Machtloser Allmächtiger? Warum auch Christen leiden müssen

Aurelius Augustinus (354-430) schreibt am Anfang seines monumentalen Werkes “Vom Gottesstaat”, das als Beginn der westlichen Geschichtsphilosophie gelten kann:

Christen halten sich … keineswegs für so frei von Fehlern, dass nicht auch sie deswegen allerlei zeitliches Leid verdient zu haben glauben.

Das Buch ist eine Verteidigungsschrift gegen die Anklagen der Römer, wonach der Abfall von den Göttern  zur Plünderung Roms geführt haben soll. Aus der Tatsache, dass auch Christen in Mitleidenschaft gezogen wurden und Leiden ertragen mussten, zieht er folgende ethische Konsequenz:

Zeitliches Leben ist Vorschule zum ewigen Leben; gebraucht irdische Güter, ohne von ihnen gefesselt zu werden.

Wer sich mit der Frage “Machtloser Allmächtiger” (warum lässt Gott Leid zu?) beschäftigt, führe sich doch die ersten rund 100 Seiten des Werkes zu Gemüte.

Aurelius Augustinus. Vom Gottesstaat. dtv: München 2007.

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