Wahrheit und Liebe gehören im missionarischen Zeugnis zusammen

Thomas Schirrmacher erwähnte in einem Vortrag wichtige biblische Voraussetzungen für den Dialog mit anderen Religionen:

“Wer davon ausgeht, dass er in Jesus die ‚Wahrheit‘ gefunden hat und dies vor allem die Wahrheit über unsere Beziehung zu Gott ist und wie wir durch Gnade, Vergebung und Erlösung Frieden mit Gott finden“, so der Theologe in Loccum, „muss zugleich aber alles berücksichtigen, was es für das Gespräch mit Andersdenken inhaltlich und von der Art her für gewichtige Einschränkungen gibt.“ Dazu zählte er unter anderem Sanftmut, Selbstkritik, Frieden und Religionsfreiheit.

Schirrmacher forderte darüber hinaus, dass das Gespräch mit anderen Religionen frei von Fundamentalismus sein soll. „Wobei ich Fundamentalismus nicht als Wahrheitsanspruch an sich definiere“, so der Theologe, „sondern als militanten Wahrheitsanspruch.“ Ebenso sollten sich hinter dem Wahrheitsanspruch auch kein Rassismus oder Kulturimperialismus verbergen. Christen sollten deutlich machen, dass das Wissen um die Wahrheit in Jesus sie in Fragen der Kultur und Politik nicht unfehlbar macht. Allerdings gebe es auch einen Dialog, der mit dem Wesen des Christentums nur schwer zu vereinbaren sei, nämlich dann, wenn unter Dialog verstanden würde, dass der innerste Wahrheitsanspruch Jesu Christi, des Evangeliums und des Wortes Gottes im Gespräch mit Anhänger anderer Religionen vorübergehend oder prinzipiell außer Kraft gesetzt werden soll, oder wenn er ‚Mission‘, das heißt die Einladung an andere, die Gnade der frohen Botschaft in Jesus Christus anzunehmen, per definitionem ausschließe.

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