Die Familie ist erste Schule des Dienens

Dienen aus Liebe – der eigenverantwortliche, persönliche Einsatz zum Wohl der anderen, sei es zum materiellen, geistigen oder geistlichen Wohl, dieser Einsatz macht jede Handlung zur Premiere, verleiht jedem Moment eine Perspektive über den Tag hinaus. (…) Wo lernt der Mensch solches Dienen? Die erste und wichtigste Schule zwischenmenschlicher Beziehungen, mithin der Liebe des Dienens, ist die Familie.

Martine Liminski. Mutter ist die Beste – und die Billigste. In: Martine und Jürgen Liminski. Abenteuer Familie. Sankt Ulrich Verlag: Augsburg 2002.

Die Mythen der Adoleszenz (3)

Von wem werden die Erwartungen diktiert? Harris schreibt zur “aussen geleiteten Steuerung” von Heranwachsenden:

Classrooms, TV shows, magazines, and websites, are not only addressing us at the level of social expectations, but they are in fact dictating those expectations. They tell us how to act, think, and talk; they tell us what to wear, what to buy, and where to buy it; they tell us what to dream, what to value, and what to hate.

Hier geht es zum Blogeintrag.

Jeder von uns ist “Umgebung”

Jeder von uns ist “Umgebung” für die Menschen, mit denen er zusammenlebt, mit denen er zusammenarbeitet, mit denen er Gemeinschaft hat. Und in diesem Sinne sind wir selbst “Kunstform”. Gerade wie die Umgebung, die die modernen Künstler schaffen, die Leute in einer bestimmten Richtung beeinflusst, wenn sie den Raum nur betreten, so sind wir “Umgebung” dar, ob wir es wollen oder nicht. Wir schaffen die Umgebung, in der andere leben müssen.

Aus: Edith Schaeffer. Mit Phantasie und Liebe. Von der Kunst, den Alltag zu verschönern. Haus der Bibel/Oncken Verlag: Genf/Zürich/Basel, Wuppertal 1977 (3. Auflage).

Über die alternative Karriere der Frau

Edith Schaeffer, Schriftstellerin und Frau des berühmten Apologeten Francis Schaeffer, schreibt in ihrem Buch “Hidden Art” über die alternative Karriere der Frau (notabene vor 40 Jahren):

Jede Frau, die für ihre Familie kocht, kann sich ihre Ehe als Karriere vorstellen. Die Art, wie sie die Speisen kocht und anrichtet, wird grosse Bedeutung für das Familienleben haben, als wenn sie ein Gemälde malen oder eine Symphonie komponieren wollte. Eine Familie zusammenhalten, deren Glieder zu verschiedenen Generationen gehören, sie zu echter Gemeinschaft und gegenseitigem Verständnis zu erziehen, ist eine Aufgabe, die sich mit dem Mischen von Farben oder dem Schreiben von Noten vergleichen lässt.

Noch steiler sind diese Zeilen:

Die Forderung, dass Frauen ‘Zeit für sich haben’ sollten oder ‘Zeit, um Karriere zu machen’, ist überholt. Die Folge ist nur, dass die Psychotherapeuten immer mehr Patientinnen bekommen. Frauen sollten nicht darauf versessen sein, einem Schauspielklub beizutreten oder auf eine andere Art zu einem ‘erfüllten Leben’ zu kommen. Wenn sie ihre Begabung in ihrem Heim fruchtbar werden liessen, würden sie ein ‘erfüllteres’ Leben haben, und nicht nur, wenn ihre Kinder zwei Jahre alt, lebhaft und originell sind, sondern auch, wenn dieselben Kinder achtzehn sind. Dann würden die Eltern nämlich nicht händeringend feststellen müssen, dass es keine Verbindung mehr zu ihren Kindern gibt.

Es tut gut, auch einmal solche Worte zu lesen – von einer sehr lebenserfahrenen Frau.

Menschen stiften sich selbst Wert und Ziel

Mackie hält es für unhaltbar, dass wir eines Gottes bedürften, um der angeblichen Gefahr der Ziellosigkeit zu begegnen.

Menschen sind selbst wert- und zielstiftende Wesen. Aufgrund ihrer Natur verfolgen sie unvermeidlich Zwecke und Ziele; diese brauchen ihnen nicht erst von aussen gegeben zu werden.

Aus: John Leslie Mackie, Das Wunder des Theismus, Reclam: Stuttgart 1985.

Sei vorsichtig vor Menschen, die behaupten vorurteilsfrei zu sein

Stephen R. L. Clark, britischer Philosoph, schreibt (selbstkritisch) über die Vorurteile der eigenen Zunft:

We intellectuals are always very ready to rebuke the merely cultural and superstitious hang-ups of others, while ourselves displaying a quite crass cultural snobbery about TV evangelists! (…) Everyone is right except those on the right. Everyone’s religion can be taken seriouly, unless it’s Christianity.

Überhaupt seien Wissenschaftler gegenüber radikaler Kritik allergisch:

Scientists emphatically do not welcome radical criticism, in ethics, metaphysics or methodology. Always suspect people who claim to be free of prejudice; the have just not noticed what their prejudices are!

Aus: Stephen R. L. Clark. World Religions and World Orders. In: Philosophy of Religion – An Anthology. Edited by Charles Taliaferro and Paul J. Griffiths. Blackwell Publishing 2003.

New Age als Symptom eines nachsäkularen Zeitalters

Sie ist bewusste Religion, wenn auch Religion ausserhalb und abseits der organisierten Religionen, und esoterische Privatreligion. Sie wirft der profanen Religiosität vor, dessen spirituelles und mystisches Erbe verrraten zu haben. Die typische Idee ist die eines inneren Gottes, der unmittelbar und unvermittelt begegnet, und das direkte Wissen, das organisierte Religionen überflüssig macht.

Es ist die Sehnsucht nach Wärme und Innerlichkeit, Protest gegen die kalte technische Zweckrationalität. Es wird Verbundenheit mit dem Kosmos als ganzem postuliert. Der in uns wohnende Gott kommt durch unser Bewusstsein zu Bewusstsein.

Kritische Rückfragen: Der tiefe Orgelton der Harmonie und Realität, der die Realität des Bösen übersieht; die Gefahr elitärer Arroganz bis hin zu selektierenden Eintrittsgeldern; Supermarkt- und Sensationstheologie und ein unverbindliches Warenangebot.

Aus: Horst Georg Pöhlmann. Abriss der Dogmatik. Chr. Kaiser Gütersloher Verlagshaus: Gütersloh 20026.