Wenn Verstehensvoraussetzungen nie hinterfragt werden

Most people, unhappily, accept their presuppositions unconsciously … There is nobody so ignorant in these areas as the university graduate. The more they are caught in the system, the more they accept ‘what everybody thinks’, the more blind they’re apt to be – not thinking very simple things.

Aus: Colin Duriez. Francis Schaeffer – an Authentic Life. Crossway Books: Wheaton 2008.

Öffentliche Religion als Religionsfreiheit

Religion findet in der Öffentlichkeit statt, das religiöse Denken der Menschen beeinflusst ihr öffentliches Handeln, und erhebliche Teile der Strukturen unserer Gesellschaft und Kultur gehen auf religiöse Überzeugungen und Grundlagen zurück. Unter all den Menschenrechten, die es so gibt, gehört das Recht der Religionsfreiheit zu denen, die am schwierigsten zu konkretisieren und in konkrete Gesetze und Kompromisse zu giessen ist. Warum?

Weil man Religion nicht auf einen bestimmten Bereich eingrenzen kann, sondern sie über die ihr anhängenden Menschen in alle Bereiche des öffentlichen Lebens wie Familie und Sexualität, Medien, Schule oder Kunst hineinreicht. Schon die Frage, was Religion eigentlich ist, beantwortet jede Religion und Kultur anders, wofür im Leben sie zuständig ist, erst recht.

Aus: Friedemann Burkhardt. Thomas Schirrmacher (Hg.) Glaube nur im Kämmerlein? VKW: Bonn 2009.

Der wirkliche Kampf findet im Denken statt

Das geistliche Leben des Christen ist in seinem Denken verankert. Der wirkliche Kampf um Menschen spielt sich deshalb in der Welt der Gedanken und Vorstellungen ab.

Es ist sinnlos, über die Liebe zu Gott zu reden, wenn wir dabei nicht begreifen, dass sie sich in der inneren Welt unserer Gedanken ereignet. Wirkliche persönliche Gemeinschaft bleibt nie äusserlich. Sie verbindet immer das Zentrum einer Person mit dem einer anderen. Das gilt z. B. für die Ehebeziehung: Wenn man nur körperlichen Kontakt hat, hat man noch keine Gemeinschaft auf einer persönlichen Ebene. Der Kontakt muss sich vielmehr bis ins Zentrum der Person erstrecken.

Aus: Francis Schaeffer. Geistliches Leben – was ist das? R. Brockhaus Verlag: Wuppertal 1975.

Passendes eBook: Hanniel Strebel. Francis Schaeffer für eine neue Generation.

Alle Menschen streben nach Glück (4)

Gott allein sei das wahre Gut, sagt Pascal.

Und rätselhaft, seit er sich von ihm abgewandt, gibt es nichts in der Welt, das nicht geeignet gewesen wäre, seinen Ort zu erfüllen. Sterne, Himmel, Erde, Elemente, Pflanzen, Kohl, Lauch, Tiere, Insekten, Kälber, Schlangen, Fieber, Pest, Krieg, Hungersnot, Laster, Ehebruch, Blutschande. Seitdem der Mensch dies wahre Gut verloren hat, konnte ihm alles und jedes das wahre Gut bedeuten…

Aus: Blaise Pascal. Pensées. Fragment 425.

Alle Menschen streben nach Glück (3)

Pascal fährt weiter, indem er das Streben nach Glück als Indiz nimmt,

dass ehemals der Menschen wirklich im Glück war, wovon uns nichts blieb als die Narbe und die völlig leere Spur, die der Mensch nutzlos mit allem, was ihn umgibt, zu erfüllen trachtet, da er von dem Ungegenwärtigen erlangen will, was er von dem Gegenwärtigen nicht erlangen kann.

Aus: Blaise Pascal. Pensées. Fragment 425.

Alle Menschen streben nach Glück (2)

Pascal stellt die These auf, dass keiner das Ziel glücklich zu werden ohne den Glauben erreicht hat.

Da uns so die Gegenwart nie befriedigt, betrügt uns die Erfahrung und führt uns von Unglück zu Unglück bis zum Tode, der sein ewiger Gipfel ist.

Aus: Blaise Pascal. Pensées. Fragment 425.