Buchbesprechung: Das Passivitäts-Problem der nachrückenden Generation – und ein Aktivierungsprogramm

Es geht um: Ben Sasse. The Vanishing American Adult: Our Coming of Age Crisis — and How to Rebuild a Culture of Self-Reliance. Macmillan, 2017.

Wie konnte es dazu kommen, dass ein grosser Teil der Einwohner der USA (wir könnten Europa ohne Zögern dazuzählen) den Frühling ihres Lebens in einer Art schlechtem Schwebezustand verbringen, ihre Pizza via Smartphone bestehen, während sie gerade Netflix streamen – wohlgemerkt in der Wohnung ihrer Eltern? Woher kommt die grassierende Passivität? Diese für die Zukunft unserer Länder entscheidende Frage stellt der US-amerikanische Historiker und aktuelle Senator von Nebraska, Ben Sasse. Erwachsenwerden zum endlosen Übergang gewoden anstatt wie früher ein klar definierter Zeitpunkt zu sein. Es existiert ein „Moratorium“ für das Erwachsenwerden. Sasse meint, dass der Staat endlos weitere Massnahmenpakete schnüren könnte, doch diese würden verpuffen, wenn sie auf eine Generation von überbehüteter, verwöhnter Menschen träfen, die nur noch an sich denken. Wie Recht er hat!

Ein Freund ergänzt: "Zunahme an Angst (siehe Medizin/Arzneimittelstatistiken USA) bei gleichzeitiger Abnahme der Resilienz, zusätzlich schwerwiegende und schnelle gesellschaftliche Veränderung (hohe Volatilität & Unsicherheit), menschliche Interaktion wird komplizierter (Teufelskreis, denn wer bis ins Anlter von 12-13 Jahren sein Freundeskreis über digitale Medien managt, dessen Gehirn hat reales Management von Beziehungen nicht gelernt; so etwas lernt unser Gehirn nur im echten zwischenmenschenlichen Kontakt im reallife und wird es damit sehr schwer überhaupt lernen). Durch postmoderne Weltanschauung brechen die Fundamente weg; Dinge, die Sicherheit versprechen, gibt es nicht mehr."

Sasse schlägt ein mehrteiliges Aktivierungsprogramm vor, und das nicht aus dem Elfenbeinturm. Er setzt es in der eigenen Familie um. Lest dazu meine kurze Rezension. Ich schreibe seit Jahren zum Thema:

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