von Gott.

Wenn der (autonome) Mensch konsistent bei seinen Verstehensvoraussetzungen bleibt, gibt es kein valides Wissen mehr (ihn selbst eingeschlossen).

Aus: R. J. Rushdoony. By what standard?

Lernerlebnis Nr. 26: Wenn Kinder bei jedem andocken.

Immer wieder fällt mir auf: Es gibt Kinder, die bei jeder beliebigen Person andocken. Eine Vermutung dazu: Was ihnen die Eltern an emotionaler Wärme nicht mitgeben können, holen sie sich bei anderen ab. Ich befürchte, dass dies vom einen oder anderen Erwachsenen ausgenützt werden könnte. Ganz anders mein Jüngster: Eine fremde Frau streckt die Arme aus, um den Einjährigen in Empfang zu nehmen. Er besinnt sich kurz und läuft an ihr vorbei zu seiner Mutter. Er weiss, wo sein Zuhause ist.