E21 Konferenz: Persönliche Nachgedanken – eine neue Generation von Verkündigern?

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Im heutigen Gottesdienst der FeG München-Mitte hat Matthias Lohmann, Vorsitzender von Evangelium21, 2. Timotheus 4,1-8 ausgelegt: Predige das Wort. Die Gemeinde soll auf Gottes Wort gebaut werden. Das gilt zuerst den Verkündigern, aber auch den Gemeindegliedern. Diese Verkündigung des vollen Ratschlusses Gottes, also seines Gerichts und seiner Rettung, betreiben wir mit ganzer Hingabe – weshalb? Weil wir zutiefst davon überzeugt sind, dass der dreieinige Gott Menschen durch dieses Wort rettet und zurüstet (2. Timotheus 3,16-17). Darum scheuen wir uns nicht, das ganze Alte und Neue Testament zu predigen. Die Auslegung durch jedes Bibelbuch führt uns an viele Stellen, die weder politisch korrekt noch leicht-unterhaltsam sind. Die Botschaft ist zutiefst beunruhigend. Derjenige, der ohne Gott auszukommen meint, muss ihr sofort den Rücken drehen und sie unterdrücken. Untergründig ist er sich jedoch bewusst, dass diese Botschaft auch ihn betrifft. Er bleibt ohne Entschuldigung.

Ich bin ermutigt von der E21-Konferenz in München zurückgekehrt, weil ich sehe, dass ganze (Stuhl-)Reihen junger Männer da waren. Sie verlangen nach diesem Wort. Sie wollen «voller Kanne» und decken sich mit gesunder Literatur ein. Es scheint, als ob der Herr der Ernte eine Generation von Verkündigern für den deutschen Raum zubereitet, die nicht nur das erzählt, was den Menschen «in den Ohren juckt». Sünde und Gericht sind keine Fremdworte, sie erst machen die herrliche Erlösungsbotschaft erst sinnhaft. Schluss mit therapeutischem Geschwafel.

Der Druck gegen Christen wird zunehmen. Eine säkulare Elite arbeitet daran, ihre Stimme in der Öffentlichkeit zu unterdrücken. Doch Gottes Wort kann nicht gestoppt werden. Ich bin überzeugt, dass dies helfen wird, uns von der seichten christlichen Spasskultur zu verabschieden, die ja nur ein schlechtes Echo der Umgebung war. Es zwingt uns zur Besinnung auf das, was wirklich zählt. Intensives betendes Lesen der Bibel soll sich mit Katechese und der systematischen Aufarbeitung zahlreicher Fragen verbinden. In der Angebotsflut christlich verpackter Ego-Pflege fiel einfach zu viel unter den Tisch.

Aber Achtung: Um die nächste Ecke lauert die Gefahr der Überheblichkeit. Nur zu schnell isoliert sich die Jagd nach Anerkennung durch Wissen vom Leben. Theologisches Training ohne permanente Demütigung und fortwährendes Gebet wird verpuffen. Zudem besteht die Tendenz sich nach aussen abzukapseln und hart zu werden. Wir wollen aber keinen Rückzug pflegen, sondern mutig und weise diejenigen erreichen, die Gott uns zu gelegener und noch häufiger zu ungelegener Zeit über den Weg schickt bzw. uns zur Seite stellt.