Input: Warum kämpften sie weiter bis zum bitteren Ende?

Passendes Buch:

Vor einiger Zeit schleppte mein Dreizehnjähriger, der wie ich leidenschaftlich an Geschichte interessiert ist, den ersten Band der opulenten Hitlerbiografie von Ian Kershaw an. Bei Audible gibt es die englische Hörbuchversion (44 Stunden).

Ich habe die Einleitung dieser Biografie gelesen und war beeindruckt ob der unglaublichen Recherche, die hinter diesem Mammutwerk steckt. Vor einigen Jahren hat der Gelehrte, der übrigens im Feld der mittelalterlichen Geschichte startete und im Verlauf seines beruflichen Schaffens seinen Schwerpunkt auf die deutsche Zeitgeschichte verlegte, eine schwer verdaubare Zusammenschau des letzten Kriegsjahres herausgegeben.

In einem kompakten Vortrag (2012) in Hildesheim legt Kershaw dar, welche Faktoren zusammenwirkten, dass ein Volk bis zum bitteren Ende weiterkämpfte: Hitlers fanatische Preisgabe des Volkes, die gebündelte Macht der Organe, der Beamtenapparat, das Terrorregime unter dem eigenen Volk, die skrupellosen Parteihörigen, die Hitler auf Gedeih und Verderb ausgeliefert waren, die Einstellung der Generale, die kollektive Furcht vor den Bolschewiken, die jahrelange Indoktrination des Offizierskorps – sie alle trugen zum kollektiven Untergang das Ihre bei. Hörenswert.