Kolumne: Thesen zur ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung

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Dieses Jahr neigt sich dem Ende zu. Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich (statistisch gesehen) hinter mir. Ich bilde mir ein, es würde immer so bleiben, wie es war. In einem langen Gespräch mit einem befreundeten, sehr belesenen Kulturkritiker haben wir folgende Thesen besprochen:

  1. Eine unvorstellbare Summe Geld liegt liegt bei den Babyboomern, die nun in Rente gehen bzw. gegangen sind. Diese Generation war es sich gewohnt den Ton anzugeben. Sie halten ihr Geld so lange in den Händen, bis diese kalt sind.
  2. Die nachrückenden Generationen werden dieses Vermögen übernehmen und es verprassen. Sie denken so, wie sie von den vorhergehenden Generationen gelehrt worden sind: Schau für dich selbst, geniesse es jetzt. 
  3. Diese Generationen sind von Beziehungsunfähigkeit geprägt. Die Geburtsrate stabilisiert sich auf dem tiefen Niveau von 1 – 1,5 Kindern. Diese wird durch Emigranten mit anderem weltanschaulichem Hintergrund "aufgefüllt", was zumindest in einigen Regionen und sogar Staaten zur Verschiebung von Machtverhältnissen führen kann. Diese zeigt sich zuerst "auf der Strasse".
  4. Makroökonomisch gesehen kann sich das globale Finanzsystem nur noch mittelfristig halten. Das jahrzehntelange Leben über die Verhältnisse und die zahlreichen an den Staat delegierten Aufgaben führen zum Kollaps oder zumindest zu einer schmerzlichen Korrektur. Einige Länder wie Griechenland oder Portugal haben sie teilweise schon erlebt.
  5. Die Überbetonung der universitären Ausbildung, verbunden mit einem Absinken des Niveaus, führt zu einem Überangebot an Akademikern. Dadurch sinkt der Markwert bestimmter Abschlüsse bzw. die Eintrittshürde für Berufsanfänger steigt massiv an.
  6. Parallel dazu steigt der Fachkräftemangel in vielen Bereichen. Vor allem technische und naturwissenschaftliche Berufe haben extreme Nachwuchsprobleme. Es will wohl überlegt sein, welchen beruflichen Weg die nachrückende Generation einschlägt. Allenfalls ist eine duale Bildung (zwei Berufe) und das Suchen von Nischen ins Auge zu fassen.
  7. Die Nationalstaaten entwickeln eine doppelte Ohnmacht: Gegenüber Minderheiten wie Christen setzen sie ihren eigenen dekadenten Moralkodex durch und diskriminieren sie; gegenüber anderen Weltanschauungen fehlt ihnen durch ihre interne Inkonsistenz (Stichwort ethischer Relativismus) der Selbstschutz.
  8. Das fehlende Nationalbewusstein ist durch virtuelle Stammeszugehörigkeit ersetzt. Die Mehrheit unserer Bürger weiss nicht, wofür sie steht. In der Realität wird sie sofort einknicken, wenn ihre Sicherheit und ihr Wohlstand auf dem Spiel steht.
  9. Bei Versorgungsenpässen und Anzeichen von Destabilisierung verändern sich über Nacht die Sicherheitsverhältnisse. Skrupellosigkeit und bedenkenslose Gewalt gegen die Schwachen (besonders betagte Menschen) werden rapide zunehmen. Für die nachrückenden Generation (wie auch für meine) gilt deshalb die Devise: Ansprüche zurückfahren, Selbstführungs- und -versorgungs-Kompetenzen aufbauen.
  10. Europa steht, so vermute ich, unter Gottes Gericht. Es hat seine christliche Wurzeln verleugnet und fällt in eine groteske Form des Neuheidentums zurück. Bei alledem gilt: Jesus wird überraschend zurückkehren. Wer bei Ihm Zuflucht sucht, ist wohl beraten. Er wird eine weltweite Herrschaft aufrichten und die gesamte Erde erneuern.

Bitte ruhig Blut. Keine Verschwörungstheorie. Keine Endzeit-Fantasien. Just zum Diskutieren!