Input: Jüngerschaft – Ausbildungsprinzip der Bibel

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Stefan Beyer zeigte in einem Seminar an der E21-Konferenz Ost (2018) auf, dass das Wort nicht nur von der Kanzel gepredigt werden, sondern auch in das Leben Einzelner hinein gelehrt werden soll.

Wer die Bibel aufmerksam liest, entdeckt verschiedene solcher intensiver Lehrer-/Schülerbeziehungen: Man sammle einmal alle Stellen, in denen Mose mit seinem einstweiligen Nachfolger Josua zusammen durch Höhen und Tiefen seines Dienstes geht. Auch Elia und Elisa pflegten eine solche enge Beziehung. Wer die Sprüche aufschlägt, entdeckt eine ähnliche Vater-/Sohn-Beziehung (z. B. mit zwölf direkten Ansprachen in Sprüche 1-9).

Auch im Neuen Testament sind uns zwei wichtige Vorbilder gegeben. Einerseits können wir bei Jesus beobachten, dass er seine Jünger berief, mehrere Jahre mit ihnen unterwegs war, sie in seiner Gegenwart Dinge unternehmen lässt, sie für begrenzte Zeit aussendet und schliesslich nach seinem Tod verlässt. Unter der Führung des Heiligen Geistes wurde ihnen aufgetragen, dass sie das Evangelium bis ans Ende der Erde tragen sollten.

Das zweite neutestamentliche Beispiel betrifft Paulus. Schnell überlesen wir die zahlreichen Stellen, in denen er seine intensive Beziehung zu einzelnen jüngeren Männern und Mitarbeitern erwähnt, sei es Sosthenes, Epaphroditus oder Titus. Das ausführlichste Beispiel finden wir in Timotheus. Dieser war Paulus' echtes Kind im Glauben (1. Timotheus 1,2). Er forderte ihn auf, das von ihm Anvertraute anderen fähigen Menschen anzuvertrauen, die wieder andere Menschen lehrten (2. Timotheus 2,2). Das Verb "anvertrauen" zeigt gerade auf, dass es sich hier um das persönliche Hineinsprechen von Gottes Wort in das Leben eines anderen Menschen handelt.

Beyer ermutigt dazu, Jüngerschaft in den Gemeinden zu pflegen – vielleicht auch gerade in Gemeinschaften, in denen es keine gesunde Lehre von der Kanzel her gibt. Er begleitet selbst seit Jahren junge Männer in der Gemeinde und bittet in seiner Gebetszeit um lehrfähige, verfügbare und belehrbare Menschen. Das regelmässige Treffen muss nicht kompliziert sein: Gemeinsames Gebet, persönlicher Austausch, der Gang durch ein Bibelbuch.

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