Predigt: Das kenne ich schon!

Passendes Buch:

Vor-weihnächtliche Predigt zu Römer 2,17 – 3,8 (zum Bibeltext; zum Mitschnitt der Predigt).

Einstieg: Ich wuchs durch Gottes Vorsehung in einer christlichen Gemeinde auf. Ich hatte alles schon tausende Male gehört. Damals hätte ich mich wohl als Experte angesehen.

Zusammenhang: Paulus zeigt in einer weit abgesteckten Anklagerede auf, dass sowohl Heiden, die ohne die Zehn Gebote lebten, wie auch Juden, welche als Volk die Torah bekommen hatten, vor Gott schuldig sind.

Den Bibelabschnitt Vers für Vers erschliessen:

  • Erstes Argument: Dass ihr das Gesetz besitzt, wird euch im Gericht nichts nützen, sondern vielmehr gegen euch verwendet werden (Römer 2,17-24).
  • Paulus doppelt nach: Dass ihr beschnitten worden seid, ist kein äusserliches Zeichen, sondern der Hinweis auf einen inneren Zustand (Römer 2,25-29).
  • Dann entkräftet er mehrere Einwände, ob Gott gegenüber seinem untreuen Volk seine Verheissungen fahren liess oder ob die Sünde denn nicht die Gnade vergrössert (Römer 3,1-8).

Systematisch gefasst:

  1. Ich verfüge nicht über das Buch, es verfügt über mich.
  2. Ich verfüge nicht über äussere Zeichen, sie zeigen auf mein Herz.
  3. Meine Übertretung vergrössert den Zorn, er entschuldigt mich nicht.

Anwendung für die nächsten Tage:

Im weiteren Verlauf des Römerbriefes zeigt Paulus auf, dass ein von Gott verändertes Herz danach verlangt, nach Gottes Ordnung zu leben. Prüfen wir unser Herz in diesen Tagen. Vielleicht gibt es… Stress, Eifersucht, ungerechte Behandlung, böse Worte, wenn wir auf unsere Nächsten treffen. Ja, es geht um mich. Ich bin verantwortlich für meine Reaktion – in Gedanken, Worten und Taten (vgl. Römer 3,19). Ich kann mich selbst nicht rechtfertigen. (Natürlich finde ich immer einen Grund, warum die anderen falsch liegen.) Die Gerechtigkeit kommt zu den Glaubenden in Jesus (3,22). Wie wäre es, dies von Moment zu Moment in Erinnerung zu rufen und aus dieser Kraft zu leben? So werde ich zum «Sklaven der Gerechtigkeit» (Römer 6,18-19).